Der Gehaltsreport zeigt, wie groß das Gefälle zwischen den Durchschnittsgehältern bei Männern und Frauen in Deutschland immer noch ist.
Helena Serbentam 26.03.2018

Das Jobportal Stepstone hat im Gehaltsreport 2018 analysiert, wie viel Führungskräfte durchschnittlich verdienen. Dabei haben sie auch aufgeschlüsselt, wie groß der Unterschied zwischen den Gehältern von Männer und Frauen ist. Das Ergebnis zeigt: Der Gender Pay Gap existiert auch in der Führungsebene in jeder Branche.

Im Herbst 2017 befragte Stepstone im Rahmen einer eine Onlinebefragung zum Thema Gehalt rund 50.000 Fach- und Führungskräfte. Sämtliche Gehaltszahlen beziehen sich auf das durchschnittliche Bruttojahresgehalt inklusive Boni, Provisionen und Prämien. Der Gehaltsreport für Führungskräfteunterteilt sich in sieben große Branchen. In allen Bereichen liegt das Durchschnittsgehalt der weiblichen Personen unter dem der männlichen Kollegen.

Fehlt uns ein Blick auf das große Ganze, um die Gehaltsschere zu schließen?

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Der Gender Pay Gap ist keine Illusion

Das sind die Durchschnittsgehälter von Männern und Frauen in Führungspositionen nach Branchen und die daraus folgende Lohndifferenz:

Branche:Gehalt Männer:Gehalt Frauen:Lohndifferenz
Pflege42.476 Euro37.047 Euro5.429 Euro
IT65.674 Euro59.949 Euro5.725 Euro
Einkauf/Logistik57.780 Euro47.621 Euro10.159 Euro
Personalwesen63.671 Euro53.345 Euro10.326 Euro
Ingenieurswesen/Technik68.375 Euro56.774 Euro11.601 Euro
Marketing/Vertrieb63.054 Euro51.270 Euro11.784 Euro
Finanzen/Banking/Banken69.437 Euro52.289 Euro17.148 Euro

 

Der Spitzenreiter in dieser erschreckenden Studie ist Finanzen/Banking/Banken. Im Monat bekommt eine Frau hier durchschnittlich 1.429 Euro weniger Gehalt als ihr männlicher Kollege.

Geschlecht statt Qualifikation

Der Gehaltsreport legt nahe, dass die Bezahlung auch in Führungspositionen nicht abhängig von der Qualifikation ist, sondern mit dem Geschlecht zusammenhängt. Dennoch behaupten viele Menschen, dass die Tatsache, dass Frauen im Allgemeinen weniger verdienen als Männer, daran liegt, dass sie in schlecht bezahlten Branchen arbeiten.

Dieser direkte Vergleich aus der Führungsebene zeigt, wie groß der reale Unterschied wirklich ist. Frauen sind an der Lage also nicht selbst schuld, weil sie „den falschen Job“ gewählt haben, sondern werden offenbar aktiv benachteiligt.

Deutschland ist rückständig

Insgesamt liegt der Lohnunterschied in Deutschland zwischen Männern und Frauen bei 21,5 Prozent und hat damit das drittgrößte Lohngefälle in der Europäischen Union. Im Kontrast dazu hat Frankreich nun beschlossen, den Gender Pay Gap zu verbieten: Firmen, die Frauen und Männern in der gleichen Position unterschiedlich bezahlen, sollen sich künftig strafbar machen, wie der Spiegel berichtete. Island ist diesen Schritt bereits gegangen und hat eine unterschiedliche Bezahlung im Januar 2018 verboten.

Wusstest du, dass Deutschland im europäischen Vergleich so rückständig ist, was gleiche Bezahlung betrifft? Erzähle es uns in den Kommentaren.

Bildquelle:

iStock/maurusone


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