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Interview

Social Media-Aktivismus: Instagram ist mehr als Beauty & Fashion!

Social-Media

Social Media Apps wie Instagram stehen häufig in der Kritik, veraltete oder übertriebene Schönheitsideale zu promoten und eher oberflächlich als tiefsinnig zu sein. Unsere heutigen Gäste beweisen, dass es auch anders geht. Mit FEMGMT hat Josephine Drews ein Management für Creator*innen gegründet, die etwas zu sagen haben. Dazu gehören auch Laura Gelhaar und Phenix K. Auf Instagram und Youtube engagieren sie sich für Gleichberechtigung. Mit ihnen haben wir im desired-Podcast über die Licht- und Schattenseiten der sozialen Medien gesprochen und darüber, wie man sie für Aktivismus nutzen kann.

Dies ist die gekürzte Version des Interviews. Das vollständige Gespräch kannst du dir im aktuellen desired-Podcast anhören!

Josephine-Drews-Laura-Gehlhaar-Phenix-K
V.L: Josephine Drews ist Gründerin der Agentur FEMGT. Laura Gehlhaar sitzt im Rollstuhl und betreibt seit 2014 Aktvismus für Menschen mit Behinderung. Phenix Kühnert ist Trans-Frau und setzt sich auf Social Media für die LGBTQ+-Bewegung ein.

desired: Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigt, dass auf Instagram und Youtube immer noch hauptsächlich die klassischen Rollenbilder vorgelebt werden. Habt ihr das Gefühl, dass sich das langsam wandelt?

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Josy: Ich habe FEMGMT genau aus diesem Grund gegründet. Ich war lange Zeit bei einer großen Agentur, aber da fehlte mir die Sinnhaftigkeit. Ich selbst interessiere mich schon lange für LGBTQ+-, Diversity- und frauenrechtliche Themen, die kommen allerdings noch viel zu oft zu kurz. Im Mainstream ist es noch immer häufig der Fall, dass stattdessen diese klischeebehafteten Themen im Vordergrund stehen. Aber auch andere Themen, wie die aktivistischen Themen, mit denen Laura oder Phenix sich beschäftigen, werden immer häufiger und ich denke, dass sich da langsam ein Wandel vollzieht.

Laura: Ich bin schon seit 2014 im Internet unterwegs und betreibe dort Aufklärungsarbeit über das Leben mit Behinderung. Ich habe das Gefühl, dass seitdem auch immer mehr Menschen mit Behinderung in die Öffentlichkeit getreten sind. Insbesondere in den letzten zwei Jahren ist es zum „Trend“ geworden, sodass es sich immer stärker etabliert und bald hoffentlich nicht mehr als Trend, sondern als fester Bestandteil der Gesellschaft wahrgenommen wird.

FEMGMT ist als Management Schnittstelle zwischen Influencer*innen und Marken. Wie reagieren die auf das diverse Portfolio der Agentur?

Josy: Ich glaube, dass viele Unternehmen langsam begreifen, dass Diversität ein Thema ist, dass sie auch bespielen müssen. Ich finde, dass gerade größere Unternehmen mit viel Marketing-Budget auch in der Pflicht stehen, die Gesellschaft so zu repräsentieren, wie sie ist. Mittlerweile sind auch immer mehr Unternehmen, die ansonsten vielleicht eher konservativ denken, dazu bereit, mir zuzuhören und herauszufinden, wie sie sich zu bestimmten Themen positionieren können. Dass Unternehmen nicht mit, ich nenne es mal „progressiven Influencer*innen“ zusammenarbeiten möchten, ist mir bisher nur ganz selten passiert.

Oftmals gibt es ja auch den Vorwurf, LGBTQ-Themen oder feministische Themen seien nur ein Trend. Was sagt ihr dazu?

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Phenix: Das Wort „Trend“ hat erst mal so eine negative Behaftung, man denkt an Modetrends oder Einrichtungstrends, die kommen und dann wieder vergehen. Aber wenn es um Aktivismus geht, dann sollte man dem Wort diese negative Behaftung nehmen. Denn erst mal muss es ja dieses „Trend-Gefühl“ geben, damit die Leute an das Thema herangeführt werden und verstehen, dass es eben nicht nur ein Trend ist, sondern etwas langfristiges, mit dem sich die ganze Gesellschaft beschäftigen muss.

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Laura: Natürlich muss man aber aus Influencer*innen-Sicht immer ein bisschen aufpassen, denn es gibt auch viele Unternehmen, die das eben wirklich nur als kurzfristigen Trend wahrnehmen, den sie für ihr Image nutzen wollen. Da muss man natürlich abwägen, ob man dafür wirklich werben möchte. Anderseits braucht es diese kurzfristig sehr starke Aufmerksamkeit, um langfristig etwas aufzubauen und zu verändern.

Phenix: Manchmal hoffe ich auch, dass dieser „Trend“ irgendwann wieder vorbei ist, denn ich möchte nicht mein Leben lang hauptberuflich Aktivistin sein. Ich hoffe, dass sich die Gesellschaft in fünf bis zehn Jahren einfach so weit verändert hat, dass es eben keinen gezielten Aktivismus mehr braucht.

Den gesammten Podcast kannst du dir jetzt auf Spotify anhören:

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Bildquelle: istock/Westend61, Josephine Drews, Laura Gehlhaar, Phenix K

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