Für Links auf dieser Seite erhält desired ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder lila Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.

Christine Neder von Lilies Diary: „Nicht mehr reisen, ist für mich keine Option“

Nachhaltige Reise-Tipps

Christine Neder von Lilies Diary: „Nicht mehr reisen, ist für mich keine Option“

Reisen sind zwar in Zeiten von Corona nur bedingt möglich, wir lassen uns aber die Vorfreude nicht nehmen! Christine Neder von Lilies Diary ist eine der erfolgreichsten Reise-Bloggerinnen Deutschlands und hat uns im Interview erklärt, wie sich ein nachhaltiger Lebensstil mit Reiselust vereinbaren lässt. Außerdem verrät sie einige Geheimtipps in Europa, die wir sicher schon bald wieder bereisen können. 

Dies ist die gekürzte Version des Interviews. Das vollständige Gespräch kannst du dir im aktuellen desired-Podcast anhören!

desired: Deinen Blog Lilies Diary gibt es jetzt schon seit über 10 Jahren. Wie hast du damals angefangen?

Christine Neder: Ich habe Modedesign studiert und wollte gerne länger ins Ausland gehen. Es standen vier Wochen New York auf dem Programm und damals schrieb man noch Rundmails. Ich hatte aber keine Lust, vier Wochen lang Rundmails zu schreiben, also habe ich einen Blog gestartet. Am Anfang war es sehr persönlich, es ging aber immer mehr in Richtung Reise-Tipps – so ein Blog entwickelt sich ja immer. Irgendwann kam noch der Hund dazu, dann das Kind und dadurch ändern sich die Themen auch wieder. Im Grunde geht es aber immer um schöne Orte, die mich selbst berührt haben, bzw. das Team – mittlerweile schreibe ich nicht mehr nur alleine für Lilies Diary.

Du hast im Lockdown akutes Reisefieber? Diese Bücher sind das beste Heilmittel:

Mittlerweile bist du selbstständig und kannst von deinem Blog leben. Viele haben aber sicher unrealistische Vorstellungen davon, was du als Reise-Bloggerin machst. Du wirst ja sicher nicht nur dafür bezahlt, Urlaub zu machen und Fotos auf Instagram zu posten, oder?

Als ich den Blog angefangen habe, gab es noch nicht mal Instagram! Diese ganzen Social Media-Kanäle kamen erst im Laufe der Zeit dazu, deswegen ist es jetzt sogar noch stressiger, weil man neben dem Blog auch noch Pinterest, Instagram, Facebook und YouTube bedienen muss. Am Anfang bin für mein Buchprojekt „40 Festivals in 40 Wochen“ wie eine Journalistin auf Pressereisen gegangen. Dafür haben mich zum Beispiel Tourismusagenturen unterstützt, nebenbei habe ich aber auch noch für Magazine und Radiokanäle Artikel geschrieben, um diese Reisen zu finanzieren.

40 Festivals in 40 Wochen: Von einer, die auszog, das Feiern zu lernen
40 Festivals in 40 Wochen: Von einer, die auszog, das Feiern zu lernen

Dabei ist man immer auf der Suche nach den besten Tipps. Manchmal steht man auch um 4 Uhr morgens auf, um das beste Licht zum Fotografieren zu haben und bearbeitet nachts die Fotos. Ich mache das aber unglaublich gerne und möchte gar nicht jammern! Mittlerweile hat sich auch alles professionalisiert: Wenn ich mit einer Kollegin reise, ist es auf jeden Fall Content-Produktion. Es ist zwar immer noch Reisen, aber auch Arbeit – wenn auch die schönste Arbeit, die ich mir vorstellen kann!

Sowohl Corona bedingt, als auch aus Nachhaltigkeitsgründen suchen immer mehr Menschen Tipps für Reiseziele in Europa. Mich haben einige europäische Länder  überrascht: Es gibt Orte, die aussehen wie Landschaften in Neuseeland oder Kanada! Gibt es Orte, die dich total überrascht haben?

Ja, sehr viele! Letztes Jahr waren wir in Zell am See, wo es einen künstlich angelegten Stausee gibt, der an Fjorde in Norwegen erinnert. Wir hatten den direkten Vergleich, weil wir danach nach Norwegen gefahren sind. Das war richtig irre! Island erinnert an ganz vielen Orten an Neuseeland und der portugiesische Ort, in dem ich jetzt lebe, könnte auch eine schöne kalifornische Küste sein. Ikaria ist auch richtig toll, das ist eine kleine griechische Insel, die fast keiner kennt. Dort gibt es wie in Neuseeland auch Hot Springs: Man sitzt im Meer, wo mit Steinen ein kleiner Pool gebaut ist, in dem sich total warmes Wasser befindet. Oder im Zillertal in Österreich gibt es „Klein Tibet“:  Wenn man auf die Berge guckt, noch etwas Schnee liegt und am Ende die Hütte erreicht, an der tibetische Fahnen hängen und ein paar Ziegen vorbeilaufen, sieht es wirklich so aus.

Auf deinem Blog spielen auch die Themen Nachhaltigkeit und Minimalismus eine wichtige Rolle. Mit dem Reisen ist das ja aber manchmal schwer zu vereinbaren. Hast du dir ein persönliches Limit gesetzt, was Flugreisen angeht?

Das ist ein schwieriges Thema. Nachhaltigkeit und Minimalismus versuche ich eher auf YouTube zu behandeln, weil man dazu viel erzählen kann und Leute sich das auch lieber als Video angucken. Mein Reiseverhalten hat sich auch auf jeden Fall total geändert. Ich war fünf Jahre lang eine wirklich extreme Reise-Bloggerin und bin fast zweimal jeden Monat geflogen – bis ich irgendwann in Indien ein Schlüsselerlebnis hatte. Wenn du da vor diesen riesigen Müllbergen stehst, fällt es dir wie Schuppen von den Augen. Da wird einem klar, dass das alles so nicht mehr weitergeht, auch mit dem Fliegen. Es gibt auf jeden Fall Dinge, die ich nie tun würde, wie etwa für fünf Tage nach New York fahren. Wenn es ein Langstreckenflug sein muss, würde ich mich auf einen im Jahr beschränken und eher drei bis vier Wochen bleiben. Vor allem jetzt in der Corona-Zeit frage ich mich immer mehr, wie ich das Reisen mit einem nachhaltigen Leben vereinbaren kann. Der Tourismus hat auch viele positive Aspekte, viele Menschen leben davon und man sichert dadurch auch Existenzen. Gar nicht mehr Reisen ist für mich auch keine Option, sondern superbewusst reisen. Auswählen, welche Touren man macht und auf jeden Fall Geld im Land lassen, bei den Einheimischen!

Als Reise-Bloggerin mit deiner Reichweite hast du ja auch eine gewisse Verantwortung. Wenn du einen Ort oder bestimmte Touren empfiehlst, gehen Leute womöglich verstärkt dorthin. Machst du dir manchmal Sorgen, dass du einen Geheimtipp verrätst und dieser Ort dann total überlaufen wird?

Ja, das liegt natürlich nicht nur an mir, aber in Portugal ist das richtig krass gewesen mit dem Camper-Tourismus. Ich hab auch einen Artikel dazu, der irre viel geklickt wird. Portugal wird in der Hinsicht immer beliebter, die Einheimischen sind aber von der Infrastruktur her gar nicht darauf ausgelegt. Neben den Tipps muss man dann auch etwas Aufklärungsarbeit leisten, was Verhaltensregeln angeht. Viele sehen sich da nicht in der Verantwortung und fragen sich gar nicht, ob sie dort mit ihrem Camper überhaupt stehen und übernachten dürfen. Viele denken sich: Ich bin nur für eine Nacht hier. Aber wenn das eben jeder denkt, nimmt das extreme Ausmaße an. Wenn man hier die Küste entlanggeht, liegt 20 Meter vom Parkplatz in den Küstenweg hinein überall Klopapier, weil die Menschen die Natur nicht respektieren. Das ist ein Riesenproblem!

Im vollständigen Podcast-Gespräch mit Christine erfährst du, wie viele Gedanken sie sich als Bloggerinn um eine authentische Darstellung auf Reisefotos macht und was du auf ihren Online-Coaching-Reisen lernen kannst: 

Vielen Dank für das Interview, Christine!

Viele Reiseziele sehen in Wirklichkeit gar nicht so aus wie uns die geschönten Bilder von Influencern glauben lassen wollen. Hier kommt der Reality-Check: 

Erwartung vs. Realität: SO sehen beliebte Traumziele tatsächlich aus!

Erwartung vs. Realität: SO sehen beliebte Traumziele tatsächlich aus!
BILDERSTRECKE STARTEN (21 BILDER)
Bildquelle:

Christine Neder

Hat Dir "Christine Neder von Lilies Diary: „Nicht mehr reisen, ist für mich keine Option“" gefallen? Dann schreib uns einen Kommentar oder teile unseren Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook, Pinterest oder Instagram folgen.

Was denkst Du?

Galerien

Lies auch

Teste dich