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Jugendliche entwickelt App gegen Cybermobbing

Jugendliche entwickelt App gegen Cybermobbing

Mobbing ist ein großes Problem an vielen Schulen. Doch nicht nur während der Schulstunden und in den Pausen sehen sich viele Teenager mit gemeinen Kommentaren oder verbalen Angriffen konfrontiert. Durch das Internet können auch das Smartphone, Tablet oder der Computer genutzt werden, um Mitschüler zu mobben. Eine 15-jährige Schülerin entwickelte nun jedoch eine App, die Cybermobbing verhindern soll.

Die App „ReThink“ soll Mobbing im Internet stoppen

Mit Wortneuschöpfungen wie „Shitstorm“ und „Cybermobbing/-bullying“ wird bereits deutlich, dass bei der Kommunikation im Internet nicht immer `Friede, Freude, Eierkuchen` herrscht. Die Anonymität und der nicht unmittelbare Kontakt scheinen vielen Beleidigungen und Anfeindungen die Türen zu öffnen. Während das Zuhause – und in vielen Fällen gerade das Internet – zuvor meist ein Rückzugsort für Mobbingopfer war, stellen Facebook, Twitter und Co. nun eine weitere Möglichkeit dar, unbeliebte Mitschüler zu beleidigen. Eine Schülerin aus Illinois will das sogenannte Cybermobbing stoppen und entwickelte eine App für Smartphones und Tablets, die die Verfasser von gemeinen Kommentaren dazu anhält, noch einmal über das Geschriebene nachzudenken. Die App „ReThink“ soll so Mobbing schon verhindern, bevor es überhaupt stattfindet.

Teenage Girl Being Bullied By Text Message
Die App „ReThink“ soll Cybermobbing verhindern.

App erhöht die Hemmschwelle zum Cybermobbing

Trisha Prabhu war 13 Jahre alt, als sie von einem 11-jährigen Mädchen las, das sich das Leben genommen hatte, nachdem sie wiederholt über das Internet gemobbt wurde. Für die Schülerin war es unvorstellbar, dass Worte im Netz dazu führen könnten, dass ein so junger Mensch keinen anderen Ausweg mehr sieht. „Ich war schockiert, gebrochenen Herzens und wirklich wütend über diesen Vorfall und machte mich auf die Suche nach einer langfristigen Lösung für das Problem Cybermobbing“, berichtet die Erfinderin der App im Gespräch mit „Buzzfeed.com“. „Ich wusste, dass ich etwas tun musste, damit sowas nicht noch einmal passiert.“ Doch wie viele andere Kampagnen gegen Cybermobbing wollte Trisha Prabhu nicht erst nach den Mobbingvorfällen ansetzen, sondern diese von vornherein verhindern. Da gerade im Internet die Hemmschwelle niedrig ist, eine oftmals anonyme verletzende Botschaft einzutippen, soll die App „ReThink“ gerade diese Hemmschwelle erhöhen.

App funktioniert wie eine weitere Tastatur

Ein „Ich hasse dich“ oder „Ich finde dich blöd“ ist im Internet schnell getippt und als Kommentar bei Facebook, Twitter, Instagram oder anderen sozialen Netzwerken sowohl für das Mobbingopfer als auch für andere Nutzer sichtbar – und kann schlimme Folgen haben. So harmlos ein abwertender Kommentar einigen erscheint, für andere kann er der sprichwörtliche Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Die App „ReThink“ setzt davor an und macht es sich zur Aufgabe, verletzende Botschaften noch vor dem Absenden zu verhindern. Sie funktioniert wie eine weitere Tastatur, die in allen textbasierten Anwendungen zum Einsatz kommt, sobald die App runtergeladen und in den Einstellungen des Smartphones oder Tablets als Eingabemethode ausgewählt wurde. Wenn der Nutzer des Geräts nun eine Nachricht schreibt, in der einer der vom Cyberbullying Research Center als beleidigend eingestuften Begriffe vorkommt, sorgt die App für ein Pop-up, das den Verfasser der Nachricht dazu anhält, noch einmal über den Inhalt nachzudenken. Laut Trisha Pradhu können auf diese Weise 93 Prozent der als Cybermobbing eingestuften Nachrichten verhindert werden.

Mit ihrer App „ReThink“ hat die 15-jährige Trisha Pradhu einen Weg gefunden, Cybermobbing zu stoppen, bevor es entsteht. Da vor allem im Internet die Hemmschwelle sehr gering ist, jemandem beleidigende Kommentare zu senden, kann die Erinnerung daran, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch mit Gefühlen sitzt, die verletzt werden könnten, bereits ausreichen, um Mobbing zu stoppen. Die Schülerin mit dieser genialen Idee gewann bereits mehrere Nachwuchspreise und durfte ihre App sogar im Weißen Haus vorstellen.

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