Partner befreundet
Nina Rölleram 01.02.2018

Wer würde nicht gerne behaupten, dass der Partner nicht nur die große Liebe, sondern gleichzeitig auch der beste Freund ist? Das ist vor allem bei Paaren der Fall, die vorher schon gute Freunde waren. Auch ich war einmal in einer solchen langjährigen Beziehung, die sich aus einer Freundschaft entwickelt hat. Ich erkläre dir, was daran wunderschön war, aber auch, wo die Gefahren lauern. Kann man vielleicht sogar etwas zu gut mit seinem Partner befreundet sein?

Liebe auf einer Wellenlänge

Bei vielen Menschen sind die Bereiche Partnerschaft und Liebe ganz klar getrennt: Es gibt Dinge, die man nur der besten Freundin und nicht dem Freund oder Ehemann anvertrauen würde. Diese Bereiche können sich aber auch überschneiden, wenn man sich mit der Person, die man liebt, genauso locker wie mit einem Freund fühlt. Es ist gar nicht so einfach, genau zu definieren, ab wann man von einem solchen Fall sprechen kann. Ich würde es so charakterisieren, dass man sich wirklich auf einer Wellenlänge befindet und es in der Beziehung kein spürbares Ungleichgewicht gibt.

Das Gefühl hatte ich jedenfalls, als ich mit 17 Jahren mit meinem damals besten Freund aus meiner Klasse zusammenkam und schließlich eine siebenjährige harmonische Beziehung geführt habe. Ich habe mich davor und danach nie so gelassen mit einem Partner gefühlt wie mit dieser Person. Das lag vor allem daran, dass wir uns vorher bereits sehr vieles anvertraut hatten, ganz offen über Sex reden konnten und uns einfach nichts peinlich voreinander war. Außerdem kannten wir jeweils die Vergangenheit des anderen und hatten wirklich keine Geheimnisse voreinander.

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Meine Idealvorstellung einer Beziehung

Wenn eine Partnerschaft all diese Komponenten einer tiefen Freundschaft hat, klingt es für mich nach der Bilderbuchdefinition von wahrer Liebe. Selbst wenn ich mit Hochzeiten und übertriebener Romantik nicht so viel anfangen kann, finde ich es doch rührend, wenn langjährige Verheiratete ihren Partner auch als ihren besten Freund bezeichnen, wie etwa Michelle Obama an ihrem 25. Hochzeitsjubiläum mit Barack.

Es ist einfach mehr als nur körperliche Anziehung

Einen Punkt, den man auch nicht unterschätzen sollte, sind die vielen gemeinsamen Interessen von Paaren, die gleichzeitig auch Freunde sind. Mein damaliger Freund und ich hatten auf jeden Fall eine Menge gemeinsame Hobbys, Lieblingsbands, ähnliche Vorstellungen vom Reisen und haben schließlich sogar das Gleiche studiert. Noch dazu hatten wir eigentlich auch immer den gleichen Freundeskreis.

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Da gab es keine Diskussionen von wegen: „Machen wir heute Abend was mit deinen oder meinen Freunden?“ Ich konnte diese Trennung bei anderen Paaren damals nie nachvollziehen. Passt man denn überhaupt zusammen, wenn man derart unterschiedliche Menschen sympathisch findet? Vor allem hatten wir auch nicht das Problem, dass wir uns nichts mehr zu sagen hatten, als die erste Verliebtheitsphase vorbei war.

So eine Beziehung mit dem besten Freund zu starten ist gar keine so schlechte Idee. Wer weiß, vielleicht findet dich auch dein Kumpel anziehend?

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Konflikte werden direkt angesprochen

Meine damalige Beziehung war auf jeden Fall auch die harmonischste, die ich je hatte. Das lag wohl daran, dass wir immer alles sofort miteinander geklärt haben. Da wurde nicht erst die beste Freundin zurate gezogen und alles verkompliziert. Eine derart direkte Kommunikation gibt es in vielen Beziehungen, die ihren Partner nicht auch als ihren Freund bezeichnen würden, wohl nicht.

Eine ebenfalls sehr positive Erfahrung hat auch die YouTuberin Jaqueline mit ihrem jetzigen Ehemann gemacht. Sie wurden über die gemeinsame Leidenschaft Musik gute Freunde und sind inzwischen unzertrennlich. Ob die vorherige Freundschaft wohl das Geheimnis ihrer Beziehung ist?

Kann zu viel Freundschaft problematisch werden?

Wie du sicher schon herausgelesen hast, ist meine damalige Beziehung mittlerweile auseinandergegangen. Das hatte vielfältige Gründe, auf die ich hier nicht alle eingehen kann. Fakt ist aber, dass wir uns schlussendlich auch sehr harmonisch getrennt haben und wir jetzt mehr denn je wirklich beste Freunde sind. Von wegen, nur Psychopathen blieben mit ihrem Ex befreundet!

Liebe sollte auch nicht zu kumpelhaft sein

Ich stelle mal die These auf, dass die Freundschaftskomponente viele Aspekte einer Beziehung verbessert, aber auch dazu führen kann, dass man den anderen zu sehr als seinen Kumpel sieht. Vor Freunden verhält man sich eben einfach anders. Ich würde schon sagen, dass ich mich für meinen Partner manchmal etwas mehr bemühe, zum Beispiel auch mal auf Veranstaltungen gehe, die mich eigentlich nicht interessieren. Ist der Partner jedoch der beste Freund, ist man vielleicht auch etwas zu ehrlich und läuft Gefahr, sich gehen zu lassen und den anderen für selbstverständlich zu nehmen.

Das musste ich mir zumindest im Nachhinein eingestehen. So ganz habe ich für mich auch noch nicht herausgefunden, was das ideale Maß an Freundschaft innerhalb einer Beziehung ist. Wie siehst du das? Ist dein Partner auch dein bester Freund? Erzähl uns mehr davon in den Kommentaren!

Bildquelle:

iStock/Getty Images Plus/Marjan_Apostolovic


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