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Katharina Meyer am 06.07.2017

Wenn es diesen Sommer einen Film gibt, für den du dir deinen Schatz, deine Mutter oder beste Freundin schnappen und sie ins Kino schleifen solltest, ist es das mit Chris Evans und Octavia Spencer besetzte Indie-Drama „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“.

Chris Evans spielt darin Frank Adler, ehemaliger Philosophieprofessor, der nun Boote repariert und die Tochter seiner Schwester Diane großzieht. Diane, so erfährt man im Laufe des Films, war ein Mathegenie, das an einem der bisher ungelösten Mathematikprobleme unserer Zeit arbeitete, bis sie an dem Druck zerbrach und sich das Leben nahm. Ihre Tochter Mary (Mckenna Grace), inzwischen sieben Jahre alt, hat das mathematische Talent ihrer Mutter geerbt.

Trotz ihrer enormen Intelligenz beschließt Frank, Mary auf eine normale Schule zu schicken, da er sich für sie ein normales, glückliches Leben wünscht. Doch schon am ersten Schultag stellt die Lehrerin Bonnie Stevenson (Jenny Slate) fest, dass sie ein kleines Wunderkind vor sich sitzen hat. In einem Versuch, für Mary die Förderung zu gewährleisten, die sie benötigt, wird auch die Oma der Kleinen, Franks Mutter Evelyn (Lindsay Duncan), auf den Plan gerufen, deren Leistungsdruck schon Diane nicht standhalten konnte. Frank und Evelyn ziehen vor Gericht und kämpfen nicht nur um Mary, sondern vor allem um die Frage, ob man eine solche Gabe wie die von Mary zugunsten einer unbeschwerten Kindheit verkümmern lassen könne oder ob Genie ein höheres Gut sei, das es zu beschützen und fördern gilt.

Was ist das größere Geschenk?

Begabt: Mary und Roberta

Was ist wichtiger: Eine unbeschwerte Kindheit oder die richtige Förderung?

Eltern – egal, ob leiblichen oder Zieheltern – liegt in erster Linie das Wohl ihrer Kinder am Herzen. Durch den zwar unkonventionellen aber sehr liebevollen Umgang von Frank mit Mary (die beiden synchronisieren gerne Wrestling-Kämpfe neu und schleppen den einäugigen Kater Fred sogar mit auf eine Bootsfahrt) sieht der Zuschauer, dass der etwas raubeinige Alleinerziehende nur das Beste für seinen Schützling will. Am Leib seiner Schwester hat er bereits aus erster Hand erfahren, wie das Leben für ein Wunderkind aussieht. Statt einer Kindheit, Freunden, Liebe und Lachen stehen Nachhilfestunden zur weiteren Förderung an und Mary würde – wie Frank es so schön ausdrückt – „in einem Forschungszentrum [stecken], wo sie für den Rest ihres Lebens mit irgendwelchen alten Russen über nicht-triviale Nullstellen quatscht“.

Doch auch Großmutter Evelyn wird nicht als die Böse dargestellt, die dem armen Frank seinen Sonnenschein wegnehmen will. Schließlich ist es doch bekannt, dass eine Begabung gefördert werden muss, oder? Die beiden Seiten verhärten sich und der Film reißt an, dass auch Frank, der seinen prestigeträchtigen Unijob an den Nagel gehängt und wegen einer Barschlägerei im Gefängnis landete, ein paar Leichen im Keller hat.

Begabt: Mary ist ein Mathegenie

Mary ist ein Mathegenie

Wie der Originaltitel „Gifted“ in seiner Doppeldeutigkeit (einerseits „begabt“, andererseits „beschenkt“) anreißt, geht es hier um die Frage, welches das größere Geschenk ist: ein glückliches, aber normales Leben oder die Chance, etwas Großes zu tun. Während die Erwachsenen sich streiten, ist Mary sich bereits sicher was sie will, doch wer fragt schon eine Siebenjährige?

Ernstes Thema, lockerer Umgang

Begabt: Frank und Mary

Der Umgang von Frank mit seiner Nichte ist herzerwärmend

Das Potenzial für eine Menge Drama ist da und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich bei „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ nicht auch ein paar Tränchen verdrückt hätte. Doch dem Film von „(500) Days of Summer“-Regisseur Marc Webb und Drehbuchautor Tom Flynn gelingt es, vor allem die Freude und Leichtigkeit, die ein Kind – egal, ob hochbegabt oder nicht – in ein Haus bringt, so einzufangen, dass einem ganz warm ums Herz wird. Großes Lob gebührt da vor allem Kinderstar Mckenna Grace, die Mary mal genervt, mal traurig, aber immer frech und sehr süß spielt. Generell schwingt eine Lockerflockigkeit in der Geschichte mit, die das Drama vor allem zu einem Feel-Good-Movie macht. Chris Evans, diesmal nicht im Superheldenkostüm, aber als Frank dennoch fast schon zu gut, um wahr zu sein, zeigt, dass er kein großes Marvel-Gewumms braucht, um zu glänzen. Der Films, der bei nur sieben Millionen Dollar Produktionskosten in nur einem Monat fast das Dreifache wieder einspielte, startet am 13. Juli in den deutschen Kinos.

Viel bleibt nicht mehr zu sagen, außer: Rein in den Film! Wer auf der Suche nach einem Film ohne viel Schnickschnack, dafür aber mit ganz schön viel Gefühl ist, sollte sich „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ unbedingt angucken. Und wenn auch nur wegen des einäugigen Katers Fred, der fast schon der heimliche Star des Films ist…

Bildquelle: 20th Century Fox

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