Scheidentrockenheit
Katja Nauckam 29.08.2017

Du leidest unter Scheidentrockenheit? Eine trockene Vagina kann vor allem beim Sex sehr unangenehm sein. Wir verraten dir, wie du das feuchte Milieu wiederherstellst und Sex endlich wieder Spaß macht.

Symptome und Ursachen einer trockenen Scheide

Es sind viel mehr Frauen von Scheidentrockenheit betroffen als allgemein bekannt. Denn kaum eine Frau redet offen darüber. Vor allem beim Geschlechtsverkehr macht sich eine trockene, wunde Vagina negativ bemerkbar, da sie beim Eindringen des männlichen Glieds schmerzt und durch den Juckreiz den sexuellen Genuss ausbremst.

Scheidentrockenheit Symptome

Scheidentrockenheit: Symptome sind Jucken und Brennen im Schritt.

Im Normalfall ist unsere Scheide ständig feucht, da die Scheidenwand sowie einige Drüsen der Gebärmutter wichtige Sekrete absondern. Wenn wir Geschlechtsverkehr haben, werden unsere Drüsen angeregt und die Scheide produziert ein natürliches Gleitmittel, dass das Liebespiel angenehmer macht. Außerdem wirkt das natürlich saure Scheidenmilieu dem Wachstum von krankheitserregenden Keimen entgegen. Wenn dieses Milieu gestört ist, können sich Keime wie Vaginalpilze leichter festsetzen. Daher ist es wichtig, dem Scheidenpilz vorzubeugen.

An Scheidentrockenheit leidest du, wenn sich folgende Symptome zeigen:

  • dein Intimbereich sich wund anfühlt,
  • die Scheidenhaut juckt und brennt,
  • deine Vagina beim Toilettengang gereizt ist,
  • du Schmerzen beim Sex hast,
  • und Radfahren sowie langes Sitzen im Schritt unangenehm sind

Du fragst dich, warum deine Scheide nicht ausreichend Feuchtigkeit produziert? Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Folgende Ursachen können dafür in Frage kommen:

  • hormonelle Umstellung kurz vor oder in den Wechseljahren
  • hormoneller Einfluss während der Schwangerschaft und in der Stillzeit
  • chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Endometriose
  • Langzeiteinnahme einer niedrig dosierten Pille bzw. Mikropille
  • Einnahme von Medikamenten, die den Östrogenspiegel senken
  • starkes Rauchen
  • übertriebene Intimhygiene
  • Folge einer Pilzinfektion

Nicht immer wirst du der Ursache direkt auf den Grund kommen. Denn es können auch psychische Gründe für eine vorübergehende Scheidentrockenheit sorgen. Hast du vielleicht Sorge oder Ängste? Quält dich beruflicher Stress? Du solltest in jedem Fall auch offen gegenüber deinem Partner sein, denn wenn ihr gerade Probleme habt, wirkt auch das sich auf deine emotionale Einstellung zum Sex aus und du wirst eventuell nicht ausreichend feucht.

Scheidentrockenheit: Was tun?

Je nachdem woher die fehlende Feuchtigkeit deiner Scheide rührt, gibt es einiges, was du dagegen tun kannst. Also kein Grund zur Verzweiflung. Wir haben die besten Hausmittel und Tipps zusammengestellt.

#1 Milchsäurepräparate

Viele Frauen bekommen nach einer vaginalen Pilzinfektion eine trockene Scheide, da der Pilz die oberste Hautschicht der Vagina angegriffen hat. Jetzt ist es wichtig, die Haut zu pflegen und diese Schicht wiederaufzubauen. Dabei kannst du deinen Körper unterstützen, indem du Milchsäurepäparate wie Tabletten oder Gel in der Vagina anwendest.

#2 Vaginal-Cremes

Eines der am häufigsten von Ärzten empfohlenen Mittel zur Bekämpfung einer Scheidentrockenheit sind Befeuchtungsgels oder -cremes. Sie spenden deiner Vagina Feuchtigkeit, ohne dich mit zusätzlichen Hormonen zu belasten. Damit sollten auch deine Schmerzen beim Radfahren und Sex gelindert werden. Solche Cremes erhältst du rezeptfrei in jeder Apotheke oder online. Der Vorteil dieser Cremes ist, dass du sie auch als Gleitgel verwenden und deine Vagina vor dem Sex perfekt vorbereiten kannst. Dann flutscht es wie von selbst!

Achtung: Manche solcher Cremes enthalten Öle, die Kondome beschädigen können. Wenn du und dein Partner mit Kondomen verhüten, solltest du vorher den Beipackzettel prüfen, damit die Verhütung auch gewährleistet ist.

#3 Richtige Intimpflege

Intimhygiene ist sehr wichtig, doch es gibt leider auch die falsche Pflege. Parfümierte Intimwaschlotionen oder auch feuchtes Toilettenpapier greifen den Schutzmantel deiner Haut an. Wenn du weißt, dass du zu einer trockenen Scheide neigst, solltest du deine Intimzone am besten mit einer sanften Waschlotion behandeln und auf parfümierte Sprays verzichten. Während deiner Periode ist es übrigens besser von Tampons auf Binden umzusteigen, da Tampons jegliche Feuchtigkeit absorbieren.

8 einfache Tipps für deine Intimpflege

#4 Unterwäsche wechseln

Auch wenn sexy Unterwäsche dir wichtig ist und dein Schatz nicht auf deinen Anblick im String verzichten möchte: Bei starker Scheidentrockenheit tust du deiner Vagina etwas Gutes, wenn du auf sehr enge Höschen und Strings verzichtest. Denn diese reizen die empfindliche Haut im Intimbereich vor allem beim Laufen noch mehr und begünstigen die Trockenheit. Achte dabei vor allem auf natürliche Stoffe und weniger synthetische Fasern.

Scheidentrockenheit Was tun

Durch Sport sorgst du für Durchblutung und mit Yoga entspannt sich dein Körper besser.

#5 Durchblutung durch Sport anregen

Wichtig für eine gut durchfeuchtete Intimzone ist auch eine ordentliche Durchblutung, denn diese regt die Arbeit der Drüsen an. Du musst nicht gleich einen Marathon laufen, es hilft jedoch, wenn du als Sportmuffel täglich einen Sparziergang machst. Am besten ist natürlich ein tägliches Workout, das den Kreislauf in Schwung bringt und deinen ganzen Körper fit hält.

#6 Stressbewältigung und Entspannungsübungen

Wenn du kurzzeitig unter sehr viel Stress leidest, kann sich das ebenso auf den Feuchtigkeitsmantel deiner Intimzone auswirken. Nimm dir unbedingt morgens oder abends die Zeit für etwas Yoga, Meditation oder eine Auszeit für dich. Sollte deine Beziehung gerade eine emotional angespannte Phase durchleben, ist es wichtig, dies zu klären. Manchmal hilft schon ein gemeinsamer Kurztrip, um Probleme aus der Welt zu schaffen und wieder durchatmen zu können. Sei ehrlich zu dir und zu deinem Partner und sprecht gemeinsam darüber. Wenn etwas zwischen euch steht, wird auch euer Sexleben davon beeinträchtigt.

Scheidentrockenheit Masturbation

Hand anlegen ist jetzt erlaubt!

#7 Regelmäßiges Masturbieren

Hast du gedacht, bei einer trockenen Scheide müsstest du auf die Zeit mit dir selbst verzichten? Auf keinen Fall! Wie du sicherlich weißt, kurbelt deine Vagina bei sexueller Erregung die Produktion der Scheidenfeuchtigkeit an. Daher ist es hilfreich, öfter zu masturbieren und ihr sozusagen einen Schubs zu geben.

#8 Leinsamen

Hebammen empfehlen Schwangeren, die unter einer trockenen Scheide leiden, Leinsamen. Denn diese enthalten pflanzliche Östrogene. Auch in den Wechseljahren kannst du täglich einen Löffel Leinsamen in deinen Joghurt mischen. Allerdings helfen solche Hausmittel eher nur bei leichten Beschwerden.

Achtung: Wenn sich deine Scheidentrockenheit mit diesen genannten Maßnahmen nicht bessert, liegt womöglich ein Östrogenmangel oder eine andere medizinische Ursache vor. In diesem Fall solltest du unbedingt deinen Gynäkologen aufsuchen, der dies durch eine Blutuntersuchung feststellen kann. Er wird dir Präparate verschreiben, die dir langfristig helfen können.

Wir hoffen, wir konnten mit unseren Tipps deiner Vagina wieder auf die Sprünge helfen, so dass du bald wieder zu einem erfüllten Sexleben findest. Frauen in den Wechseljahren empfehlen wir das Gespräch mit ihrem Gynäkologen, wenn die Scheidentrockenheit längerfristig anhält. Wusstest du übrigens, dass du die Gesundheit deiner Vagina auch am Geruch erkennen kannst? Wenn du noch einen Tipp hast, wie du dieses Problem in den Griff bekommen hast, dann hinterlasse uns sehr gern einen Kommentar.

Bildquellen: iStock/Slphotography, Barabasa, g-stockstudio, mocker_bat

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