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App-Test

Diese Erfahrungen habe ich mit „Too Good To Go“ gemacht

Diese Erfahrungen habe ich mit „Too Good To Go“ gemacht

Restaurants und Imbisse müssen jeden Abend Tonnen von Lebensmitteln entsorgen, weil sie nicht verkauft wurden. Mit der App „Too Good to Go“ kannst du bereits zubereitete Backwaren und Gerichte vor der Mülltonne retten. Doch wie gut funktioniert die App gegen Lebensmittelverschwendung wirklich? Meine Kollegin Christin und ich haben es ausprobiert!

Wie funktioniert „Too Good to Go“?

Die „Too Good to Go“-App kannst du ganz normal im App-Store deines Smartphones herunterladen. Der Download der App ist komplett kostenlos. Bezahlen musst du erst, wenn du ein konkretes Angebot in Anspruch nimmst.

App Too Good To Go
Screenshot „Too Good to Go“

In der Hauptansicht siehst du die teilnehmenden Restaurants, Konditoreien und Bäckereien. Dabei wird dir links immer angezeigt, wie viele Portionen der Laden heute übrig hat, und wie weit er von dir entfernt ist. Unten siehst du, in welchem Zeitraum das Essen abgeholt werden kann und rechts ist vermerkt, wie viel Euro die Portion dich kostet.

Mit einem Klick auf den Anbieter, verrät dir ein Beschreibungstext, welche Leckereien konkret im Laden übrig bleiben können, zum Beispiel Wraps, Salate oder Cupcakes. Außerdem wird dir mitgeteilt, ob die Portionen vom Laden bereits vorbereitet werden, oder ob du frei wählen kannst, was du möchtest.

Bezahlen kannst du per Kreditkarte oder PayPal. Die meisten Preise liegen bei ungefähr drei bis vier Euro und mindestens 50 Prozent unter dem normalen Ladenpreis für das entsprechende Gericht. Davon geht ein Euro pauschal an „Too Good to Go“, die davon wiederum unter anderem umweltfreundliche Verpackungsmaterialien für die einzelnen Betriebe und die Gehälter ihrer Mitarbeiter bezahlen. Nach dem Bezahlen per App erhältst du eine virtuelle Quittung, die du im Laden vorzeigst und vom Verkäufer bestätigen lässt.

Lebensmittelverschwendung ist in Deutschland kein unbedeutendes Problem. Rund 18 Millionen Tonnen Lebensmitteln landen, laut einer aktuellen Erhebung des WWFs aus dem April 2018, jährlich in Abfallcontainern. Dabei wurden Privathaushalte, Supermärkte und Gastronomiebetriebe zusammengerechnet. Allein in der Gastronomie werden rund 10 Prozent der gekochten Gerichte wieder entsorgt.

Lebensmittelverschwendung

Meine persönlichen Erfahrungen

Ich habe mir die App bereits vor über einem Jahr heruntergeladen, als ich einen Bericht darüber in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ im November 2017 gesehen habe. Damals war meine Begeisterung für das Konzept groß, aber es gab kaum Läden in meiner Nähe, die bereits mitmachten. Das hat sich mittlerweile geändert, deshalb hier die Ergebnisse meines kleinen Tests:

# Versuch 1: Eine Bäckerei-Kette

Bei meinem ersten Test von „Too Good to Go“ bin ich noch etwas unsicher und aufgeregt. Was wird gleich in meiner Tüte landen? Wird man mich schief angucken? Der Kauf mit meinem PayPal-Account geht über die App zunächst einmal völlig unproblematisch. Als ich den Laden betrete, wird bereits der Boden gewischt, was mir direkt etwas unangenehm ist. Als ich erzähle, dass ich eine Quittung von „Too Good To Go“ habe, lächelt die Verkäuferin mich jedoch direkt an und ich darf sogar frei wählen, was ich essen mag.

Am Ende landen ein Pizzastück, zwei Laugenzöpfe, zwei Laugenstangen, zwei Croissants, vier Doppelbrötchen, zwei Käsebrötchen und ein Schokobrötchen in meiner Papptüte – und ich staune nicht schlecht. Einerseits, weil ich Waren im Wert von über 10 Euro für 3 Euro bekommen habe. Andererseits, weil mir bewusst wird, dass das alles am Ende weggeschmissen worden wäre. Tatsächlich ist die Ausbeute für mich auch unerwartet groß. Einen Teil der Backwaren friere ich deshalb auch ein.

Was ist Too Good To Go?

Mein Fazit: Ich kannte den Laden bereits vorher, habe dort danach noch zweimal über „Too Good To Go“ gekauft, und werde es auch wieder tun. Meine Erfahrungen waren durchweg positiv.

# Versuch 2: Ein Cupcake-Laden

Direkt fünf Gehminuten von meiner Wohnung befindet sich ein Cupcake-Laden, der vorrangig auf Auftragsbasis arbeitet. Bei einem mir unbekannten Laden eine Bestellung aufzugeben, war mir bisher zu riskant. Umso toller finde ich es, dass sie durch „Too Good To Go“ eine Möglichkeit haben, die stornierten oder nicht abgeholten Aufträge doch noch an Naschkatzen wie mich zu bringen. Vor Ort bekomme ich kurz eine Box in die Hand gedrückt, die zu meiner Überraschung einen bunten Mix aus sieben Cupcakes und zwei Cake-Pops enthält – und das für 3,90 Euro. In meinem Lieblings-Cupcake-Laden hätte ich dafür gerade einmal einen Cupcake bekommen – und vielleicht noch einen Cake-Pop. Ganze vier Cupcakes bekommen mein Mann und ich alleine vernichtet, den Rest verschenken wir an seinen Bruder, der genauso gerne nascht, wie wir.

App gegen Lebensmittelverschwendung

Mein Fazit: Ich bin froh, dass ich den Cupcake-Laden endlich testen konnte, und werde dort demnächst wieder bestellen.

# Versuch 3: Eine kleine Konditorei

Hoch motiviert von den bisherigen Versuchen, wage ich mich an eine kleine Konditorei in Friedrichshain. Dorthin fahren mein Mann und ich etwa zehn Minuten mit dem Auto. Da wir vorher eh in der Gegend unterwegs waren und Wochenende ist, finden wir diesen Umweg allerdings nicht dramatisch. Als wir unsere bereits vorher vorbereitete Box zum Kaufpreis von 3,50 Euro überreicht bekommen, finden wir darin zwei Törtchen und ein Macaron. Im Vergleich zum Cupcake-Laden kurz zuvor, kommt uns das recht wenig vor. Doch die Törtchen schmecken super lecker und sind qualitativ hochwertig.

Too Good To Go Berlin

Mein Fazit: Es war toll mal einen komplett unbekannten Laden auszuprobieren, und da das Café sehr ansprechend und gemütlich wirkte, komme ich bestimmt noch einmal wieder und teste mich noch weiter durch die Karte – und das mit oder ohne „Too Good To Go“!

# Versuch 4: Ein chinesisches Restaurant

Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr mäklig bin – und das besonders mit asiatischem Essen. Deshalb muss für den nächsten Versuch mein Mann ran. Er wählt ein chinesisches Restaurant aus. Hier kann er für 3,90 Euro (statt 15 Euro) die Reste vom All-you-can-eat-Buffet mit nach Hause nehmen. Die Transportbox bekommt er vor Ort und darf frei bestimmen, was er mitnehmen will. Dabei begegnet er übrigens auch zum ersten Mal anderen Nutzern der App. Laut seinen Erzählungen waren diese teilweise ganz schön dreist und unfreundlich den Besitzern gegenüber.

Too Good To Go Erfahrung

Sein Fazit: Auch wenn das Buffet schon ganz schön ausgesucht war, hat mein Liebster trotzdem sehr lecker gegessen. Eine Soße war ihm zwar etwas zu scharf, aber er würde den Laden definitiv auch so mal besuchen.

Die Erfahrungen meiner Kollegin

Während ich bei meinen Bestellungen ziemlich gute Erfahrungen gemacht habe, berichtete mir meine Kollegin Christin von zwei weniger guten Erlebnissen, die sie aber vor allem den von ihr getesteten Restaurants, und nicht der App selbst, anlastet:

„Habe bei einem Inder gekauft, wollte es abholen und da fangen sie im Restaurant erst an, es frisch zu kochen und zuzubereiten. Nicht, dass ich es eilig gehabt hätte, aber hier greift das Konzept mit dem ‚Reste retten‘ einfach nicht. Es sollen nur Kunden in den Laden gelockt werden.

Mein zweiter Versuch war in einem Café. Hier bekam ich, nachdem ich Trinkgeld in die Kasse warf, sogar noch einen Salat mehr. Ausbeute: Zwei Mini-Salate, zwei Focaccia und ein großer Müslijoghurt. Zu Hause angekommen die Enttäuschung: Die Salate waren leider schon hinüber. Den Müslijoghurt habe ich bis zum nächsten Morgen gekühlt, wollte ihn zum Frühstück essen, aber auch dieser war inzwischen ungenießbar. Natürlich kann der Joghurt am Vorabend zur Abholung noch einwandfrei gewesen sein. Letztendlich konnte ich also von meinem zweiten Versuch nur trockenes Focaccia essen.

Neben den Alternativmöglichkeiten der ResQ-App sowie den Essenskörben und FairTeilern auf Foodsharing.de werde ich die TGTG-App aber weiterhin nutzen. Hier stört mich vor allem, dass gerade in meiner Umgebung nur ein Geschäft mitmacht – und ich wohne nur ein bis zwei Stationen außerhalb des Stadtrings von Berlin …“ (Christin)

Diese Vorteile hat die App

  • Neue Läden kennenlernen
  • Etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun
  • Geld sparen
  • Offen für alle sozialen Schichten

Diese Nachteile gibt es

  • Kreditkarte / PayPal-Account notwendig
  • Sehr kurzes (und teilweise auch sehr spätes) Abholfenster
  • Man weiß vorher nicht, was man konkret bekommen wird
  • Kein flächendeckendes Angebot an Restaurants

Tipp: Noch mehr Ideen, wie du Lebensmittelreste kreativ verwerten kannst, findest du hier:

23 geniale Ideen, wie du Lebensmittelreste verwerten kannst

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Welche Alternativen zu „Too Good To Go“ gibt es

Der wahrscheinlich größte Mitbewerber vom dänischen Unternehmen „Too Good To Go“ ist die App ResQ Club. Das ursprünglich finnische Unternehmen fusionierte im Mai 2017 mit dem deutschen Startup Mealsaver. Der große Nachteil der App: Seit der Fusion und der dazu gehörenden Neuausrichtung sind ausschließlich Betriebe in Berlin in der App vertreten. Welche weiteren Food-Sharing-Möglichkeiten es gibt, erfährst du auch in dieser Übersicht von GIGA.

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Wie umweltfreundlich ist dein Lebensstil?

Probiere die App ruhig aus!

Christina Tobias
Christina Tobias

„Too Good To Go“ versucht gegen Lebensmittelverschwendung anzukämpfen. Mir persönlich gefällt die App sehr gut und ich kann sie dir nur ans Herz legen. Falls du ein schlechtes Gewissen hegen solltest, weil du denkst, dass die Gerichte viel besser bei der Tafel aufgehoben wären, kann ich dich beruhigen: Die Tafeln nehmen in der Regel wegen der kurzen Haltbarkeit keine fertig zubereiteten Gerichte an. Außerdem gibt es in der App auch die Möglichkeit direkt an die Tafel zu spenden. Hast du schon die App „Too Good To Go“ getestet? Dann verrate mir deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren!

Bildquelle:

desired, „Too Good To Go“-Screenshot, Statista

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