Deutscher Filmpreis: Lola für „Oh Boy“

Der Deutsche Filmpreis sorgte für eine große Überraschung: Statt des Favoriten „Cloud Atlas“ war der Independent-Film „Oh Boy“ der Abräumer des Abends.

Der Deutsche Filmpreis war für Filmemacher Jan Ole Gerster in diesem Jahr ein wahrer Triumphzug. Ganze sechsmal durfte der Newcomer die begehrte Lola für seinen Film „Oh Boy“ einstreichen – für den besten deutschen Film, die beste Regie, das beste Drehbuch, die beste Filmmusik und die beste männliche Haupt- und Nebenrolle.

Der Deutsche Filmpreis fand gestern Abend im Friedrichstadt-Palast statt.

Der Independent-Film”Oh Boy” von Newcomer Jan Ole Gerster räumte beim Deutschen Filmpreis ab.

In den beiden letzten Kategorien durften sich Hauptdarsteller Tom Schilling und der 71-Jährige Michael Gwisdek in einer grandiosen Nebenrolle freuen. Damit stellte der in schwarz-weiß gehaltene Independent-Film den neunfach nominierten Favoriten „Cloud Atlas“ deutlich ins Aus und sorgte für viele überraschte und glückliche Gesichter. Der Fantasy-Streifen „Cloud Atlas“ von Tom Tykwer und Lana und Andy Wachowski hatte im Vorfeld viel gute Kritik geerntet und galt nach der Mehrfachnominierung als deutlicher Favorit für den Deutschen Filmpreis. Letztlich konnte das Machwerk die Juroren aber nur in einigen Nebenkategorien überzeugen, darunter der beste Schnitt, die beste Kamera und das beste Kostümbild.

Deutscher Filmpreis: Das waren die Gewinner des Abends

Auch wenn „Oh Boy“ sicher als der Abräumer des Abends gelten darf, hat der Deutsche Filmpreis, der am gestrigen Freitag im Berliner Friedrichstadt-Palast stattfand, auch in diesem Jahr viele herausragende Leistungen gewürdigt. So freute sich beispielsweise Matthias Schweighöfer über den Publikumspreis für seine Komödie „Der Schlussmacher“, in der Schweighöfer auch selbst in die männliche Hauptrolle geschlüpft ist. Die Charakterdarstellerin Barbara Sukowa erhielt im Rahmen des Deutschen Filmpreises die Lola für die beste weibliche Hauptrolle für ihre Verkörperung der Hannah Arendt in der gleichnamigen Filmbiografie von Margarethe von Trotta. Barbara Sukowa, die bereits vor 25 Jahren mit ihrer Leistung in „Rosa Luxemburg“ begeistern konnte, durfte gestern zum zweiten Mal die Lola für ihr schauspielerisches Werk in Empfang nehmen. Die Charakterdarstellerin war eigens für die Preisverleihung aus ihrer Wahlheimat New York angereist. Die Lola für die beste weibliche Nebenrolle ging an Christine Schorn (69), für ihre schauspielerische Leistung in der Tragikomödie „Das Leben ist nichts für Feiglinge“. Der Deutsche Filmpreis für den besten Kinderfilm ging gestern Abend an „Kaddisch für einen Freund“.

Ein besonderes Highlight des Abends war sicher der Auftritt von Werner Herzog, dem die Ehren-Lola für sein Lebenswerk verliehen wurde. Der 70-jährige Regisseur hatte die weite Reise aus Los Angeles auf sich genommen, um sichtlich gerührt die Ehrung in Empfang zu nehmen. „Ich war der Einzige, der wusste, was auf ihn zukommt. Aber jetzt wird es mir doch ganz anders“, erklärt Herzog seine Empfindungen und bekräftigt gleichzeitig, „Sie dürfen das auch nicht als Abschied missverstehen, ich gehe nicht in Pension“.

Der Deutsche Filmpreis sorgte gestern Abend für einige Überraschungen, als der Independent-Streifen „Oh Boy“ sich nach und nach zum Abräumer des Abends mauserte. Nach den Lobeshymnen ist anzunehmen, dass das Schwarz-Weiß-Werk von Newcomer Jan Ole Gerster nun das Interesse eines noch deutlich größeren Publikums wecken dürfte.

gettyimages / Andreas Rentz


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