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Entschlacken

Darmsanierung und Darmreinigung: Geheimwaffe für die Gesundheit?

darmreinigung
© iStock/Anastasiia Yanishevska

Wer einmal gefastet hat oder sich mit seiner Darmgesundheit auseinandergesetzt hat, ist sicher auch schon einmal auf die Themen Darmreinigung und Darmsanierung gestoßen. Oft werden die beiden Begriffe synonym verwendet. Es gibt jedoch ein paar Unterschiede. Beides soll entgiftend bzw. entschlackend wirken und angeblich sogar beim Abnehmen helfen. Wir erklären dir, was dahintersteckt und wie du eine Darmreinigung und eine Darmsanierung zuhause selber machen kannst.

Darmreinigung und Darmsanierung: Was ist der Unterschied?

Eine Darmreinigung bezeichnet in erster Linie genau das, was der Begriff bereits vermuten lässt: Der Darm soll gereinigt werden. In der Schulmedizin wird sie daher zum Beispiel vor einer Darmspiegelung oder bei Verstopfungen empfohlen. Auch vor dem Fasten wird häufig zu einer Darmreinigung geraten, da ein leerer Darm zu einem geringeren Hungergefühl führt. Eine Darmreinigung wird meist mithilfe von Abführmitteln oder mit einer Darmspülung durchgeführt. Häufig wird der Begriff auch dann verwendet, wenn eigentlich eine Darmsanierung gemeint ist. Diese geht nämlich noch einen Schritt weiter. Der Darm wird zwar im ersten Schritt ebenfalls gereinigt, im zweiten Schritt soll jedoch eine gesunde Darmflora aufgebaut werden.

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Der Darm ist bekanntlich ein wichtiges Zentrum für unsere Gesundheit. Er beeinflusst unser Immunsystem, unsere Haut und sogar unser Gewicht. Deshalb hoffen viele auch durch eine Darmsanierung abnehmen zu können. Bei einer Darmsanierung wird meist mit einer Ernährungsumstellung, aber auch mit Präparaten gearbeitet, die Prä- oder Probiotika, also bestimmte Stämme an Darmbakterien, enthalten. In der Schulmedizin ist eine Darmsanierung kein gängiges Instrument, da es hierzu bisher nur sehr wenig Forschung gibt. In der Naturheilkunde hingegen schwören viele auf die Heilmethode.

Wie kann ich eine Darmreinigung zuhause selbst machen?

Egal ob du nun eine Darmreinigung machen möchtest, um eine Verstopfung zu bekämpfen oder dies als ersten Schritt für deine Darmsanierung siehst, das Prozedere kannst du ganz einfach zuhause durchführen. Eine Darmreinigung funktioniert entweder über abführende Mittel oder über einen Einlauf. Häufig wird auch beides miteinander kombiniert.

Darmreinigung mit Hausmitteln

Zum Abführen eignen sich unter anderem folgende Hausmittel:

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Glaubersalz und Bittersalz gibt es in der Apotheke, aber zum Beispiel auch bei Amazon. Die Salze haben eine abführende Wirkung, da sie den Stuhl verdünnen. Um diese zu erzielen, werden ca. 20 g Salz mit 500 ml Wasser genommen. Die genaue Dosierung solltest du dir am besten auf der Packungsbeilage deines gewählten Präparats durchlesen. Die Wirkung tritt ein bis drei Stunden nach Einnahme auf. In der Zwischenzeit sollten viel Wasser oder Tee getrunken werden. Rizinusöl hat einen ähnlichen Effekt. Durch die Einnahme von ca. 2 EL tritt der Effekt nach zwei bis acht Stunden ein. Beide Varianten zur Darmreinigung sind nur für die einmalige Anwendung vor einer Fastenkur oder einer Darmspiegelung oder bei akuter Verstopfung gedacht. Wer hingegen häufiger Probleme mit Verstopfung hat, sollte eher auf Hausmittel wie Flohsamenschalen oder Leinsamen setzen. Sie haben keine starke abführende Wirkung, machen den Darminhalt allerdings weich.

Darmreinigung mit Einlauf

Eine weitere Möglichkeit zur Darmreinigung ist ein Einlauf. Auch dieser wird in erster Linie vor einer Darmspiegelung oder bei starker Verstopfung empfohlen und teils auch vor dem Fasten durchgeführt. Hierbei gibt es zwei verschiedene Arten: die Darmspülung mit einem Irrigator, mit dem bis zu zwei Liter Wasser in den Darm einführt werden können und die Darmspülung mit einem Klistier, bei dem nur ca. 250 ml eingeführt werden, die lediglich den Enddarm reinigen. Beide Geräte werden rektal eingeführt und pumpen Wasser in den Darm, das anschließend mitsamt Darminhalt wieder rausfließt. Der Irrigator wird dabei allerdings bis zu 30 cm in den Anus eingeschoben. Hier ist also besonders große Vorsicht geboten, damit es nicht zu Verletzungen kommt. Auch kann durch die große Wassermenge, die bis in den Dickdarm vordringt, der Elektrolytehaushalt gestört werden und es kann zu Kreislaufproblemen kommen. Daher sollte ein solcher Einlauf am besten mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin abgesprochen werden. Nach der Darmreinigung fühlen sich viele Menschen leichter und fitter, viele Ärzt*innen führen das allerdings vor allem auf einen psychologischen Effekt zurück.

Wann ist eine Darmsanierung sinnvoll?

Die Darmsanierung geht, wie anfangs erwähnt, noch einen Schritt weiter als die Darmreinigung. Es geht nicht nur darum, den Darm von Rückständen zu befreien und so zu entschlacken, sondern vor allem auch darum, die Darmflora zu stärken und wieder aufzubauen. Denn die Zusammensetzung unserer Darmflora hat nachweislich Auswirkungen auf unser Immunsystem, unsere Psyche, Haut und unser Gewicht – eigentlich beeinflusst sie so ziemlich alles in unserem Körper. Der Darm wird von zehn bis 100 Billionen ganz unterschiedlichen Bakterien bewohnt, die zusammen die Darmflora bilden. Sie wirken sich auf die Verdauung und die Darmflora aus, in der ein Großteil unserer Immunzellen sitzt. Nach einer Therapie Antibiotika kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten. Aber auch Magen-Darm-Erkrankungen und eine einseitige Ernährung mit wenig Ballaststoffen und viel Zucker, können die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Vor allem die Ernährung spielt eine wichtige Rolle, Ballaststoffe etwa sorgen dafür, dass die Darmflora vielfältig bleibt und von vielen verschiedenen Bakterienstämmen gebildet wird, Zucker hingegen fördert das Wachstum bestimmter Darmbakterien, die wiederum andere verdrängen.

Kurzfristig kann eine gestörte Darmflora zu einem Blähbauch, Durchfall, Bauchschmerzen und anderen Magen-Darm-Problemen führen. Langfristig können jedoch auch folgende Erkrankungen in Zusammenhang mit der Darmflora stehen:

  • chronische Verdauungsprobleme
  • Reizdarm und Reizmagen
  • Darmpilz und Scheidenpilz
  • Akne und andere Hautprobleme
  • Antriebslosigkeit bis hin zu depressiven Verstimmungen
  • chronische Kopfschmerzen und Migräne
  • Rheuma und Gelenkbeschwerden
  • immer wiederkehrende Infektionen
  • Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Übergewicht
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Auch unreine Haut kann durch eine gestörte Darmflora verursacht werden. Was die Pickel in deinem Gesicht über deine Gesundheit verraten, erklären wir dir im Video:

Face Mapping: Das verraten Pickel im Gesicht über die Gesundheit Abonniere uns
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Dass eine Darmsanierung hilfreich ist, klingt also erst mal naheliegend. In der Schulmedizin wird bisher allerdings nur selten auf dieses Mittel gesetzt, da es nur schwer zu sagen ist, was genau eine „gute“ und was eine „schlechte“ Darmflora ist. Hierzu gibt es bestimmte Anhaltspunkte, die Studienlage ist aber nicht aussagekräftig und es gibt kein Patentrezept. Wer jedoch unter einer der oben genannten Problematiken leidet, kann die eigene Darmflora untersuchen lassen und mithilfe etwa einer Heilpraktikerin oder eines Heilpraktikers eine entsprechende Kur durchführen.

Welche Mittel sind gut zur Darmsanierung?

Für die Darmsanierung kommen meist Prä- und Probiotika oder eine Mischung aus beiden, sogenannte Synbiotika, zum Einsatz. Präbiotika sind ballaststoffreiche, unverdauliche Pflanzenfasern, die die Darmaktivität verbessern sollen. Probiotika sind hingegen lebende Organismen. Je nach Präparat sind verschiedene Bakterienstämme enthalten, die dem Mikrobiom fehlen könnten. Im Handel gibt es sowohl universelle Präparate als auch solche, die auf bestimmte Krankheitsbilder abgestimmt sind. Die Präparate sind sowohl in Pulverform als auch als Kapseln oder in flüssiger Form erhältlich.

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Wer seine Darmflora aufbauen möchte, sollte allerdings nicht nur auf Nahrungsergänzungsmittel setzen, sondern in erster Linie an einer ausgewogenen, ballaststoffreichen und zuckerreduzierten Ernährungsumstellung arbeiten. Auch ist es sinnvoll, zu weniger verarbeiteten Lebensmitteln zu greifen und Alkohol zu meiden. Gut für die Darmflora sind etwa folgende Lebensmittel:

Kann man durch eine Darmsanierung abnehmen?

Da unsere Darmflora unsere Verdauung maßgeblich mitgestaltet, ist sie auch mitverantwortlich dafür, wie viele Kalorien wir aus bestimmten Lebensmitteln ziehen. Bei schlanken Menschen ist die Darmflora Studien zufolge tendenziell artenreicher, bei mehrgewichtigen Menschen ist häufig der Stamm der Firmicutes besonders stark vertreten. Diese Bakterien gelten als besonders gute Futterwerter. Sie ziehen bis zu zehn Prozent mehr Kalorien aus der Nahrung und stärken den Heißhunger nach Süßem und Fettigem. Eine Darmsanierung kann im Abnehmprozess also durchaus sinnvoll sein. Mehr dazu, was du hierbei beachten musst, erfährst du in diesem Artikel. Eine Darmsanierung eignet sich allerdings auch nicht als einziges Mittel zum Abnehmen. Eine gesunde Ernährung und genügend Bewegung sind hier die wichtigsten Pfeiler.

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