Crazy Rich
Nina Rölleram 21.08.2018

Mit „Crazy Rich“ kommt am 23. August nach langer Zeit das erste Mal ein Hollywood-Kinofilm mit einem komplett asiatischen Cast in die deutschen Kinos. Da ein Teil meiner Familie aus Malaysia, neben Singapur einem der Hauptdrehorte, stammt, war meine Neugierde geweckt. Normalerweise kann ich Rom-Coms zwar nichts abgewinnen, es gibt aber viele Gründe, warum „Crazy Rich“ anders ist als gewöhnliche Hollywoodschnulzen.

Der Plot von „Crazy Rich“ basiert auf dem Bestseller „Crazy Rich Asians“ von Kewin Kwan und ist schnell erzählt: Rachel Chu (gespielt von Constance Wu) ist eine junge Wirtschaftsprofessorin an der New York University, deren alleinerziehende Mutter aus China in die USA migriert ist. Trotz kantonesischer Sprachkenntnisse verbindet Rachel nur wenig mit ihrer asiatischen Herkunft. Umso gespannter ist sie daher auf den ersten Trip nach Singapur, der Heimat ihres Freunds Paul Young (gespielt von Henry Golding), wo sie dessen Familie kennenlernen soll. Erst auf dem Weg realisiert Rachel, dass ihr Partner aus einer der reichsten Familien Singapurs stammt.

#1 Der erste asiatische Cast seit 1993

Man mag es kaum glauben, aber es ist im Jahr 2018 tatsächlich noch eine Sensation, dass ein großes Hollywoodstudio einen Film mit einem komplett asiatischen Cast produziert. Zuletzt gab es das vor 25 Jahren beim Drama „The Joy Luck Club“. Es mag zwar inzwischen mehr erfolgreiche asiatische Schauspieler geben, jedoch werden auch heute noch asiatische Rollen mit weißen westlichen Darstellern besetzt wie etwa bei der Manga-Verfilmung „Ghost In The Shell“ mit Scarlett Johansson.

Im Trailer bekommst du einen Einblick in den Cast und erfährst, was dich noch in „Crazy Rich“ erwartet:

#2 Mehr als nur ein Kinofilm

Weil „Crazy Rich“ durch seinen asiatischen Cast eine derartige Besonderheit darstellt, ist er für Regisseur Jon M. Chu „mehr als nur ein Film, sondern eine Bewegung.“ In der vergangenen Woche kam der Film mit dem Originaltitel „Crazy Rich Asians“ in die amerikanischen und kanadischen Kinos und war laut dem Nachrichtensender CNBC der erfolgreichste Kinofilm. Grund dafür könnte auch der Twitter-Aufruf von Jon M. Chu sein: Unter dem Hashtag #GoldOpen forderte er Kollegen und andere Kulturschaffende dazu auf, die Vorführungen von „Crazy Rich Asians“ leer zu kaufen.

#3 Die starke Hauptdarstellerin

Die Story einer jungen Frau, die auf die superreiche Familie ihres Partners trifft, hätte man auch anders besetzen können. Anstatt einer Frau aus schlechten sozialen Verhältnissen, die auf ihren Traumprinzen wartet, begegnen sich Rachel und Paul auf Augenhöhe. Beide sind Uni-Professoren und Rachel scheint es nicht auf den Reichtum Pauls abgesehen zu haben. Und obwohl Rachel von Pauls Familie nicht mit offenen Armen empfangen wird, weiß sie sich selbst mit Worten zu behaupten.

Damit ist sie nicht die einzige starke weibliche Rolle in „Crazy Rich“: Meine Lieblingsfigur ist Peik Lin, Rachels ehemalige Kommilitonin und lesbische Freundin aus Singapur, die von der Rapperin Awkwafina gespielt wird. Dank ihr hat der Film zudem eine weibliche Figur, die nicht nur ziemlich lustig ist, sondern auch anders ist als die anderen jungen Frauen in „Crazy Rich“.

Awkwafina Crazy Rich

Peik Lin, Rachels Freundin in Singapur, hat ihren ganz eigenen Style.

#4 Ein ungewohntes Bild von Asien

Auch wenn „Crazy Rich“ keinesfalls die gesamte Bevölkerung Singapurs, sondern nur eine superreiche chinesische Oberschicht darstellt, zeigt er, meiner Meinung nach, doch ein authentischeres Bild Südostasiens als viele westliche Produktionen. Menschen, die noch nie in Singapur oder Malaysia waren, werden beim Anblick dieses Films überrascht sein, wie fortschrittlich und westlich dieser Teil Südostasiens ist.

#5 Der Film macht Lust auf Südostasien

Wenn dein Englisch gut genug ist, würde ich dir ans Herz legen, „Crazy Rich“ unbedingt in der Originalfassung anzusehen. Hier wirst du die feinen Unterschiede der Dialekte und typische malaysische und singlishe (Singlish bezeichnet das Englisch, das in Singapur gesprochen wird) Ausdrücke, wie etwa „Alamak!“, hören. Mich hat es unheimlich gefreut, diesen Dialekt das erste Mal im Kino zu hören.

Spätestens als im Film jedoch gegessen wurde, habe ich Heimweh nach Singapur und Malaysia bekommen. Zu Hause musste ich sofort nach Reisemöglichkeiten auf die Insel Pulau Rawa, eine der wunderschönen malaysischen Drehorte des Films, googeln. Solltest du noch nie in Südostasien gewesen sein, wird dich „Crazy Rich“ bestimmt in Reiselaune versetzen.

Ich zeige dir wie man Pandankuchen, eines meiner Lieblings-Desserts aus Malaysia, zu Hause nachbacken kann.

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Wie besonders es ist, dass ein solcher Film weltweit in die Kinos kommt, habe ich an der Reaktion meiner Familie gemerkt: Meine malaysische Mutter, die sonst nie ins Kino geht, wird sich „Crazy Rich“ auf jeden Fall zusammen mit meiner Schwester ansehen. Selbst wenn du, wie ich, sonst nicht auf Rom-Coms stehst, kann ich dir diesen Film ans Herz legen. Warst du vielleicht schon mal in Singapur oder Malaysia und freust dich schon auf den Film? Erzähl mir mehr in den Kommentaren!

Bildquelle:

Warner Bros. Pictures


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