Zusammenziehen
Katja Nauckam 25.07.2018

In jeder Beziehung kommt irgendwann die Frage auf: Sollen wir zusammenziehen? Wer es gewohnt ist, alles alleine zu regeln und sein Reich nur für sich zu haben, zögert bei dieser Frage. Ist das eine gute Ideen für die Beziehung? Wir bereiten dich darauf vor, was dich nach dem Zusammenziehen erwarten könnte, damit du entscheiden kannst, ob du diesen Schritt gehen willst.

#1 Der richtige Zeitpunkt kann ganz unterschiedlich sein

Die größte Frage beim Thema Zusammenziehen ist das Wann: Gibt es einen perfekten Zeitpunkt, an dem die Beziehung so weit ist, dass man eine Wohnung teilen sollte? Um es kurz zu sagen: Nein. Den richtigen Zeitpunkt empfindet jeder ganz verschieden. Man kann auch bereits nach wenigen Monaten so weit sein, zusammenzuziehen. Es hat ja schließlich auch finanzielle Vorteile und das „Zu mir oder zu dir?“ hat dann endlich ein Ende. Einen Unterschied macht es jedoch aus, in welchem Alter man mit dem Freund zusammenzieht und wie viel Beziehungserfahrung man schon hat. Du bist noch Schülerin oder erst am Beginn deines Studiums und ihr kennt euch erst seit ein paar Wochen? Dann solltest du dir gut überlegen, ob du dein eigenes Reich schon teilen willst und vorher klären, ob dein Liebster seinen Teil der Miete aufbringen kann. Es spricht auch nichts dagegen das wilde Studentenleben zu genießen, sich gegenseitig zu besuchen und sich mit dem Zusammenziehen noch etwas Zeit zu lassen.

Entscheidungshilfe: Wann sollten wir zusammenziehen?

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#2 Der Alltag zieht in die Beziehung ein

Wenn man als Paar in eine gemeinsame Wohnung zieht, dann zieht natürlich auch der Alltag in die Beziehung ein. Das kann einerseits sehr schön sein. Denn man teilt gewisse Rituale wie gemeinsames Frühstücken und Kochen und auch alle Probleme, die mit der Wohnung zusammenhängen können. Zu zweit ist das einfach leichter als allein. Man muss nur aufpassen, dass die absolute Vertrautheit und Alltagsroutine nicht den anfänglichen Liebeszauber killt. Nehmt euch noch Zeit für gemeinsame Dates und seht den anderen nicht als selbstverständlich an. Viele Frauen lassen ihre No-Gos am Anfang einer Beziehung schleichend fallen und man geht auch voreinander aufs Klo. Das kann sehr ernüchternd sein, gehört aber zu einer längeren, intimen Beziehung irgendwann dazu. Genau wie diese Phasen:

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#3 Mietrechtliche Themen sind unromantisch, aber wichtig

Einen gemeinsamen Haushalt zu führen und eine Wohnung zu mieten, ist natürlich nicht nur eine romantische Angelegenheit. Du solltest vorher mit ihm besprechen, ob er in der Lage ist, seinen Teil zu finanzieren oder du bereit bist, mehr zu übernehmen. Hier kommt es ganz auf die Einkommenssituation an. Bei unverheirateten Paaren wollen viele Vermieter auch einen Bürgen, der einspringen kann, wenn ihr als Mieter in einen finanziellen Engpass kommt. Überlege dir auch, ob ihr beide als Hauptmieter im Mietvertrag eingetragen sein wollt oder er vielleicht Untermieter von dir wird. Das kann praktisch sein, wenn er zu dir zieht oder umgekehrt. Als Untermieter hast du aber auch weniger Rechte und musst jederzeit die Wohnung verlassen, wenn es der Mieter oder Vermieter verlangt. Dafür bleiben allerdings auch Mietstreitigkeiten meist am Hauptmieter hängen.

Zusammenziehen Freiraum Beziehung

Es ist wichtig, dass jeder von euch sich in der Wohnung einbringt und wohlfühlt, sonst ist Streit vorprogrammiert.

#4 Jeder braucht seinen gewissen Freiraum

In jeder Beziehung ist es wichtig, dass man seinen Freiraum hat und nicht vom Partner erdrückt wird. In einer gemeinsamen Wohnung kann man sich nicht mehr aus dem Weg gehen. Man teilt die Verantwortung und jeden Raum miteinander. Nicht jeder ist der Typ für permanentes Aufeinanderhocken. Es ist wichtig, dass du deinen Rückzugsort hast und auch er für sich sein kann. Wenn ihr es euch leisten könnt, dann sollte die Wohnung so groß sein, dass ihr beide einen Raum habt, indem ihr mal für euch sein könnt oder ein spezielles Hobby ausübt. Das empfindet aber jeder unterschiedlich. Sprich mit ihm darüber, wie er sich das Zusammenleben vorstellt und was du und er von einer gemeinsamen Wohnung erwarten. Dann klären sich Missverständnisse vorher schon.

#5 Kompromisse müssen sein, obwohl sie nerven

Zusammenziehen kann nur funktionieren, wenn du Kompromisse machst. Das Gleiche gilt natürlich für ihn. Wenn er bei dir einzieht, dann solltest du ihn auch an der Gestaltung der Wohnung beteiligen und ihm erlauben, seinen Stil und seine Möbel mitzubringen. Das wird dich anfangs Überwindung kosten, da du bisher schalten und walten konntest, wie du wolltest. Wenn es mit euch klappen soll, ist das jedoch die Grundvoraussetzung. Akzeptiere seine etwas hässliche Lampe oder den Fußballteppich, dann wird er auch deine Duftkerzen akzeptieren. Es wird einige Zeit dauern, bis man sich eingespielt hat und du wirst viele neue Seiten an dir und ihm kennenlernen.

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#6 Haushalt und Sauberkeit sind immer Streitthemen

Eines kann ich definitiv sagen: Ich kenne kein zusammenwohnendes Paar, das sich nicht darüber streitet, wer den Spüler einräumt und den Müll runter bringt. Natürlich sind dies Kleinigkeiten und sollten nicht über das Funktionieren einer Beziehung entscheiden. Doch du wirst sehen, dass es genau diese Kleinigkeiten sind, die beim Zusammenwohnen zum Thema werden. Denn jeder hat einfach eine andere Auffassung von Sauberkeit und Putzen. Der eine lässt es gern schleifen und der andere möchte alles akkurat. Eine gute Möglichkeit ist, das Putzen aufzuteilen. Damit jeder das machen kann, was ihm eher liegt. Versuche dabei, gelassen zu bleiben und es mit Humor zu nehmen. Es lohnt nicht, deswegen einen großen Streit anzufangen.

Ich habe in unserer Redaktion einmal herumgefragt: Hier liest du, wie meine Kolleginnen und Kollegen zum Thema Zusammenziehen stehen. Fakt ist: Die Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein.

Was die desired-Redaktion vom Zusammenziehen hält

So war es bei mir

Ich bin mit meinem Mann erst zusammengezogen, als wir beide mit dem Studium fertig fahren und Jobs in derselben Stadt hatten. Das war damals nach 4 Jahren Beziehung und es war für uns die passende Zeit. Jeder hat vorher in WGs gewohnt und konnte sich daher genügend austoben und Freiheiten genießen. Viel eher hätten wir gar keine Wohnung finanzieren können und es war besser so, dass er Zeit für seine Abschlussprüfung hatte, während ich in einer anderen Stadt gewohnt und gearbeitet habe. Wir empfanden das als richtig so. Natürlich mussten auch wir uns erst einspielen und es gab in der ersten Wohnung so einige Diskussionen, welche Möbel wir mitnehmen und was wir wohin stellen. Uns hat das Zusammenziehen mehr zueinander gebracht und es war so schön, endlich nicht mehr fürs Wochenende herumreisen zu müssen und sich einfach die ganze Zeit zu sehen.

Du musst selbst entscheiden, wann für dich der richtige Zeitpunkt da ist. Doch wenn du merkst, dass du nicht der Typ für eine gemeinsame Wohnung bist, dann ist das auch kein Weltuntergang. Es gibt sehr viele glückliche Beziehungen, die nicht beieinander wohnen. Wichtig ist, dass du dir mit ihm darüber einig bist und es euch beiden so gefällt.

Bildquelle:

iStock/LightFieldStudios/dualstock


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