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#RespectMySize: Warum Bodyshaming ein ernsthaftes Problem ist

#RespectMySize: Warum Bodyshaming ein ernsthaftes Problem ist

Hässlich, faul, unsportlich und ungebildet: Die Liste an Vorurteilen gegenüber Übergewichtigen ließe sich endlos weiterführen. Auf Instagram zeigen Plussize-Bloggerinnen unter dem Hashtag #RespectMySize jetzt, welche Beleidigungen ihnen bereits an den Kopf geworfen wurden – und positionieren sich klar dagegen. Denn niemand sollte wegen seines Gewichts oder Körpers diskriminiert werden – und wie auch beim Thema Rassimus liegt es an uns allen, die Vorurteile in unseren Köpfen zu hinterfragen.

Wer selbst den körperlichen Standards unserer Gesellschaft entspricht, kann sich nur schwer vorstellen, wie tief die Verletzungen reichen können, die übergewichtige Menschen häufig ertragen müssen. Von dummen Kommentaren auf der Straße bis hin zu täglichem Mobbing in der Schule oder gar Diskriminierung im Job. Die Geschichten, die die Bloggerinnen unter ihren Fotos erzählen, gehen unter die Haut – und doch geschehen sie täglich in Deutschland

„Stell dir vor, du wirst gekündigt, weil du deinem neuen Vorgesetzten zu dick bist. Und das zu einer Zeit, wo du gerade vor lauter Stress viel abgenommen hast und eh kaum isst“, schreibt etwa die Bloggerin Bettina Viola Barth unter ihrem Instagram-Foto. Andere berichten, dass sie aufgrund ihres Gewichts erst gar nicht eingestellt wurden. Schließlich seien dicke Menschen bekanntlich fauler und langsamer als schlanke und können die Arbeit somit nicht so gut erledigen.

Doch Diskriminierung in der Berufswelt ist nur ein Aspekt, der bei der Kampagne angesprochen wurde. So werden bei übergewichtigen Menschen etwa häufig ernsthafte Krankheiten nicht behandelt, weil es ja schon reichen würde, wenn sie abnehmen.

Niemand muss sich für seinen Körper rechtfertigen

Und dann ist da noch die Tatsache, dass viele Menschen scheinbar glauben, die Körperform einer Person würde ihnen das Recht geben, diese zu beleidigen. Genau aus diesem Grund riefen die Pluszize-Bloggerinnen Jules von Schönwild und Verena von Ms Wunderbar auch die #RespectMySize-Kampagne ins Leben. Sie ist eine Reaktion auf das Zitat einer Hotelbesitzerin in einem Zeitungsartikel. In dem Artikel beschwerte sich die Dame über dickere Mitmenschen. Zitat: „Also ich finde es persönlich diskriminierend, dass ich so einen Anblick (übergewichtige Menschen Anm. d. Red.) ertragen muss – ehrlich gesagt. Und ich weiß, wenn ich dick bin, dass da was nicht stimmt. Und es hat auch nicht jeder etwas mit der Schilddrüse.“

Dieses Zitat zeigt deutlich, was in der gesellschaftlichen Wahrnehmung verkehrt läuft. Es wird davon ausgegangen, dass übergewichtige Menschen sich für ihr Gewicht rechtfertigen müssen. Steckt eine Krankheit dahinter? Nein? Dann ist die betroffene Person wohl selbst Schuld und muss mit Beleidigungen rechnen. Schließlich könnte sie ja einfach weniger essen oder mehr Sport treiben. Doch genau hier liegt der Denkfehler: Es geht niemanden etwas an, warum jemand so aussieht, wie er aussieht. Und es geht auch niemanden etwas an, wie viel jemand isst oder wie sportlich er ist.

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Wir müssen uns unserer Vorurteile bewusst werden

Johanna Böhnke
Johanna Böhnke

Leider ist es mittlerweile in den Köpfen vieler Menschen verankert, andere aufgrund ihres Gewichts zu bewerten. Assoziationen wie „übergewichtig = unsportlich“ kommen uns oft ganz unterbewusst. Und auch wenn wir sie nicht aussprechen, ist es doch wichtig, dass wir uns vergegenwärtigen, dass es sich hier eben nicht um Fakten, sondern lediglich um Vorurteile handelt. Denn schon kleine Kommentare, die nicht böse gemeint sein sollen, können schnell verletzend wirken. Ein „Du bist aber echt schnell für dein Gewicht“ oder „Du hast dafür aber echt ein hübsches Gesicht“ sind eben nur auf den ersten Blick Komplimente. Und auch die abschätzigen Blicke, die jemand einer übergewichtigen Person zuwirft, während sie eine Pizza oder einen Eisbecher isst, können verunsichern.

„Diskriminierende Kommentare führen zu grundlegender Unsicherheit, psychischen Problemen, Krankheiten und Essstörungen, und sie befeuern einen langwierigen und unsichtbaren Teufelskreis“, schreiben die Initiatorinnen der Kampagne. Umso mutiger ist es, dass die Teilnehmerinnen der Aktion auf Instagram klar zu ihrem Körper stehen und damit eine wichtige Message verbreiten.

Bildquelle:

Vierfotografen.de

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