Botox gegen Migräne

Schmerzfrei!?

Botox gegen Migräne: So können die Injektionen helfen

Alannah Benferam 09.05.2019

Quälende Schmerzattacken gepaart mit Übelkeit und enormer Lichtempfindlichkeit – mit normalen Kopfschmerzen hat Migräne nichts mehr zu tun. Wer an der Erkrankung leidet, fühlt sich ihr oft schutzlos ausgeliefert. Das Nervengift Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox, soll damit jetzt Schluss machen. Wir haben mit einer Expertin gesprochen, klären die wichtigsten Fragen und verraten: Kann Botox wirklich gegen Migräne helfen?

Frau Dr. Alexandra Buschmann

In Deutschland leiden bis zu neun Millionen Menschen an den heftigen Kopfschmerzattacken. Nicht selten nehmen sie enorm Einfluss auf das Privat- und Berufsleben der Betroffenen. Das Einzige, was oft hilft, ist: Licht aus und ab ins Bett – warten, bis es endlich vorbei geht. So muss es aber nicht sein, sagt Frau Dr. Alexandra Buschmann, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Die meisten Patienten, die sich bei ihr einer Botoxbehandlung unterziehen, machen dies, um Fältchen verschwinden zu lassen. Doch immer öfter kommen auch Migränepatienten zu ihr, die sich durch die Injektion Linderung erhoffen. Mit Erfolg!

Ist Botox wirksam gegen Migräne?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Gründe für Migräne. Wenn es sich jedoch bei der Ursache für die Migräne um eine Reizung bestimmter Nerven durch umliegende Muskeln wie den Schläfen, der Zornesfalte oder der Hinterkopf handelt, könne Botox laut der Ärztin eine positive Wirkung zeigen. Denn, „diese Reizung führt im Gehirn zum Auslösen der Migräne. Botox unterbricht, durch die Schwächung des Muskels, diese Nervenreizung“, erklärt Frau Dr. Buschmann. Während die Anzahl der Anfälle in den meisten Fällen vermindert werde, könne die Migräne in manchen Fällen sogar ganz verschwinden.

Botox gegen Migräne

Eine plötzlich auftretende Migräne macht es den Betroffenen unmöglich, ihrem normalen Leben nachzugehen.

Wie funktioniert die Therapie?

Zuallererst erfordert die Behandlung eine gründliche Anamnese. Das bedeutet, dass der Arzt im ausführlichen Gespräch mit dem Patienten die Ursache der Migräne klärt. Bei Feststellung der Lokalisation wird dort das Botox gespritzt“, erklärt die Expertin. Nach ca. zehn Tagen setze der Effekt von Botox dann ein. Die Anzahl der erneuten Anfälle werde anschließend über weitere zehn Wochen dokumentiert. Es gebe allerdings bestimmte Voraussetzungen, die der Patient vor der Behandlung erfüllen muss. Zum einen müsse er monatlich an rund acht Anfällen leiden und bereits nahezu alle anderen Möglichkeiten der Therapie ausprobiert haben.

Wie lange hält das Ergebnis?

Leider ist der Erfolg, genau wie bei der kosmetischen Verwendung, natürlich zeitlich begrenzt. Während Botox als Mittel gegen Falten rund sechs Monate halten kann, wird Botox gegen Migräne deutlich schneller vom Körper abgebaut und wirkt meist rund drei Monate. Das hat schlichtweg mit den unterschiedlichen Stellen und den kleineren Dosen, die für die Bekämpfung von Migräne gespritzt werden, zutun.

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Kann Botox auch bei normalen Kopfschmerzen gespritzt werden?

Wenn Botox sogar bei starken Migräneanfällen hilft, liegt der Gedanke natürlich nah, sich auch bei herkömmlichen Kopfschmerzen so Linderung zu verschaffen. Und tatsächlich gebe es Patienten, die dies nach einer kosmetischen Botoxbehandlung als Nebeneffekt verspürt haben. Auch bei ‚normalen‘ Spannungskopfschmerzen berichten viele Patienten über eine deutliche Besserung beziehungsweise ein Verschwinden der Kopfschmerzen“, so die Fachärztin. Trotzdem sei der Einsatz von Botox nicht für alle unterschiedlichen Arten von Kopfschmerzen geeignet. Hinzu kommt der hohe Preis. Bei durchschnittlich 450 Euro pro Behandlung wäre eine Injektion bei jedem leichten Kopfschmerz wohl wirklich zu teuer.

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Ob Botox gegen Migräne eingesetzt werden kann, muss also individuell entschieden werden. Grundsätzlich solltest du aber, wenn du den Kopfschmerzattacken neigst, auch selbst versuchen, ihnen so gut es geht vorzubeugen. Es kann nicht nur helfen, auf bestimmte Lebensmittel und Alkohol zu verzichten, sondern auch Stress zu vermeiden und Entspannungstechniken anzuwenden. Würdest du die Botox-Behandlung ausprobieren? Verrat es und gerne in den Kommentaren.

Bildquelle:

stocksy/Di Na; Science Photo Library/iStock; Frau Dr. Buschmann


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