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Schuluniform: Pro und Contra Argumente für die Einheitskleidung

Auch in Deutschland?

Schuluniform: Pro und Contra Argumente für die Einheitskleidung

In vielen Ländern wie Großbritannien, den USA oder Japan ist das Tragen einer Schuluniform schon Gang und Gäbe. In Deutschland wird seit Jahren über die Einführung einer Einheitskleidung für Schüler diskutiert. Bislang gibt es hierzulande jedoch nur vereinzelte Schulen, an denen die Schüler Uniformen tragen. Beim Thema Schuluniform scheiden sich die Geister. Die Argumente für und gegen eine Einheitskleidung halten sich die Waage.

Was genau ist eine Schuluniform?

Eine Schuluniform, auch Schulkleidung genannt, ist eine vorgeschriebene, einheitliche Bekleidung für Schülerinnen und Schüler eines Staates oder einer Schule. An Schulen, die die Uniformen eingeführt haben, ist es Pflicht, diese Kleidung im Schulalltag zu tragen. Das größte Land in Europa, in dem Schuluniformen pflichtmäßig getragen werden, ist Großbritannien. Die Idee einer Einheitskleidung für Schüler verbreitete sich hier schon im 16. Jahrhundert. Zunächst war die Schuluniform nur für Eliteschüler gedacht und diente unter anderem dazu, ihre geistige Überlegenheit zum Ausdruck zu bringen. Heutzutage tragen nahezu alle Schüler im Vereinigten Königreich eine Uniform. Die Regeln werden dabei jedoch an staatlichen Schulen weniger streng gehandhabt als an den Privatschulen. Muslimische Mädchen, die eine staatliche Schule besuchen, dürfen beispielsweise ein Kopftuch in der Schule tragen.

Schuluniform in Deutschland

Bis zum Jahr 2000 gab es in Deutschland keine Schuluniform. Im September 2000 wurde hierzulande erstmals an einer staatlichen Schule eine einheitliche Kleidung eingeführt: Die Lehrerin Karin Brose setzte sich zusammen mit dem Elternrat der Haupt- und Realschule in Hamburg-Sinstorf erfolgreich für eine Einheitskleidung der Schüler*innen ein. Die Lehrerin zieht jedoch die Bezeichnung „Schulkleidung“ dem Begriff „Schuluniform“ vor, da die Schüler*innen ein Mitspracherecht bezüglich der Kleidung haben. So dürfen sie beispielsweise aus einer Kollektion auswählen, was sie tragen wollen. Andere Schulen haben eine Testphase für die Schuluniform eingeführt, in der zunächst geschaut werden soll, wie die Einheitskleidung bei den Schüler*innen ankommt. Mittlerweile gehört in anderen staatlichen Schulen in Deutschland eine Schuluniform zum festen Bestand. Auch an einigen deutschen Privatschulen ist das Tragen einer Schuluniform Pflicht.

Pro-Argumente für eine Schuluniform

Es gibt viele Argumente, die dafür sprechen, dass Dein Kind eine Schuluniform trägt. Als Hauptargument führen die Befürworter an, dass eine Schuluniform den Zusammenhalt und den Teamgeist der Schüler*innen stärkt. Die gemeinsame Kleidung kann ein Wir-Gefühl schaffen. Außerdem verhindert eine Einheitskleidung, dass die Schüler*innen versuchen, anderen mit Markenkleidung zu imponieren. Wenn Dein Kind eine Schuluniform trägt, ist es also nicht dem Druck ausgesetzt, andere durch seine Kleidung beeindrucken zu müssen. Auch ist es möglich, dass Dein Kind es als angenehm empfindet, sich nicht jeden Morgen aufs Neue Gedanken darüber machen zu müssen, was es in der Schule anziehen soll. Die einheitliche Schulkleidung kann dazu beitragen, den Blick weg von Oberflächlichkeiten hin zum Charakter zu lenken. Mobbing kann somit durch die einheitliche Kleidung verhindert werden, da die Uniform keine Rückschlüsse auf die finanzielle Situation einzelner Schüler*innen zulässt und so Ausgrenzungen aufgrund von sozialen Ungleichheiten entgegenwirken kann. Schulkleidung ist zudem in der Regel sehr preiswert, sodass gewährleistet ist, dass sich jede/r Schüler*in die Uniform leisten kann. Ein weiteres Argument, das für eine Schuluniform spricht, ist, dass die Schüler*innen durch die Kleidung am Schwänzen gehindert werden können, da man sie aufgrund der Kleidung nicht nur sofort als Schüler*in ausmachen, sondern sie überdies anhand der Kleidung auch direkt ihrer Schule zuordnen kann.

Die wichtigsten Pro-Argumente für eine Schuluniform im Überblick:

  • Zusammenhalt und Wir-Gefühl
  • Weniger Druck sich modern zu tragen
  • Keine Rückschlüsse auf finanzielle Situation
  • Kinder müssen sich morgens weniger Gedanken um Kleidung machen
  • Könnte Mobbing aufgrund von Kleidung verhindern
  • Kinder werden vom Schwänzen abgehalten

In den Ferien müssten Kinder selbstverständlich keine Schuluniform tragen. Dafür haben im Video viele Tipps, wie du deine Kinder stattdessen beschäftigen kannst:

Contra-Argumente gegen eine Schuluniform

Es gibt allerdings auch einige Argumente, die gegen eine Schuluniform für Dein Kind sprechen. Wenn Dein Kind eine Uniform trägt, kann es seinen individuellen Geschmack und auch einen Teil seiner Persönlichkeit zumindest nicht durch die Kleidung zum Ausdruck bringen. Gerade Kinder und Jugendliche nutzen Mode aber oft, um sich auszuprobieren und ihren persönlichen Stil zu finden. Wenn sie für einen Großteil des Tages eine Schuluniform tragen müssen, wird ihnen also bis zu einen gewissen Grad ihre Ausdrucksfreiheit verwehrt. Gegner der Schuluniform berufen sich hierbei auf den Artikel 2.1. des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland, in dem es heißt, dass jeder das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit habe. Hierzu gehört laut Gegnern der Schuluniform auch die freie Wahl der Kleidung.

Wenn Dein Kind bezüglich der Schuluniform gar kein Mitspracherecht hat, kann es schnell passieren, dass es die ihm aufgezwungene Kleidung als langweilig empfindet. Viele Gegner der Schuluniform führen auch das Argument an, dass der Konkurrenzkampf durch eine Schuluniform nur scheinbar verhindert wird. Schüler*innen können soziale Unterschiede schließlich auch durch Schmuck, teure Schuhe oder aufwendige Frisuren zum Ausdruck bringen. Ein Konkurrenzkampf zwischen verschiedenen Schulen mit unterschiedlichen Uniformen kann auch durch eine Schuluniform nicht untergraben werden. Auch das Argument, dass eine Schuluniform Mobbing verhindere, lassen die Gegner der Schulkleidung nicht gelten. Mobbing ist schließlich nicht nur auf Kleidung, sondern auf ganz unterschiedliche Dinge zurückzuführen. So werden Kinder beispielsweise auch wegen ihres Aussehens, ihrer Herkunft oder ihrer Ausdrucksweise gemobbt. Zudem könnten Schüler*innen sich in der Schuluniform unwohl fühlen, insbesondere wenn zwischen Geschlechtern unterschieden wird und Mädchen, die eigentlich lieber Hosen tragen plötzlich gezwungen werden einen Rock zu tragen.

Die wichtigsten Contra-Argumente gegen eine Schuluniform im Überblick:

  • schränkt die Persönlichkeitsentfaltung ein
  • Kinder könnten sich in Uniform unwohl fühlen
  • Mobbing könnte aufgrund anderer Dinge stattfinden
  • Sozialer Status kann weiterhin durch Schmuck etc. gezeigt werden

Während eine Schuluniform in Ländern wie Großbritannien, den USA und Japan die Regel ist, ist sie in Deutschland eher die Ausnahme. Aber auch hierzulande wird seit einigen Jahren über die Einführung einer einheitlichen Schulkleidung diskutiert. Einige deutsche Schulen haben die Schuluniform zumindest schon probeweise eingeführt. Es gibt ebenso viele Argumente für wie gegen eine Schuluniform. So ist es ein Vorteil der Einheitskleidung, dass sie keine Rückschlüsse auf die soziale Schicht eines Schülers oder einer Schülerin zulässt. Gegen eine Schuluniform spricht allerdings, dass die Schüler*innen ihre Persönlichkeit nicht über ihre Kleidung zum Ausdruck bringen können.

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