Wut- und Schreianfälle

Provokation ist Persönlichkeitsentwicklung

Provokation ist Persönlichkeitsentwicklung

Wenn Dein Kind selbstständig wird und seine eigene Persönlichkeit entdeckt, dann ist das nicht immer ein Grund zum Feiern. Schreien, treten, schlagen oder sogar beißen – wenn Kinder provozieren, dann bitte ganz tief Luft holen und bis zehn zählen.

Wenn Kinder provozieren

Provokation sollte nicht zu ernst genommen werden.
Um Provokationen und Stress zu vermeiden, solltest Du mit gutem Beispiel vorangehen.

Gestern noch konntest Du mit Deinem Kind noch ganz gemütlich Zähne putzen und im Bett noch eine Geschichte lesen. Heute kämpfst Du schon seit einer halben Stunde im Badezimmer mit Deinem Kind, das sich partout nicht die Zähne putzen will und nur schreit und brüllt. Du fragst Dich bestimmt, warum Dein Kind sich so benimmt und was noch viel wichtiger ist, wie Du ruhig Blut bewahren sollst, wenn gerade eigentlich gar nichts mehr funktioniert.

Ruhig bleiben !

Das oberste Gebot lautet: Ruhe bewahren ! Bitte nicht verzweifeln oder gar ausrasten. Wenn das Geschrei schon eine halbe Stunde dauert und Dir bereits die Ohren klingeln, dann fällt es schwer, nicht in die Luft zu gehen, aber Du kannst sicher sein, dass sonst nur noch schlimmer wird.
Sei der Erwachsene. Es funktioniert überhaupt nicht, Gleiches mit Gleichem zu vergelten – im Gegenteil! Zeig Deinem Kind, dass Du seine Provokationen nicht ernst nimmst und dass ein solches Benehmen zu nichts führen. Auf die lautstarken Wutanfälle deines Kindes solltest du am besten gar nicht reagieren, denn Aufmerksamkeit verstärkt sie nur und Dein Kind sollte lernen, dass es sich auf andere Art und Weise Gehör verschaffen muss, wenn es etwas will. Wenn Ignoranz dem Theater kein Ende bereitet, dann zeig Deinem Kind, dass Provokationen auch böse Folgen haben können: Wer sich abends nicht die Zähne putzt, der bekommt am nächsten Tag auch keine Süßigkeiten. Wichtig ist, dass Fehlverhalten und Konsequenzen in direktem Zusammenhang stehen, denn sonst wirken diese Maßnahmen auf Dein Kind völlig willkürlich und ziehen nur neue Wutausbrüche nach sich.

Eskalation vermeiden

Um künftig Provokationen und Stress zu vermeiden, solltest Du mit gutem Beispiel vorangehen und Dich besonders in Konfliktsituationen ruhig verhalten. So demonstrierst Du Deinem Kind, wie es sich am besten benimmt, wenn mal etwas nicht ganz nach seiner Nase läuft. Solltest Du doch mal wieder die Kontrolle über die Situation verlieren, dann versuche zu erkennen, was diese Situation ausgelöst hat. Oft hilft es schon, den Aggressionsfaktor abzuschalten, wie zum Beispiel ein kaputtes Spielzeug oder ein Gegenstand in unerreichbarer Höhe, der Dein Kind zur Weißglut bringt.
Bevor die Situation völlig eskaliert, versuche mit Deinem Kind an die frische Luft zu kommen. Ein Spaziergang oder Bewegung allgemein hilft, Aggressionen abzubauen und beruhigt somit nicht nur Dich, sondern auch Dein Kind. Wenn Wutanfälle oder völlig unkontrollierte Stimmungsschwankungen jedoch über einen längeren Zeitraum an der Tagesordnung stehen, solltest Du Dich nicht scheuen, Deinen Kinderarzt darauf anzusprechen. Er kann Dich umfassend beraten, welche Persönlichkeitsentwicklungsschritte in welchen Phasen normal sind.

Demonstriere Deinem Kind gegenüber Ruhe und Gelassenheit. Wenn das nicht hilft und die Situation trotzdem eskaliert: Ab nach draußen. Frische Luft und Bewegung hilft den meisten Kindern Aggressionen abzubauen.

Bildquelle:Dreamstime.com

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