Bauchspiegelung bei Unfruchtbarkeit

Die Bauchspiegelung ist eine der wichtigsten Untersuchungen beim unerfüllten Kinderwunsch. Es ist die relevanteste Methode, um die Eileiter und die weiblichen Genitalien zu untersuchen und eventuelle Ursachen der Kinderlosigkeit zu diagnostizieren. Hier erfährst Du, was Du bei einer Bauchspiegelung beachten solltest.

Den unerfüllten Kinderwunsch durch eine Bauchspiegelung abklären

Wenn es bei Dir mit dem Schwangerwerden nicht klappt, kann das viele Gründe haben. Oftmals steckt hinter einem unerfüllten Kinderwunsch eine organische Störung. Um der Ursache für Deine Kinderlosigkeit auf den Grund zu gehen, eignet sich eine Bauchspiegelung, auch Laparoskopie genannt. Dieses Verfahren gilt unter Medizinern als die einfachste und sicherste Methode, um die Funktionsfähigkeit der weiblichen Geschlechtsorgane genau zu überprüfen. Die Bauchspiegelung ist wesentlich aussagekräftiger als andere Methoden, da sie einen direkten Zugriff auf die Organe ermöglicht. Zudem sind viele Erkrankungen wie zum Beispiel Myome oder Verwachsungen bei anderen Untersuchungsmethoden nicht erkennbar. Bei der Laparoskopie hingegen erkennt Dein Arzt mögliche Erkrankungen sofort, sodass entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.

Bauchspiegelung: Frau beim Arzt

Die Bauchspiegelung kann Klarheit über mögliche Ursachen der Kinderlosigkeit verschaffen.


Vorbereitung auf die Bauchspiegelung

Am Vorabend der Bauchspiegelung solltest Du ab circa 22 Uhr nüchtern bleiben. Das bedeutet, dass Du von diesem Zeitpunkt an nichts mehr essen und trinken und auch kein Kaugummi kauen solltest. Auch auf das Rauchen solltest Du in diesem Zeitraum verzichten. Falls Du aufgrund von Erkrankungen regelmäßig Tabletten oder andere Arzneimittel einnimmst, ist es ratsam, dass Du Deinen Arzt beziehungsweise den Anästhesisten darüber rechtzeitig in Kenntnis setzt. Grund hierfür ist, dass bestimmte Medikamente wie zum Beispiel blutverdünnende Mittel schon einige Tage vor der Bauchspiegelung abgesetzt werden sollten. Da die Laparoskopie durch die Nabelgrube erfolgt, empfiehlt es sich, dass Du Deinen Bauchnabel im Vorfeld der Operation gründlich wäschst, um spätere Probleme bei der Wundheilung zu vermeiden. Wenn Du für gewöhnlich einen Piercing im Bauchnabel trägst, solltest Du dieses schon vor dem Eingriff Zu Hause ablegen. Nach der Spiegelung ist es möglich, dass Dein Bauch unter Umständen noch etwas gebläht ist, weshalb Du, wenn Du bei Deinem Arzt erscheinst, möglichst locker sitzende Kleidung tragen solltest.

Vorgehensweise der Bauchspiegelung

Bei einer Bauchspiegelung wird zunächst eine kleine Nadel durch einen Schnitt in Deinen Nabel in die Bauchhöhle eingeführt. Diese wird außerdem mit Kohlendioxid aufgebläht, damit alle Organe freiliegen, die sonst vom Darm überdeckt werden. Anschließend führt Dein Arzt ein Sichtgerät durch den Nabelschnitt ein, mit dem er dann über eine kleine Kamera Deine Organe auf einem Monitor genauestens betrachten kann. Neben der Kamera verfügt dieses Röhrchen über eine Vergrößerungslinse, eine Lichtquelle und eine Spül- und Absaugvorrichtung zur optimalen Untersuchung. Ein weiterer Schnitt wird im Schambereich gemacht. Der hier eingeführte Stab testet die Beweglichkeit Deiner Organe, indem er sie abtastet. Zuvor spritzt Dein Arzt durch den Scheidengang eine Farbflüssigkeit in Deine Gebärmutter. Mithilfe der kleinen Kamera am Sichtgerät kann er einen eventuellen Austritt der Flüssigkeit durch den Eileiter in die Bauchhöhle erkennen. Stellt Dein Arzt bei der Laparoskopie Krankheiten wie Verwachsungen oder Myome fest, kann er diese unter derselben Narkose noch operativ entfernen. Nach der Behandlung wird das Kohlendioxid aus Deiner Bauchhöhle wieder herausgelassen. Da die Bauchspiegelung als einfacher beziehungsweise als minimal invasiver Eingriff eingestuft wird, kann sie ambulant durchgeführt werden.

Risiken und Nebenwirkungen der Bauchspiegelung

Du brauchst keine Angst vor dem Eingriff zu haben, denn die Risiken und Nebenwirkungen sind bei einer Bauchspiegelung sehr gering. Schwerwiegende Komplikationen treten statistisch gesehen nur ungefähr einmal in 8.000 bis 10.000 Operationen auf. Unter Umständen können aber kleine Verletzungen des Darmes und Blutungen im Bauch entstehen. Diese sind jedoch nicht gefährlich und können in der Regel von Deinem Arzt schnell behoben werden. Wie bei jeder anderen Operation ist es auch bei der ambulanten Bauchspiegelung möglich, dass Entzündungen in Erscheinung treten. Ebenso besteht die Gefahr von Thrombosen oder Nachblutungen. Vor allem kurz nach dem Eingriff ist es möglich, dass Du einen unangenehmen Druck in der Bauchhöhle verspürst, welcher durch die Überreste des Kohlendioxids verursacht wird. Dieser ist zwar harmlos, führt aber möglicherweise dazu, dass Du Dich auch in den folgenden Stunden nach der Behandlung noch etwas unwohl fühlst.

Nicht jeder ist für eine Bauchspiegelung geeignet

Auch wenn die Bauchspiegelung nur geringe Risiken mit sich bringt, ist diese Untersuchungsmethode nicht für alle Menschen geeignet. Solltest Du an einer Herz- oder Lungenkrankheit leiden, wird Dir Dein Arzt von dem Eingriff vermutlich abraten, da die für die Spiegelung notwendige Aufblähung des Bauchraums mit Gas Dein Zwerchfell höher treten lässt und dies Deine mit der Herz- oder Lungenkrankheit einhergehenden Beschwerden verstärken kann. Bei Personen mit starkem Übergewicht ist eine Bauchspiegelung oft nur unter technisch erschwerten Bedingungen durchzuführen. Hier entscheidet der Arzt, ob er den Eingriff vornimmt oder der Laparoskopie eine andere Methode vorzieht.

Wenn Du schon seit einiger Zeit vergeblich versuchst schwanger zu werden, kann der Grund hierfür eine Fehlfunktion der weiblichen Geschlechtsorgane sein. Um der Ursache für Deinen unerfüllten Kinderwunsch auf den Grund zu gehen, eignet sich eine Bauchspiegelung. Dieses Verfahren gilt als gründliche und zugleich schonende – und wenig belastende – Untersuchungsmethode, die nur geringe Risiken aufweist.

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