Für Links auf dieser Seite erhält desired ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder lila Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. desired
  2. Eltern & Kind
  3. Baby
  4. Kindbettfieber: Das sind die häufigsten Symptome

Puerperalsepsis

Kindbettfieber: Das sind die häufigsten Symptome

Dass bei der Geburt etwas schief geht und mit dem Baby oder einem selbst etwas nicht stimmt, ist wohl die Horrorvorstellung einer jeden Schwangeren. Doch Komplikationen können genauso gut auch noch im Wochenbett auftreten, so etwa das Kindbettfieber. Doch wie gefährlich ist dies wirklich?

Was ist ein Kindbettfieber?

Das Kindbettfieber – auch Puerperalsepsis oder Wochenbett- und Puerperalfieber genannt – kann bis zu zehn Tage nach der Geburt im Wochenbett auftreten. Auch nach einer Fehlgeburt oder nach einem Schwangerschaftsabbruch kann die Infektionskrankheit auftreten. Obwohl das Kindbettfieber keinesfalls so harmlos ist, wie es sich anhört, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Die Krankheit ist heutzutage hauptsächlich als Relikt des Mittelalters und der frühen Neuzeit bekannt und tritt heute nur noch bei weitaus weniger als zehn Prozent aller Geburten in Erscheinung. Macht sich das Kindbettfieber trotzdem bemerkbar, ist es gut mit Antibiotika behandelbar.

Die häufigsten Symptome von Kindbettfieber

Das Kindbettfieber macht sich, wie der Name bereits sagt, hauptsächlich durch ein Fieber bemerkbar. Ist die Temperatur bis zu zehn Tage nach der Geburt für mehr als 24 Stunden auf über 38°C erhöht, ist dies ein eindeutiges Symptom. Kommen dann noch ein schmerzhafter Druck im Unterleib, Blutungen und ein übelriechender Wochenfluss hinzu, ist der Fall meist klar. Bleibt das Kindbettfieber längere Zeit unbehandelt, werden die Symptome immer stärker. Puls und Atmung beginnen zu rasen, der Blutdruck sinkt in den Keller und es kann zum Erbrechen kommen. Dann folgt häufig eine Blutvergiftung, an der die meisten Betroffenen innerhalb kürzester Zeit sterben.

Kindbettfieber: Die Behandlung

Da Kindbettfieber sehr gefährlich ist und unbehandelt in der Regel tödlich endet, darf keine Zeit verloren werden. Ist die Diagnose jedoch erst einmal gestellt, ist die erfolgreiche Behandlung kein Problem mehr. Dank Antibiotika heilt das Kindbettfieber innerhalb kürzester Zeit komplett aus. Zur Unterstützung verabreichen Ärzte außerdem häufig Methylergometrin, welches die Rückbildung der Gebärmutter fördert.

Alles ganz anders: So verändert sich das Leben mit einem Baby Abonniere uns
auf YouTube

Wodurch entsteht das Kindbettfieber?

Das Kindbettfieber ist eine Infektionskrankheit, die durch mangelnde hygienische Bedingungen begünstigt wird. Ausgelöst wird sie unter anderem durch Staphylokokken- oder Streptokokkenerreger. Durch die Ablösung der Plazenta während der Geburt entsteht in der Gebärmutter eine große Wundfläche. Die Gebärmutter ist in dieser Zeit demnach besonders anfällig für Infektionen, sobald sie mit Bakterien in Berührung kommt. Begünstigt wird dies durch den nach der Geburt weit geöffneten Muttermund, der sich erst im Laufe der Zeit langsam schließt. So besteht für gut eine Woche eine direkte Verbindung zwischen der Außenwelt und der gewaltigen Wundfläche in der Gebärmutter. Hinzu kommt, dass die Gebärmutter durch ihre Wärme und ihren Nährstoffreichtum einen idealen Herd für Bakterien bildet. Eine Infektion wird in der Zeit nach der Geburt in der Regel durch den sogenannten Wochenfluss verhindert, der die Bakterien im Nu wieder nach draußen befördert. Ist das Eindringen der Bakterien durch schlechte hygienische Bedingungen jedoch begünstigt oder fällt der Wochenfluss sehr schwach aus, wird hierdurch eine Infektion vorangetrieben. Auch eine Schwächung der Frau durch starke Blutungen oder eine sehr lange Geburt kann das Kindbettfieber unterstützen.

Kindbettfieber: Die Geschichte

Da das Kindbettfieber vor allem durch schlechte hygienische Bedingungen ausgelöst wird, war es in erster Linie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit bis in das 19. Jahrhundert hinein ein großes Problem. Zu dieser Zeit stellte die Infektionskrankheit eine der Hauptursachen für den Tod im Wochenbett dar. Dies lag vor allem daran, dass zu dieser Zeit noch nicht die Wichtigkeit erkannt wurde, die Hände vor der Geburt zu desinfizieren. Die Bakterien konnten so direkt vom Geburtshelfer auf die Gebärende übertragen werden. Ironischerweise verschlechterte sich hierdurch sogar die Lage als in Krankenhäusern spezielle Geburtsorte eingerichtet wurden, in denen Ärzte die Schwangeren unterstützten. Die Gefahr für Infektionen war besonders hoch, nachdem die Ärzte nicht ihre Hände wuschen, obwohl sie zuvor Kranke behandelt oder gar Leichen seziert hatten. Erst im 20. Jahrhundert wurde endlich flächendeckend auf Hygiene bei der Geburt geachtet, nachdem der Zusammenhang zum Kindbettfieber erkannt wurde. An den Folgen der Infektionskrankheit zu sterben, war im Mittelalter im Übrigen kein Schicksal, das lediglich den ärmeren Familien vorbehalten war. Auch wohlhabendere Frauen und sogar Adelige erlagen der Krankheit häufig. Zu den prominentesten Opfern zählen auch einige wichtige Frauen im Leben von König Heinrich VII. von England. Sowohl seine Mutter, Königin Elizabeth of York, als auch seine beiden Frauen, Königin Jane Seymour und Baroness Catherine Parr, erlagen der Krankheit. Darüber hinaus sollen auch die Mutter von „Frankenstein“-Autorin Mary Shelley, Mary Wollstonecraft, und Suzanne Barnard, die Mutter des berühmten Philosophen Jean-Jacques Rousseau, an den Folgen des Kindbettfiebers gestorben sein.

Frauen zeigen überwältigende Fotos von der Geburt

Frauen zeigen überwältigende Fotos von der Geburt
BILDERSTRECKE STARTEN (21 BILDER)

Obwohl das Kindbettfieber lange Zeit eine angsteinflößende Krankheit war, die bis ins 19. Jahrhundert hinein zahlreichen Frauen im Wochenbett das Leben kostete, solltest du dir hierüber heutzutage keine Gedanken mehr machen. Weit unter zehn Prozent aller Gebärenden erkranken heutzutage noch am Kindbettfieber und die Betroffenen können ohne Probleme mit Antibiotika behandelt werden. Wichtig ist lediglich, dass du gerade im Wochenbett darauf achtest, dass Deine Temperatur nicht längere Zeit erhöht ist.

Bildquelle: Getty Images/Boris Jovanovic
Du willst nichts mehr verpassen?
Dann folge uns auf: