Azoospermie: Keine Schwimmer im Teich?

Seit Monaten versuchen Du und Dein Partner inzwischen, endlich schwanger zu werden. Doch irgendwie tut sich nichts an der Babyfront. Die Ursachen für eine solche Unfruchtbarkeit sind vielfältig und können gleichermaßen beim Mann, bei der Frau oder bei beiden Partnern liegen. Eine der Ursachen für die männliche Unfruchtbarkeit ist die Azoospermie. Im Ejakulat des Mannes befinden sich dann keine reifen Samenzellen.

Was ist Azoospermie?

Wenn die Erfüllung des Kinderwunschs lange auf sich warten lässt, kommt früher oder später jedes Paar ins Grübeln. Nach etwa einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs ohne das Eintreten einer Schwangerschaft, sprechen die Mediziner von einer Unfruchtbarkeit. Und es stellt sich die Frage: „Liegt es an Dir oder an mir?“ Die Ursachen für die ungewollte Kinderlosigkeit sind zu gleichen Teilen von etwa 30 Prozent der Fälle bei der Frau, beim Mann oder bei beiden Partnern zu finden. Ein möglicher Grund dafür, warum der Mann unfruchtbar sein könnte, ist die Azoospermie. Darunter versteht man das Fehlen von Samenzellen im männlichen Ejakulat. Eine solche Fruchtbarkeitsstörung kann viele verschiedene Ursachen haben und entweder temporär oder dauerhaft sein. Nicht alle Formen der Azoospermie können behandelt werden. Wenn beispielsweise genetische Defekte für das Fehlen der Samenzellen verantwortlich sind, ist die Unfruchtbarkeit nicht behandelbar. In anderen Fällen kann eine Bekämpfung der jeweiligen Ursache dazu führen, dass die Bildung der Samenzellen wieder angekurbelt wird und eine Schwangerschaft möglich ist.

Ursachen der Azoospermie

Für das Fehlen der Samenzellen im Sperma können viele verschiedene Ursachen verantwortlich sein. In den meisten Fällen besteht eine Störung in der Spermienproduktion (Spermatogenese) oder im Spermientransport. Hier kann die Azoospermie sowohl vorübergehend als auch bleibend auftreten. Eine übermäßige Erwärmung der Hoden durch zu heiße Bäder, Saunagänge oder enge Kleidung, bestimmte Medikamente oder Umweltgifte, sowie Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten und Drogen können zu einer vorübergehenden Einschränkung in der Spermienproduktion führen. Auch eine sogenannte Orchitis, die Entzündung der Hoden aufgrund einer Virusinfektion, kann eine temporäre Azoospermie auslösen. Eine bleibende Form der Fruchtbarkeitsstörung kann infolge einer Mumpserkrankung nach der Pubertät oder sexuell übertragbaren Krankheiten wie Gonorrhoe auftreten. Wenn der Transport der Spermien gestört ist, zum Beispiel wegen durchtrennter Samenleiter, werden sich ebenfalls keine beweglichen Samenzellen im Ejakulat finden. Dies machen sich Ärzte bei der männlichen Sterilisation zunutze, aber manchmal werden die Samenleiter auch versehentlich verletzt. Auch genetische Defekte, wie beispielsweise die Erbkrankheit Mukoviszidose, oder hormonelle Störungen können die Azoospermie beim Mann hervorrufen. Im Falle einer Krebserkrankung kann die oft nötige Chemotherapie dafür sorgen, dass die Spermienproduktion eingeschränkt wird. Männern mit Kinderwunsch wird daher die Möglichkeit geboten, vor der Krebsbehandlung eine Samenprobe einzufrieren, sodass eine spätere künstliche Befruchtung der Partnerin möglich ist.

Trotz Azoospermie ist eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen

Eine Azoospermie ist noch kein Grund zur Sorge. Bei einigen Fällen der Fruchtbarkeitsstörung bestehen Heilungschancen, sodass eine Schwangerschaft trotzdem möglich ist.


Diagnose einer Azoospermie

Da mit der Azoospermie außer dem Fehlen der Samenzellen keine anderen Symptome oder Einschränkungen einhergehen, zeigt sie sich oftmals erst, wenn ein Paar versucht, ein Kind zu bekommen. Wenn es dann nach einigen Monaten nicht klappt, lassen sich die beiden Partner in der Regel untersuchen. Beim Mann gehört zu dieser Untersuchung das sogenannte Spermiogramm. Die Untersuchung einer Samenprobe gibt Aufschluss über die Qualität des Spermas. Wenn bei Deinem Partner ein Spermiogramm durchgeführt werden soll, müsst ihr im Vorfeld etwa zwei bis sieben Tage auf Geschlechtsverkehr verzichten, da der Fruchtbarkeitstest dadurch am aussagekräftigsten ist. Im Labor wird die Probe dann auf die Anzahl, die Form und die Beweglichkeit der Spermien untersucht. In der Regel gelten eine Gesamtzahl von mindestens 39 Millionen Spermien oder eine Konzentration von 15 Millionen Spermien pro Milliliter Ejakulat als unterer Normbereich. Im Falle der Azoospermie sind jedoch gar keine gesunden Spermien im Ejakulat enthalten. Darüber, welche Ursache für das Fehlen der Samenzellen verantwortlich ist, gibt das Spermiogramm jedoch keinen Aufschluss. Daher werden weitere Untersuchungen notwendig, um herauszufinden, ob die Azoospermie genetisch bedingt ist oder andere Ursachen in Frage kommen. Hormonuntersuchungen, genetische Tests, immunologische Untersuchungen sowie Durchgängigkeitsprüfungen der Hoden und Samenwege liefern erst das endgültige Ergebnis, ob die Azoospermie behandelbar ist.

Azoospermie: Behandlung bei Kinderwunsch

Nicht alle Formen einer Azoospermie sind auch behandelbar. Daher richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache für die gestörte Spermienproduktion. Bei einer vorübergehenden Störung reicht es oftmals, die verantwortlichen Faktoren auszuschalten. Wenn auf heiße Bäder, Spermien beeinträchtigende Medikamente und Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum verzichtet wird, normalisiert sich die Spermienzahl häufig bereits wieder. Geht die Azoospermie auf hormonelle Ursachen zurück, können entsprechende Präparate die Spermienproduktion wieder ankurbeln, während bei bakteriellen Infektionen durch sexuell übertragbare Krankheiten Antibiotika weiterhelfen. In einigen wenigen Fällen hilft auch eine Operation, um beispielsweise versperrte Samenleiter wieder durchgängig zu machen. Wenn bei Deinem Partner eine Azoospermie vorliegt, gibt es also noch einige Möglichkeiten, Euch den Kinderwunsch trotzdem zu erfüllen. Bei manchen Formen der Fruchtbarkeitsstörung können direkt aus dem Hoden durch eine Gewebeprobe gesunde Spermien entnommen werden, die für eine künstliche Befruchtung verwendet werden können. Da jedoch nicht alle Arten der Azoospermie behandelbar sind, kann eine Therapie helfen, mit dem Rückschlag umzugehen, dass leibliche Kinder wohl ein Wunschtraum bleiben werden. Und in solchen Fällen gibt es ja auch immer noch Alternativen wie eine Adoption.

Wenn sich im Ejakulat Deines Mannes keine lebendigen, beweglichen Samenzellen befinden, leidet er an einer Azoospermie. Es gibt viele verschiedene Ursachen für die Fruchtbarkeitsstörung, die in einigen Fällen gut behandelbar ist und in anderen leider dauerhaft zu Unfruchtbarkeit führt. Ein Spermiogramm zeigt, ob und wie viele Samenzellen sich im männlichen Sperma befinden, während die jeweilige Ursache für die Azoospermie erst mit Hilfe anderer Untersuchungen festgestellt wird.

Bildquelle: KatarzynaBialasiewicz/iStock/Thinkstock


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Was denkst du?

  • Taschen_fan am 02.10.2014 um 12:55 Uhr

    Von einer Azoospermie hab ich ja noch nie was gehört. Es gibt ja echt viele Gründe für Unfruchtbarkeit!

    Antworten
  • i_heart_ny am 08.09.2014 um 18:03 Uhr

    Mein Schwager hat Azoospermie. Meine Schwester ist schon ganz traurig, weil sie es schon so lange versuchen, aber bisher nichts geklappt hat.

    Antworten
  • Annamita1985 am 04.09.2014 um 17:33 Uhr

    Mit einer Azoospermie hatten wir glücklicherweise nie zu tun. Ich glaube, dann wäre mein Mann durchgedreht. Kerle...

    Antworten
  • easy_peasy am 30.06.2014 um 14:44 Uhr

    Wir haben auch mit Azoospermie zu kämpfen. Das ist auf jeden Fall nicht leicht.

    Antworten
  • grillmama123 am 06.06.2014 um 13:50 Uhr

    Der Mann meiner besten Freundin hat Azoospermie und darunter sehr zu leiden. Die beiden denken jetzt aber über Adoption nach.

    Antworten
  • Pommesgemuese am 30.05.2014 um 10:44 Uhr

    Ich dachte jetzt erst eine Azoospermie wäre eine bestimmte SpErmie und keine SperMIE...

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  • KitchenMaus am 27.05.2014 um 17:06 Uhr

    Ich glaube Azoospermie ist gerade deswegen schlimm, weil der Mann betroffen ist. Ich habe das Gefühl, dass das starke Geschlecht mit sowas etwas schlechter umgehen kann als Frauen, weil sie direkt denken, dass sie weniger "Mann" wären.

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