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Brustimplantate-Prozess beginnt

Schadenersatzklage

Brustimplantate-Prozess beginnt

Letzte Woche begann in Karlsruhe der Schadenersatzprozess im Falle der minderwertigen Brustimplantate der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP). Die Klägerin musste jedoch gleich zu Beginn einen Dämpfer hinnehmen. Der vorsitzende Richter bezweifelte, dass die Schadenersatzansprüche der deutschen Klägerin in allen Fällen gerechtfertigt seien.

Insgesamt müssen sich fünf Angeklagte vor dem Landgericht Karlsruhe im Brustimplantate Skandal verantworten. Darunter der Chirurg, der der Frau die minderwertigen Brustimplantate als hochwertig verkauft hatte, sowie die deutschen Lieferanten des Industriesilikons, der keine weitere Prüfung des Silikons veranlasst hatte. In Deutschlands erstem Brustimplantate-Prozess dieses Kalibers sind außerdem der französische Haftpflichtversicherer von PIP und eine dem TÜV Rheinland angehörende Gesellschaft, die die Brustimplantate als Medizinprodukte zertifizierte, sowie die Bundesrepublik Deutschland selbst angeklagt.

Brustimplantate-Prozess beginnt mit Dämpfer

Die Frau, die aufgrund minderwertiger PIP Brustimplantate Klage gegen fünf verschiedene Instanzen einreichte, musste gleich zu Beginn eine kleine Enttäuschung einstecken. Eberhard Lang, der Vorsitzende Richter der zweiten Zivilkammer, sprach zumindest im Falle der Klage gegen die deutschen Behörden von „rechtlichen Problemen“, wie die Frankfurter Allgemeine berichtete. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hätte die Warnhinweise bezüglich der Brustimplantate laut Klägerin früher aussprechen müssen. Das Landgericht Karlsruhe sieht aber kein Versäumnis der deutschen Behörden. Die französische Behörde hätte die Warnhinweise ihrerseits erst 2010 ausgesprochen, die deutsche Behörde stünde laut Eberhard Lang demnach nicht in der Pflicht, früher als die Nachbarbehörde einzuschreiten.
Die Klägerin fordert ein Schmerzensgeld von 20.000- 30.000 Euro.

Brustimplantate in über 25 Prozent der Fälle gerissen

PIP und andere Brustimplantate Hersteller verklagt.
Brustimplantate der Firma PIP stellen ein Gesundheitsrisiko dar.

Die Brustimplantate der Firma PIP seinen vorsätzlich mit billigem Industriesilikon gefüllt worden, das gab der Firmengründer Jean Claude-Mas bereits zu. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Als Grund nannte er Gewinnstreben – das verwendete Silikon in den Brustimplantaten war fünfmal günstiger als Silikon, das für medizinische Zwecke geeignet ist. Infolge dessen rissen die Brustimplantate in mehr als 25 Prozent der Fälle; bei jedem fünften Brustimplantat war sogar Silikon ausgetreten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte schätzt, dass in Deutschland rund 5.000 Frauen Brustimplantate des französischen Herstellers PIP, Rofil Medical oder GfE Medizintechnik in sich tragen, die ebenfalls als gesundheitsgefährdend gelten. Seit Bekanntgabe der Risiken Anfang 2012 waren bis Mitte des Jahres rund 1.000 Brustimplantate wieder entfernt worden.

Der Prozess um die minderwertigen Brustimplantate des französischen Herstellers PIP hat letzte Woche vor dem Landgericht Karlsruhe begonnen. Die Klägerin wird die deutschen Behörden wohl nicht zur Verantwortung ziehen können, soviel ließ bereits die erste Sitzung vermuten. PIP-Gründer Jean Claude-Mas gab seinen Fehler indes bereits zu. Er muss sich nun vor einem anderen Gericht wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Bildquelle: Moori/ Dreamstime.com

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