Grundschulzeugnis richtig entschlüsseln

Sobald es richtige Noten auf dem Zeugnis gibt, ist klar, wo Dein Kind steht: Die Note Eins auf dem Zeugnis bedeutet „sehr gut“ und eine Sechs heißt „ungenügend“. Was aber bedeuten die ausformulierten Bewertungen im Grundschulzeugnis? Hier erfährst Du kompakt zusammengefasst, ob Dein Kind wirklich so gut ist, wie es sich liest oder ob der Schein vielleicht trügt.

Was sagt das Grundschulzeugnis aus?

Nicht nur Arbeitszeugnisse beinhalten Sprachcodes. Auch das ausformulierte Grundschulzeugnis, das in der Schulanfangsphase ausgestellt wird, enthält typische Formulierungen und Sprachbausteine, die Eltern Hinweise darauf geben können, wie leistungsstark ihr Kind in der Grundschule wirklich ist. Zwar gibt es keine einheitlichen, überregionalen Formulierungen, aber den Grundschullehrern stehen vorgefertigte Textbausteine zur Verfügung, die ihnen das Erstellen der Beurteilungen erleichtern sollen. Bei Eltern werfen die Formulierungen im Grundschulzeugnis jedoch nicht selten Fragen auf. Ist eine „sehr kommunikative“ Tochter eher ein Störenfried oder eine leistungsstarke Schülerin, die sich rege am Unterricht beteiligt? Und was heißt eigentlich „größtenteils zuverlässig“? Fest steht: Im Grundschulzeugnis machen oft schon kleine Worte wie „meistens“, „fast“ und „sehr“ einen großen Unterschied.

Grundschulzeugnis: Verwirrter Schüler

Das Grundschulzeugnis gibt Auskunft über die Leistungsbereitschaft, das Sozialverhalten und den Lernstand Deines Kindes.


Grundschulzeugnis: Welche Formulierung entspricht welcher Note?

Ein Grundschulzeugnis enthält keine eindeutigen Noten und das ist auch gut so. Schließlich sollen die Kleinen nicht bereits durch sture Zahlen unter Druck gesetzt werden und so noch schlechter lernen können. Dennoch gibt es für Eltern einige versteckte Hinweise im Zeugnis, die auf den Stand ihres Kindes hindeuten. So ist es Dir als Mami möglich, Dein Kind bereits in einigen Bereichen zu unterstützen, ohne dass es gleichzeitg vorgesetzt bekommt, dass es nicht so gut ist, wie seine Klassenkameraden. So ist die Formulierung „war stets für alle neuen Lerninhalte zu begeistern“ in der Regel mit der Schulnote „sehr gut“ gleichzusetzen. Etwas verhaltener klingt die Umschreibung der Note „gut“ im Grundschulzeugnis: „war für neue Lerninhalte zu begeistern“. „War für Lerninhalte, die ihn interessierten, offen“ entspricht eher der Note drei („befriedigend“) und „nicht befriedigend“ wird auf dem Schulzeugnis in etwa so ausgedrückt: „ging von sich aus nicht an neue Lernaufgaben heran“. Du siehst also, dass hier auch noch nicht direkt auf die Leistungen Deines Kindes eingegangen wird. In den ersten Jahren der Grundschule ist es eher wichtig, dass Dein Kind auch Interesse am Lernstoff zeigt und sich lernbereit gibt. Schneidet Dein Kleines hier also eher schlecht ab, solltest Du unbedingt herausfinden, wieso es (manchmal) nicht so motiviert ist.

Wie gut ist das Grundschulzeugnis wirklich?

Neben diesen häufig verwendeten Sprachbausteinen gibt es aber auch aufwendigere Formulierungen im Grundschulzeugnis, die sich bei genauerem Hinsehen relativ leicht in klare Beurteilungen übersetzen lassen: „Beim Deutschunterricht hört Maria nicht immer richtig zu. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit könnte Maria ihr Wissen noch öfter unter Beweis stellen.“ Das heißt im Klartext: Maria ist zwar begabt, aber ihre Unaufmerksamkeit steht ihr oft im Weg. „Beim Addieren und Subtrahieren benötigt Michael noch Hilfsmittel“ bedeutet nichts anderes, als dass Hilfsmittel eigentlich nicht mehr nötig sein sollten und Michaels Rechenkünste daher nicht zufriedenstellend sind. Wenn die kleine Helena nicht in der Lage ist, neue Aufgabenstellungen im Mathematikunterricht eigenständig und zügig zu lösen, klingt das im Grundschulzeugnis ungefähr so: „Bekannte Aufgabenstellungen kann Helena in der vorgegebenen Zeit lösen.“

Grundschulzeugnis: Bei diesen Formulierungen solltest Du aufpassen

Neben den Formulierungen im Grundschulzeugnis, die auf das Lernverhalten Deines Kindes eingehen, gibt es auch noch zahlreiche Hinweise, wie Dein Kleines sich auf sozialer Ebene in der Schule schlägt. „Leon ist sehr aufgeweckt“, klingt beim ersten Lesen sehr schön. Aufgeweckte Kinder sind neugierig und finden leichter Freunde, es stellt sich jedoch die Frage, ob Dein Kind auch dann sehr aufgeweckt ist, wenn es eigentlich gilt, still zu sein und im Unterricht aufzupassen. Ähnlich zwiespältig sieht es mit der Formulierung „Sophie legt ein sehr selbstbewusstes Auftreten an den Tag“ aus. Selbstbewusstsein ist sehr gut und wird Deinem Kind im späteren Leben noch sehr oft weiter helfen. Wenn das Selbstbewusstsein jedoch in Überheblichkeit und Arroganz ausartet, kann dies auch viele Probleme mit sich bringen. Das Grundschulzeugnis ist ein guter Weg für die Lehrer, Dich auf so ein Verhalten aufmerksam zu machen.

Grundschulzeugnis mit dem Lehrer klären

Dass das Grundschulzeugnis nicht unbedingt eindeutig formuliert ist, ist für die Kinder, die es ebenfalls zu Gesicht bekommen, natürlich ein absolutes Muss. Leider ist es nicht immer förderlich für die Kommunikation zwischen Lehrer und Eltern. Solltest Du also eine der hier aufgeführten Formulierungen finden oder Dir bei einer anderen Formulierung unsicher sein, ob sie positiv oder negativ zu werten ist, dann suche unbedingt das Gespräch mit dem Lehrer Deines Kindes. Dieser wird Dir genauer sagen können, ob es Probleme gibt und wie Ihr am besten vorgeht, um diese zu lösen.

Das ausformulierte Grundschulzeugnis ist eine Wissenschaft für sich. Auf den ersten Blick wird nicht immer deutlich, was genau das Schulzeugnis über die Leistungen eines Grundschulkindes aussagt. Wer aber genauer hinsieht, kann leicht klare Aussagen zum Lernstand seines Kindes aus dem Zeugnis herausfiltern.

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