Fetales Alkoholsyndrom

Mütter, die in der Schwangerschaft zu alkoholhaltigen Getränken greifen, riskieren, dass ihr Baby noch im Mutterleib ein fetales Alkoholsyndrom entwickelt. Diese Form der Behinderung umfasst körperliche Fehlbildungen sowie kognitive und verhaltensbezogene Störungen. Doch wie viel Alkoholkonsum ist bereits gefährlich? Wie äußert sich die Behinderung? Und wie häufig ist ein fetales Alkoholsyndrom?

So vermeidest und erkennst Du ein fetales Alkoholsyndrom

Ein fetales Alkoholsyndrom – häufig abgekürzt als FAS – ist eine Behinderung, die durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ausgelöst wird und sowohl körperliche als auch geistige Auswirkungen beim Neugeborenen hat. Dass das Trinken von Alkohol während der Schwangerschaft dem ungeborenen Baby schaden kann, ist hinlänglich bekannt. Tatsächlich ist das fetale Alkoholsyndrom sogar die häufigste angeborene, nicht-genetische Behinderung überhaupt. Grundsätzlich wird zwischen unterschiedlich starken Ausprägungen der Erkrankung unterschieden.

Eine Störung, viele Namen: Fetales Alkoholsyndrom, Fetale Alkoholeffekte und FASD

Im engeren Sinne liegt ein fetales Alkoholsyndrom meist nur dann vor, wenn das Kind während der gesamten Schwangerschaft einer Vergiftung durch Alkohol ausgesetzt wurde. Es äußert sich durch körperliche Fehlbildungen, Wachstumsstörungen sowie Störungen des zentralen Nervensystems. Kommt es erst zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft zum Alkoholkonsum, zeigt das betroffene Kind häufig hingegen keine oder nur wenige körperliche Fehlbildungen. Trotzdem kann es zu Schädigungen des zentralen Nervensystems kommen. Diese abgeschwächte Form von FAS wird häufig als partielles fetales Alkoholsyndrom oder FAE (Fetale Alkoholeffekte) bezeichnet. In Deutschland leidet eines von 300 Kindern an der starken Ausprägung von FAS. 0,6 Prozent aller Neugeborenen weist die partielle Form der Behinderung auf. Da der Übergang von FAS zu FAE fließend ist, werden alle Störungsbilder, die auf den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft zurückzuführen sind, unter dem englischen Sammelbegriff „Fetal Alcohol Spectrum Disorder“ (FASD) zusammengefasst.

So kannst Du ein fetales Alkoholsyndrom erkennen

Grundsätzlich kann Alkoholkonsum während der Schwangerschaft alle Organe des ungeborenen Kindes schädigen. Ist ein fetales Alkoholsyndrom stark ausgeprägt, lassen sich aber einige typische äußere Merkmale ausmachen: Die betroffenen Kinder sind häufig kleiner und leichter als gesunde Babys, haben einen verhältnismäßig kleinen Kopf und unterentwickelte Muskeln. Zudem gibt es oft typische Gesichtsveränderungen wie nach hinten rotierende Ohren, eine schmale Oberlippe, ein fliehendes Kinn, ein breiter Mund und geschrägte Lidachsen. Treten keine körperlichen Beeinträchtigungen auf, ist es oft weitaus schwieriger, ein fetales Alkoholsyndrom zu diagnostizieren. Oft kommt es zur Schädigung des zentralen Nervensystems und in der Folge zu einer verminderten Intelligenz und diversen Wahrnehmungsstörungen. Besonders typisch für Kinder, die an der Krankheit leiden, ist, dass sie Regeln und Sinnzusammenhänge nur schwer erfassen können. Außerdem fällt es ihnen schwer, sich zu konzentrieren und sich Dinge zu merken. Darüber hinaus fehlt betroffenen Kindern häufig die Fähigkeit, Konsequenzen abzuschätzen und ein Gespür für Gefahren zu entwickeln. Auffällig ist außerdem, dass betroffene Kinder und Jugendliche überwiegend naiv wirken und sich leicht verleiten lassen.

Schwangere trinkt Wein

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft hat oft ein fetales Alkoholsyndrom zur Folge.


Ursachen für ein fetales Alkoholsyndrom

Wie der Name schon sagt, ist die einzige Ursache für ein fetales Alkoholsyndrom der Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft. Da Alkohol in der Lage ist, die sogenannte Plazentaschranke zu durchdringen, die den Blutkreislauf von Mutter und Kind trennt, erreicht das Kind bereits nach kurzer Zeit den Alkoholpegel der Mutter. Je nachdem wie weit das Baby schon entwickelt ist und wie viel Alkohol die Mutter zu sich nimmt, schädigt der Alkoholkonsum den Körper, die Organe sowie die kognitive und soziale Entwicklung des ungeborenen Babys. Dabei ist wichtig zu wissen, dass nicht nur regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ein fetales Alkoholsyndrom zur Folge haben kann. Auch wenn die werdende Mutter nur hin und wieder Alkohol trinkt, kann das abhängig von der jeweiligen Entwicklungsphase ihres Babys zu starken Schädigungen führen.

Fetales Alkoholsyndrom: Wann ist Alkoholkonsum besonders gefährlich?

Wie sich ein fetales Alkoholsyndrom äußert, hängt oft davon ab, zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft Alkohol konsumiert wird. Allgemein lässt sich der unterschiedliche Einfluss von Alkohol auf das ungeborene Baby in Bezug auf die drei Schwangerschaftstrimester unterscheiden: Im ersten Trimester werden die Organe des Babys angelegt und der Verzehr von Alkohol kann somit zur Fehlbildung innerer Organe, Gesichtsveränderungen und einer Minderentwicklung von Kopf und Gehirn führen. Im zweiten Trimester bewirkt Alkohol in erster Linie ein vermindertes Wachstum. Am größten ist in dieser Zeit jedoch die Gefahr, durch das Trinken von Alkohol eine Fehlgeburt auszulösen. Im dritten Trimester entwickelt sich das Baby sowohl geistig als auch körperlich zur Geburtsreife. Neben einer weiteren Wachstumsverzögerung bedingt Alkoholkonsum im dritten Schwangerschaftstrimester besonders häufig eine Schädigung des Zentralnervensystems, die zu verminderter Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit sowie Wahrnehmungsstörungen und sozialen Beeinträchtigungen führen kann. Grundsätzlich birgt Alkoholkonsum also zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft das Risiko, dass das ungeborene Baby ein fetales Alkoholsyndrom entwickelt.

Fetales Alkoholsyndrom: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Ein fetales Alkoholsyndrom ist leider nicht heilbar. Dennoch gibt es verschiedene Therapieansätze, die betroffenen Kindern das Leben mit der Krankheit erheblich erleichtern können. So kann beispielsweise eine Physiotherapie dazu beitragen, die grundlegende Beweglichkeit zu verbessern. Auch Ergotherapie und Logopädie sind je nach Schwere der Behinderung sinnvolle Förderungsmöglichkeiten. Zudem können alternative Therapien wie eine Musik- oder eine Pferdetherapie Kindern, die ein fetales Alkoholsyndrom aufweisen, in ihrer motorischen, sozialen und geistigen Entwicklung unterstützen. Wichtig ist dabei, dass Kinder nicht übertherapiert werden und die Therapieform auf das einzelne Kind abgestimmt wird. Als medikamentöse Therapie werden oft Metylphenidate wie beispielsweise Ritalin eingesetzt. Diese können FASD-Kindern in der richtigen Dosierung dabei helfen, sich besser zu konzentrieren und Konsequenzen besser abzuschätzen. Eltern, deren Kind ein fetales Alkoholsyndrom hat, sollten im Idealfall einen FASD-Facharzt in ihrer Nähe aufsuchen. So können sie sicher sein, dass ihrem Kind bestmöglich geholfen wird.

Werdende Mütter, die während der Schwangerschaft Alkohol zu sich nehmen, riskieren, dass ihr Kind ein fetales Alkoholsyndrom entwickelt. Diese Behinderung, die häufig auch als FASD bezeichnet wird, äußert sich in körperlichen Fehlbildungen sowie kognitiven und sozialen Defiziten. Die einzige Möglichkeit, ein fetales Alkoholsyndrom zu vermeiden, besteht im Verzicht auf Alkohol während der gesamten Schwangerschaft.

Bildquelle: Joanna Zieliska/Thinkstock


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Was denkst du?

  • mom2be_27 am 09.01.2015 um 16:53 Uhr

    Oh wow. Dass es nicht gut ist, in der Schwangerschaft Alkohol zu trinken, weiß man ja. Aber fetales Alkoholsyndrom höre ich jetzt zum ersten Mal...

    Antworten
  • nellie2014 am 15.04.2014 um 12:04 Uhr

    Ich wusste garnicht, dass es sowas wie ein fetales Alkoholsyndrom gibt.. Da sieht man wieder was Alkohol in der Schwangerschaft alles verursachen kann. Ich verstehe die Frauen nicht, die trotzdem zur Flasche greifen und dadurch ihr Baby gefährden.

    Antworten