Eizellen einfrieren auf Kosten des Arbeitgebers

Kostenlose Kantine mit Softeismaschine, hauseigenes Fitnessstudio und die neusten Spielkonsolen in den Pausenräumen – große IT-Firmen wie Google, Facebook und Apple bieten ihren Mitarbeitern allerhand. Die weiblichen Angestellten von Facebook und Apple können jetzt sogar auf Kosten der Arbeitgeber ihre Eizellen einfrieren lassen. Die auf Eis gelegte Kinderplanung sehen viele Karrierefrauen als Segen – und andere als Fluch.

Apple und Facebook finanzieren das Eizellen Einfrieren

Beruf oder Familie? Diese Frage stellen sich viele Frauen und entscheiden sich immer häufiger erst spät für ein Kind. Mutter ab 35 zu werden, stellt in der heutigen Gesellschaft keine Seltenheit mehr dar, doch einfacher wird es für Frauen in diesem Alter nicht, ein Kind zu bekommen. Die Fruchtbarkeit sinkt rapide und fast jede Schwangerschaft wird als Risikoschwangerschaft eingestuft. Künstliche Befruchtung kommt daher wie gerufen und auch der Vorschlag der US-Firmen Facebook und Apple scheint eine logische Konsequenz zu sein. Neben den Annehmlichkeiten wie Gratisessen, Wellness und Elektroautos, Arztpraxen und Sportmöglichkeiten auf dem Firmengelände und der bezahlten wöchentlichen Putzfrau für die Bude zu Hause bezahlen die Technik-Giganten Frauen jetzt auch das sogenannte Social Freezing. Mitarbeiterinnen in den 20ern können auf Kosten der Firma ihre Eizellen einfrieren lassen und sich erst einmal vollkommen auf die Karriere konzentrieren. Wenn die biologische Uhr nicht ganz so schnell und so laut tickt, stellt sich die Frage Beruf oder Familie gar nicht erst, denn wer seine Eizellen einfrieren lässt, kann – so die Idee der US-Firmen – beides haben.

Eizellen einfrieren und länger arbeiten.

Erst Karriere, dann Familie? Apple und Facebook bezahlen es ihren Mitarbeiterinnen, die Eizellen einfrieren zu lassen.


Eizellen einfrieren, Adoption und Baby-Cash

Kritiker sehen in dem Angebot von Facebook und Google, dass ihre Mitarbeiterinnen auf Kosten der Firma vorsorglich ein paar Eizellen einfrieren lassen können, einen weiteren Schritt zur völligen Einmischung der Arbeitgeber auf das private Leben. Sind nicht diese ganzen Annehmlichkeiten nur ein Weg, um die Angestellten länger am Arbeitsplatz zu halten? Dennoch lassen die beiden Unternehmen sich das Social Freezing einiges kosten. 8.000 Dollar kostet es, die Eizellen einfrieren zu lassen, weitere 400 Dollar pro Jahr, um sie zu lagern. Auch das Befruchten und Einsetzen der Eizellen wird ein paar Tausend Dollar verschlingen. Bis zu 16.000 Dollar übernehmen Facebook und Apple laut „TechCrunch“ pro Mitarbeiterin und bieten ihnen so die Möglichkeit, sich erst einmal auf ihre Karriere zu konzentrieren, bevor sie sich an die Familienplanung begeben. Doch auch Mitarbeiter, die sich für ein Familie entschließen, werden finanziell entlastet. 4000 Dollar „Baby Cash“ bekommen werdende Eltern bar auf die Hand und auch die Kosten für legale Adoptionen und reproduktive Maßnahmen werden zum Teil übernommen. Dies widerspricht dem Argument, dass man durch das Eizellen Einfrieren versuche, Mütter daran zu hindern, die Familie dem Beruf vorzuziehen.

Social Freezing: Eizellen einfrieren, um zu arbeiten

Kryokonservierung ist nichts Neues. Bei einer künstlichen Befruchtung werden meist mehr Eizellen entnommen als in die Gebärmutter der Frau eingesetzt werden dürfen. Da die Chance einer Mehrlingsgeburt generell erhöht ist, ist die Zahl in Deutschland auf drei Eizellen beschränkt. Auf Wunsch der Eltern können Reproduktionsmediziner die restlichen Eizellen einfrieren. Wenn Frauen sich jedoch aus beruflichen Gründen, oder weil momentan kein Partner vorhanden ist, dazu entscheiden, vorsorglich ein paar Eizellen einfrieren zu lassen, spricht man von Social Freezing. Während die einen nun den Vorschlag von Facebook und Apple als Chance ansehen, dass die Frau sich bewusst dafür entscheiden kann, die Familienplanung aufzuschieben, sehen andere es als Ökonomisierung der Frau, mit der der Arbeitgeber weibliche Mitarbeiter fester und länger an sich binden möchte.

Eizellen einfrieren: Angebot soll Frauenquote erhöhen

Es scheint, als sei das Dilemma, zwischen Beruf und Familie wählen zu müssen, ein Grund für die niedrigen Frauenquoten in Unternehmen wie Google, Facebook und Apple. Zumindest lässt der Vorschlag, dass Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen können, um länger im Beruf zu bleiben, dies vermuten. In den Zahlen zur Belegschaft, die die drei Technik-Riesen kürzlich vorgelegt haben, zeigte sich, dass nur rund 30 Prozent der Angestellten weiblich sind. Mit der Kostenübernahme für die Kryokonservierung bieten Facebook und Apple Frauen vielleicht einen weiteren Anreiz.

Apple und Facebook wollen es ihren weiblichen Mitarbeitern erleichtern, sich zwischen Beruf und Familie zu entscheiden, indem sie die Kosten dafür übernehmen, dass Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen. Im Internet hat die neueste „Annehmlichkeit“ der Technik-Giganten jedoch für geteilte Meinungen gesorgt.


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Was denkst du?

  • beata00 am 27.10.2014 um 12:46 Uhr

    richtig! Sie möchten, dass Frauen nur das Kinderkriegen aufschieben. Die aufgetauten Eizellen sind häufig nicht anwendbar. Die Frauen sollen verstehen, dass die Befruchtung mit frischen Eizellen besser ist. (sowohl für IVF-Behandlung, als auch für Eizellspende)

    Antworten
  • beata00 am 23.10.2014 um 10:53 Uhr

    "die Chance einer Mehrlingsgeburt generell erhöht ist" - Nein, die Chancen werden nur bei künstlicher Befruchtung erhöht, aber nicht beim Social Freezing". Ganz umgekehrt! Nach dem Auftauen überleben unabhängig von der Dauer des Einfrierens etwa acht Eizellen. Etwa die Hälfte lässt sich erfolgreich befruchten und wiederum die Hälfte überlebt die ersten fünf Tage. Damit bleiben durchschnittlich zwei überlebensfähige Eizellen zum Einsetzen. und wie viele Eizellen erfolgreich einnisten, weiß niemand darüber.

    Antworten
  • beata00 am 23.10.2014 um 10:53 Uhr

    "die Chance einer Mehrlingsgeburt generell erhöht ist" - Nein, die Chancen werden nur bei künstlicher Befruchtung erhöht, aber nicht beim Social Freezing". Ganz umgekehrt! Nach dem Auftauen überleben unabhängig von der Dauer des Einfrierens etwa acht Eizellen. Etwa die Hälfte lässt sich erfolgreich befruchten und wiederum die Hälfte überlebt die ersten fünf Tage. Damit bleiben durchschnittlich zwei überlebensfähige Eizellen zum Einsetzen.und wie viele Eizellen erfolgreich einnisten, weiß niemand darüber.

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