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Charisma-Coach Laura Wällnitz

So bekommst du eine selbstbewusste Ausstrahlung

So bekommst du eine selbstbewusste Ausstrahlung

Charisma hat man eben oder nicht – falsch! Eine selbstbewusste Ausstrahlung kann man sich erarbeiten, da ist sich Charisma- und Stimmtrainerin Laura Wällnitz sicher. Im Interview hat uns die Bloggerin und Podcasterin von „Seidirselbstbewusst“ erklärt, warum Frauen viel zu oft tiefstapeln und welche Rolle der Klang der eigenen Stimme dabei spielt. 

Dies ist die gekürzte Version des Interviews. Das vollständige Gespräch kannst du dir im aktuellen desired-Podcast anhören!

desired: Wie kamst du darauf, als Charisma-Coach und Sprech-Trainerin zu arbeiten?

Laura Wällnitz: Ich habe mir das Stück für Stück als Business aufgebaut, weil ich immer mehr gemerkt habe, wie wichtig das vor allem für Frauen ist, und wie sehr dieses Selbstvertrauen in uns immer noch fehlt. Gerade Frauen sind sehr perfektionistisch und selbstkritisch. Zur Zeit arbeite ich hauptsächlich als Trainerin für Stimme, Ausstrahlung und Selbstbewusstsein. Vor allem jetzt während der Corona-Pandemie ist das eine wichtige Basis, weil viele meiner Klienten gerade feststellen, dass die ganze Welt auseinanderbricht, es beruflich schwierig aussieht und viele andere Unsicherheiten dazukommen. Das, was wir aber immer noch als Basis haben, sind wir selbst, unsere Stärken und Fähigkeiten. Die kann uns keiner wegnehmen, auch Corona nicht. Daher ist es mir besonders aktuell wichtig, vor allem Frauen mitzugeben, dass wir auf unsere Stärken vertrauen können.

Der Roman-Ratgeber von Laura Wällnitz: Charisma Queen – Mehr Ausstrahlung & Selbstbewusstsein für dein Leben

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Du musstest es also selbst erst mal lernen, selbstbewusst zu sein und bist nicht schon so auf die Welt gekommen?

Es gibt sicherlich Leute, die total selbstbewusst auf die Welt kommen. Da fragt man sich manchmal: „Wo nehmen die das eigentlich her?” (lacht) Bei mir war das nicht so. Ich habe mit 12 angefangen, Musical und Theater zu spielen und habe erst mit 18 rückblickend gemerkt, dass ich dadurch ein ganz anderer Mensch geworden bin. Das wollte ich auch anderen Menschen mitgeben. Also habe ich Sprechwissenschaften und Psychologie studiert, um besser zu verstehen, was uns verunsichert. Ich bin also ganz sicher kein Naturtalent, sondern habe mir mein Selbstbewusstsein hart erarbeitet. Sobald eine gewisse Basis da ist, haut mich auch so schnell nichts mehr um!

Das sollte ja allen Mut machen, die denken, dass sie von Natur aus schüchtern und introvertiert sind. Man kann also auf jeden Fall etwas dagegen tun?

Das ist natürlich auch eine Definitionsfrage: Es gibt nicht nur eine Form von Selbstbewusstsein. Nur weil in unserer Gesellschaft laute Personen, die gerne im Mittelpunkt stehen, präsenter sind, bedeutet das nicht, dass es nicht auch andere Formen von Selbstbewusstsein geben kann. Ein ruhiger und introvertierter Mensch kann trotzdem auch Selbstbewusstsein ausstrahlen – auf eine ruhige und bestimmte Art und Weise. Ich hoffe, dass ich der einen oder anderen Frau Mut machen kann, die immer von sich sagt: „Ich bin schüchtern, ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt, Karriere ist sowieso nichts für mich, weil ich das einfach nicht kann.” Doch, du kannst das! Du hast vielleicht nur noch nicht die Art und Weise entdeckt, wie das für dich funktioniert!

Du coachst also vor allem Frauen?

Ja, 90 Prozent meiner KundInnen sind Frauen. Männer können aber genau die gleichen Probleme haben. Für Frauen ist es aber meist eine größere Herausforderung, beispielsweise nach einer Beförderung zu fragen.

für sich selbst einstehen
Die selbsternannte Charisma Queen ist der beste Beweis: Auch Laura war nicht immer selbstbewusst.

Was glaubst du, ist der Grund dafür, dass mehr Frauen deine Hilfe suchen: Der Perfektionsdruck oder die Angst davor, arrogant und etwas zu selbstbewusst herüberzukommen?

Ich habe schon alle Kombinationen gesehen. Es gibt Frauen, die perfektionistisch sind und sagen: Bevor ich nicht 150-prozentig sicher bin, dass das toll ist, geht das nicht raus. Was dann in den meisten Fällen heißt, es geht nie raus. Das ist extrem schade! Auf der anderen Seite ist es tatsächlich so, dass Frauen bei einem Erfolg die Angst haben, als arrogant wahrgenommen zu werden. Das Fiese ist, dass da rein sozialpsychologisch auch etwas dran ist. In verschiedenen Experimenten wurde festgestellt, dass eine erfolgreiche Frau als unsympathischer wahrgenommen wird als ein Mann, der genauso erfolgreich ist. Das ist immer noch in uns drin, dass wir es als ungewöhnlich empfinden, wenn Frauen erfolgreich sind. Und das hält Frauen unbewusst davon ab, dazu zu stehen, was sie toll gemacht haben und für ihre Beförderung oder Gehaltserhöhung einzustehen. Das ist erschreckend, aber wenn wir uns das bewusst machen, dass das immer noch in uns steckt, hilft das schon, mutig zu sein und beispielsweise die eigene Idee zu teilen.

Ist es nicht aber schwer, als Frau plötzlich unter Kollegen selbstbewusster aufzutreten, wenn alle anderen Frauen im Team eine falsche Bescheidenheit an den Tag legen?

Das ist wirklich schwierig, aber was haben wir davon, wenn wir immer nur tiefstapeln und insgeheim darauf hoffen, dass uns jemand lobt? Viele Menschen neigen dazu, Fishing for Compliments zu betreiben, weil wir das Gefühl haben, wir können nur positives Feedback bekommen, wenn uns jemand anderes anerkennt und sieht, was wir Tolles leisten. Wir müssen aber bedenken, dass wir Menschen so gepolt sind, dass wir immer nur auf uns selber gucken. Im Alltag kreisen die meisten Gedanken darum: ‚Was mache ich richtig? Was denken die anderen von mir? War das gut genug, was ich gemacht habe?‘ Genauso wenig wie du also mit dem Gedanken bei einer anderen Person und ihren Leistungen bist, genauso wenig sehen andere, was du Tolles machst. Wir müssen uns selbst und unser Umfeld darauf aufmerksam machen, wenn wir etwas erreicht haben.

Wenn Frauen sich selbst loben, schieben sie meist noch eine Relativierung hinterher. Wie kann man das vermeiden? 

Diese Relativierungen sollte man unbedingt stoppen. Wenn zum Beispiel dein Artikel über die zuckerfreien Produkte bei Lidl super ankam, solltest du nicht sagen: Das liegt nur daran, dass das Thema zuckerfreie Ernährung gerade sehr gefragt ist. Das war eigentlich gar nicht meine eigene Leistung. Sobald dir auffällt, dass du so etwas denkst, sagst du dir: „Moment, Stop!” Nicht schon wieder deine eigene Leistung mit etwas Äußerem erklären, sondern sei stolz darauf. Also sich immer erst mal selbst bewusst machen, warum eine Eigenleistung so gut geworden ist und was man selbst dazu beigetragen hat. Das müssen wir uns unbedingt angewöhnen.

Da hilft es noch mal zu verstehen, dass Frauen genetisch so programmiert sind, dass wir Misserfolge auf uns selbst beziehen. Wenn wir aber einen Erfolg hatten, fragen wir uns, was im äußeren Umfeld passiert ist, um diesen Erfolg erzielt zu haben. Ich kann es ja nicht gewesen sein, ich bin ja gar nicht so toll! Das ist total schade und kompletter Quatsch. Du bist die einzige Person, die weiß, wie viel Arbeit hinter deiner Leistung stand. Alle anderen sehen das nicht. Denk daher immer daran, wie viel du für deine Erfolge gemacht hast und dass du stolz auf dich sein darfst. Das ist nicht arrogant, sondern etwas ganz Selbstverständliches.

Selbstbewusstsein ist so komplex, dass man das nicht von heute auf morgen ändern kann. Kann man durch ein paar Tricks Selbstbewusstsein erst mal faken und in der Zeit langsam an sich arbeiten?

Ich würde es tatsächlich immer in dieser Kombination machen. Ich persönlich setze bei meiner Arbeit erst mal beim inneren Selbstbewusstsein an. Diese Basis bedeutet, seine Stärken zu kennen – nicht sie runterbeten zu können. Das ist nicht das, was dich dazu bringt, deine Stärken auch zu fühlen. Es geht vielmehr darum zu erkennen, in welchen Situationen die eigenen Stärken einem schon mal etwas gebracht haben und diese Stärken im Leben ganz bewusst immer wieder einzusetzen, denn das sorgt auch dafür, dass du sicherer wirst.

Außerdem solltest du eine positive Haltung dir selbst gegenüber entwickeln. Diese Selbstbewusstseins-Basis braucht eine gewisse Zeit. Das bedeutet aber nicht, dass du vorher nicht auch schon das äußere Selbstbewusstsein zeigen kannst. Das kann im Alltag schon damit anfangen, dass du immer wieder eine aufrechte Körperhaltung einnimmst, dass du ganz bewusst Blickkontakt mit den Leuten suchst, mit denen du dich unterhältst, dass du eine offene Körperhaltung hast.

Außerdem können wir alle darauf achten, wie wir unsere Stimme nutzen. Sprechen wir zum Beispiel sehr leise und unsicher oder manchmal ein bisschen zu hoch, weil wir denken, dass wir so freundlicher wirken? Das passiert ganz vielen Frauen. Viele Frauen sprechen zu hoch, weil sie besonders freundlich klingen möchten. Das alles macht uns unsicher, innerlich und äußerlich. Darauf können wir alle jetzt sofort achten. Das sind die kleinen Details, an denen du einen Sofort-Effekt spürst und die machen besonders viel Spaß, zu üben.

Hast du einen Tipp für alle, die immer Herzrasen bekommen oder Probleme mit ihrer Stimme haben, wenn sie einen Vortrag halten oder etwas in einem Meeting beitragen müssen?

Der Tipp schlechthin ist der banalste, den es überhaupt gibt: eine tiefe Atmung. Diese kann alle negativen Symptome, die Lampenfieber mit sich bringt, mit einem Schlag beseitigen. Eine überschlagene Stimme kommt davon, dass die Stimme nicht genug Luft hat. Stimme ist nichts anderes als ausströmender Atem. Und desto tiefer wir atmen, desto stärker klingt die Stimme, desto weniger zittert sie. Wenn du schon weißt, dass du in zwei Minuten etwas sagen willst und Herzrasen bekommst, kannst du deine Hand ganz unauffällig auf deinen unteren Bauch legen und in diese Hand reinatmen. Zwei Minuten lang nimmst du dann ganz bewusst tiefe Atemzüge. Dadurch beruhigt sich der Puls, weil die Atmung dem Körper signalisiert: Alles ist in Ordnung, ich habe alles im Griff. Gleichzeitig kommst du in die Atmung, die deine starke Stimme unterstützt, das heißt, da ist genug Atemvolumen da, die Stimme klingt stark.

Wie du diesen Effekt in wenigen Minuten verstärken kannst, erfährst du im vollständigen Gespräch mit Laura in unserem aktuellen desired-Podcast:

Vielen Dank für das Interview, Laura!

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Bildquelle:

Laura Wällnitz

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