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Was bringt die 3. Impfung wirklich? Neue Studienergebnisse aus Israel

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Was bringt die 3. Impfung wirklich? Neue Studienergebnisse aus Israel

Eine dritte Impfung gegen das Coronavirus wird in den letzten Monaten immer stärker diskutiert. Nicht zuletzt, weil im Juni eine Studie aus Israel für Aufruhr sorgte, die dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer plötzlich nur noch eine Wirksamkeit von 64 Prozent gegen eine Ansteckung mit Covid19 attestierte. Als Grund wurde nicht nur die stärker ansteckende Delta-Variante vermutet, sondern auch, dass die Impfung mit der Zeit an Wirksamkeit verliert. Nun gibt es eine neue Studienergebnisse aus Israel, die zeigen, wie eine Booster-Impfung mit BioNTech/Pfizer die Immunität beeinflusst.

In Israel wird mittlerweile eine dritte Auffrischungsimpfung für alle Personen ab 12 Jahren angeboten. In Deutschland ist man hier noch zurückhaltender. Erst kürzlich sprach die Ständige Impfkommission (StiKo) eine Empfehlung für eine Auffrischungsimpfung für alle Menschen über 70 und Menschen mit Immunschwäche aus. Für jüngere Menschen wird die Booster-Impfung noch nicht empfohlen – dabei zeigen die Studienergebnisse auch aus Israel auch hier einen deutlichen Effekt.

Dritte Impfung senkt Infektionszahlen um mehr als das 10-Fache

Laut einer Analyse, die kürzlich im „New England Journal of Medicine“ erschien hat die dritte Impfung, die in Israel mindestens fünf Monate nach der zweiten Dosis verabreicht wird die Zahl der Covid-19-Infektionen um mehr als das 10-Fache gesenkt. Schwere Verläufe wurden fast um das 20-Fache gesenkt. Dazu verglich eine Gruppe Forschender um Yair Goldberg von der Technischen Universität in Haifa die Daten von Senioren, deren dritte Dosis mindestens 12 Tage zurücklag und Senioren, die erst zwei Impfdosen erhalten hatten. In der Booster-Gruppe war die Wahrscheinlichkeit einer Infektion um den Faktor 11,3 niedriger, die eines schweren Verlaufs sogar um den Faktor 19,5. Zuvor hatten Goldberg und sein Team festgestellt, dass Menschen, die ihre zweite Impfung im März 2021 erhalten hatten, um zu 60 % besser vor einer Infektion und zu 70 % besser vor einer schweren COVID-19-Erkrankung geschützt waren als Personen, die bereits im Januar vollständig geimpft wurden.

Booster-Impfung auch bei Jüngeren effektiv

Mittlerweile liegen aus Israel auch Daten über die Wirkung der Booster-Impfung bei jüngeren vor. Ein Forschungsteam um den Biologen Yinon M. Bar-On vom Weizmann Institute of Science analysierten Daten des israelischen Gesundheitsministeriums von über 4 Millionen Menschen. Die Daten wurden zwischen dem 30. Juli und dem 6. Oktober erhoben. Die Forschenden verglichen wie häufig bestätigte Corona-Infektionen, Todesfälle und schwere Krankheitsverläufe bei Menschen, die eine Booster-Impfung vor mehr als 12 Tagen erhalten hatten und Menschen, die noch keinen Booster erhalten hatte, vorkamen. Auch nach diesen Daten infizierten sich dreifach geimpfte Menschen etwa zehnmal seltener. Besonders überraschend: Bei jüngeren Menschen sank das Risiko einer Infektion nach der Auffrischung sogar um das 17,6-Fache.

Die Zahl der schweren Verläufe wurde sogar noch stärker beeinflusst. Bei den über 60-Jährigen sank das Risiko um das 18,7-Fache bei den 40- bis 59-Jährigen um das 22-Fache. Bei Jüngeren Menschen waren die Daten nur schwer vergleichbar, da es hier in beiden Gruppen nur wenige schwere Krankheitsverläufe gab (23 bei den Zweifach-Geimpften und nur einen bei den Dreifach-Geimpften). Auch ein Effekt auf die Sterberate konnte nur bei den über 60-Jährigen ausgewertet werden, das Risiko sank hier um das 14-Fache. Bei jüngeren Menschen waren die Fallzahlen auch nach nur zwei Impfungen zu gering, um einen Vergleich anzustellen.

Viele zögern noch, sich impfen zu lassen, weil sie schwere Nebenwirkungen befürchten. Tatsächlich beruhen viele davon jedoch nur auf Mythen. Im Video klären wir die wichtigsten auf:

Deutlich mehr Antikörper nach Booster-Impfung

Gestützt werden diese Daten auch durch eine weitere Studie mit Teilnehmenden aus der Phase-1-Studie für die Zulassung des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs. Bei 23 Menschen, die ihre dritte Impfung acht bis neun Monate nach der zweiten Dosis erhielten, wurde der Antikörpertiter sowohl gegen die Ursprungsvariante des Virus als auch gegen die mittlerweile vorherrschende Delta-Variante gemessen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Bei den elf Teilnehmenden im Alter zwischen 18 und 55 Jahren hatte der Titer gegen die Delta-Variante einen Monat nach der zweiten Dosis bei 241 gelegen. Einen Monat nach der dritten Dosis war er auf 1.321 angestiegen. Bei den 12 Teilnehmenden im Alter über 65 kam es zu einem Anstieg des Titers von 123 auf 1.479.

Damit könnte die Booster-Impfung in allen Altersgruppen einen deutlichen Effekt haben. Ob die StiKo sie in Deutschland auch unabhängig vom Alter empfehlen wird, ist jedoch weiterhin fraglich. Schließlich hängt die Immunität nicht allein von den Antikörpern ab. Zudem sprechen sich Expert*innen wie der Virologe Christian Drosten auch für einen natürlichen Booster durch eine Infektion bei jüngeren Menschen aus. Das Risiko für einen schweren Verlauf ist hier nach wie vor sehr niedrig. Die Immunantwort nach einer überstandenen Infektion könnte jedoch deutlich größer sein als nach einer Impfung.

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