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Internes Schreiben

Warum Drosten gegen kostenlose Corona-Tests an Flughäfen ist

Warum Drosten gegen kostenlose Corona-Tests an Flughäfen ist

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen. Das liegt zu einem kleinen Teil auch daran, dass Reisende das Virus aus dem Urlaub mitbringen. An vielen Flughäfen können Reiserückkehrer sich kostenlos testen lassen. Für einige Risiko-Gebiete ist das sogar Pflicht. Insgesamt werden in Deutschland aktuell immer mehr Corona-Tests durchgeführt. Der Virologe Christian Drosten sprach sich nun in einem Brief an den Berliner Bürgermeister dafür aus, die kostenlosen Tests an Berliner Flughäfen einzustellen. Der Grund: Die Testkapazitäten werden knapp.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist aktuell so hoch wie zuletzt Ende April. Wirklich vergleichbar sind die Werte jedoch nicht. Denn mittlerweile wird viel mehr getestet als zu Hochzeiten der Pandemie. Eigentlich ein guter Weg, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten. Doch es gibt einen Haken an der Sache. Die Testkapazitäten haben nach wie vor ein Limit. Schließlich werden Reagenzien und andere Testmaterialien gerade weltweit benötigt. Bereits in der vergangenen Woche meldeten laut Robert-Koch-Institut 64 Labore einen Rückstau von 17.142 abzuarbeitenden Corona-Proben und 41 Labore gaben zudem Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an.

Laborleiter sehen Testkapazitäten am Ende

In einem internen Schreiben wandten sich Berliner Laborleiter nun an den Berliner Oberbürgermeister Michael Müller (SPD) und die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Der Brief wurde auch von Christian Drosten, dem Chefvirologen der Charité unterschrieben. Darin heißt es nach Tagesspiegel-Informationen unter anderem, die Testung von Reiserückkehrern sei „im Umfang der vergangenen Wochen durch die Berliner Labore nicht mehr möglich“. Auch das Robert-Koch-Institut warnte am Freitag vor Problemen bei der Testauswertung aufgrund der steigenden Zahl an Tests. In der Woche vom 27. Juli zum 2. August wurden dem RKI 578.000 Testergebnisse übermittelt. Zwei Wochen später waren es bereits 875.000.

Wer soll getestet werden?

Durch die erhöhte Zahl an Tests sind auch die Infektionszahlen nur schwer miteinander zu vergleichen. Zwar liegen diese so hoch wie zuletzt im April, allerdings könnte es damals auch eine wesentlich höhere Dunkelziffer gegeben haben. Denn als die Zahl der Neuinfektionen zuletzt so hoch war wie aktuell, wurden nicht einmal halb so viele Tests durchgeführt.

Auch die kostenlosen Tests für Reiserückkehrer sorgen dafür, dass immer mehr getestet wird. Dadurch hat sich auch der Anteil der Reiserückkehrer an den positiven Testergebnissen zuletzt auf über 30 Prozent erhöht. Die häufigsten Neuinfektionen geschehen laut einer Studie des RKI jedoch nach wie vor in Privathaushalten und in Alters- und Pflegeheimen. Im Brief an die Berliner Regierung heißt es deshalb auch, dass die vermehrte Testung von Reiserückkehrern „die Diagnostik im Rahmen der geplanten Testung von Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen“ erschwere.

Dabei ist es laut Drosten gerade wichtig dort zu testen, wo sich viele Menschen auf einmal infizieren. Er spricht sich deshalb für eine Testung von sogenannten sozialen Clustern aus. Dazu gehören zum Beispiel private Feiern, Alten- und Pflegeheime oder Großraumbüros. Wie Drostens Strategie genau aussieht, erklären wir in diesem Artikel:

Infiziert sich eine Person, die zu einem sozialen Cluster gehört, ist die Gefahr groß, dass sie gleich mehrere weitere infiziert. Hält sich ein positiv getesteter Reiserückkehrer nach dem Urlaub hingegen zu großen Teilen in der eigenen Wohnung auf und hat nicht viel Kontakt zu anderen Menschen, stellt er hingegen kein großes Risiko ein.

Corona-Symptome: Das sind die häufigsten Krankheitszeichen

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