Male and female hands are holding a condom in yellow pack Pop art style
Helena Serbentam 02.03.2018

Die Zahlen der Menschen, die sich mit Syphilis und Tripper infiziert haben, steigen seit 2010 wieder deutlich an. In ganz Westeuropa ist die Tendenz von Ansteckungen bei sexuell übertragbaren Infektionen ähnlich. Woran liegt es, dass junge Menschen derart gefährdet sind?

Allgemein gelten wir als Generation, die sexuell befreit aufwächst. Freizügige Werbung und Pornografie sind omnipräsent. Doch wenn es zu den negativen Seiten von Geschlechtsverkehr kommt, sind wir ziemlich abgerutscht. Im Jahr 2000 galt die Erkrankung Syphilis als nahezu ausgestorben. Seitdem wächst die Zahl der Erkrankungen laut einer Erhebung durch das Robert Koch-Institut um jährlich 20 Prozent. Die Statistik zeigt, dass die Erkrankungen 2001 noch bei rund 1500 lag. 2016 gab über 7000 Neu-Infektionen:

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellte außerdem eine Veränderung im Bewusstsein für Krankheiten fest: 2016 sind Tripper, Chlamydien und Schamlausbefall im Volksmund angekommen. 1996 kannte die deutsche Bevölkerung nur Syphilis und Gonorrhö.

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Dazu will keiner stehen

Charlotte* (23) ist eine der Patientinnen, die sich mit einer STD (sexuell übertragbaren Krankheit) angesteckt hat. Ein Gynäkologe attestierte ihr Chlamydien, sehr kleine, gramnegative Bakterien, die sich als Parasiten innerhalb einer Wirtszelle vermehren. Einige Experten halten Dating-Apps für die Ursache der vermehrten Infektionen. Doch Charlotte hält diese nicht für die Ursache: „Natürlich ist es so, dass wenn die Menschen mehr Sex haben, es auch wahrscheinlicher zu mehr Krankheiten kommt. Aber Datingapps verändern ja eher, wo man die Leute trifft und wenn man in eine Bar oder in den Club geht, kann es ja genauso passieren.“ Die Ursache sieht sie eher darin, „dass die Leute sich nicht eingestehen wollen, dass sie vielleicht eine Krankheit haben, nicht zum Arzt gehen und sich so noch viel mehr Leute anstecken können.“

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Geschlechtskrankheiten stigmatisieren

Schuld gibt Charlotte auch der mangelnden, allgemein gesundheitlichen Aufklärung. „Ich würde mich als recht aufgeklärten Menschen bezeichnen. Generell glaube ich aber, dass wenig über STD’s aufgeklärt wird. Das Thema wurde in der Schule, mit Ausnahme von HIV, gänzlich ausgesperrt und so musste ich mir alles selber anlesen.“ Charlottes These wird von der BZgA gestützt. Tatsächlich plant die BZgA laut der Ärztezeitung bereits 2017 vermehrt Vorträge von Ärzten in Schulen. Seit Kurzem machen auch Kondom-Hersteller auf die Gefahren von Tripper aufmerksam:

Anzahl der HIV-Erkrankungen sinkt

Gegen diesen Trend entwickeln sich die Zahlen der Neuindizierungen mit HIV in Deutschland seit 2012 wieder leicht rückläufig. Das zeigt eine weitere Statistik des Robert-Koch-Instituts:

Doch ob sich daraus ein richtiger Trend entwickelt, werden die Experten erst in den nächsten Jahren sagen können.

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Es ist ausgerechnet unsere angeblich so aufgeklärte Generation, die sich wieder vermehrt mit sexuell übertragbaren Krankheiten ansteckt. Es zeigt, dass unsere Gesellschaft nicht zu viel über Sex redet, sondern eindeutig zu wenig. Gefahren und Risiken bei unvorsichtigem Verhalten werden bisher offenbar bei der Aufklärung zu sehr ausgespart.

* Name von der Redaktion geändert

Bildquelle:

iStock/Getty Images Plus/Teabrew


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