Das Geschlecht des Babys beeinflussen
Anna Groß am 13.03.2017

Jede Frau wünscht sich ein gesundes Kind. Den meisten ist hierbei das Geschlecht egal, doch manche möchten unbedingt ein Mädchen. Der Wunsch, das Geschlecht beeinflussen zu können, ist uralt. Aber kann man sich wirklich aussuchen, ob man einen Jungen oder ein Mädchen zeugt, oder handelt es sich dabei nur um einen alten Aberglauben?

Mädchen oder Junge: Lässt sich das Geschlecht beeinflussen?

Schon Aristoteles riet: Wünscht sich das Paar einen Sohn, sollte der Zeugungsakt während eines kühlen und trockenen Nordwindes stattfinden, bei dem Wunsch nach einem Mädchen dagegen sollte das Paar den Akt bei einem warmen und feuchten Südwind vollziehen. Der Wunsch, das Geschlecht zu beeinflussen, scheint fast so alt wie die Geschichte des Menschen selbst. Seit der Antike kursieren Tausende solcher Methoden, mit denen sich angeblich auf das Geschlecht des Kindes während der Zeugung und der Schwangerschaft Einfluss nehmen lässt. Aber kann man wirklich das Geschlecht beeinflussen?

Geschlecht des Babys aussuchen

Kann man sich das Geschlecht seines Kindes aussuchen?

Das Geschlecht beeinflussen: Wahrheit oder Mythos?

Ein alter Glaube besagt, dass bereits der Blick in den Spiegel einer Schwangeren Auskunft darüber geben könne, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen erwarte: Ein Junge bringt die werdende Mutter angeblich zum Blühen, ein Mädchen soll ihr hingegen die Schönheit rauben. Im Volksglauben finden sich auch zahlreiche Methoden, mit denen die werdende Mutter angeblich das Geschlecht beeinflussen kann: Beim Wunsch nach einem Mädchen soll das Kopfkissen der Schwangeren südlich liegen. Zudem solle sie viel Sanddorn-Saft trinken und auf den Verzehr von Geflügel verzichten. Um beim nächsten Mal einen Jungen zur Welt zu bringen, riet man früher den Frauen, die bereits ein oder mehrere Kinder zur Welt gebracht hatten, die Plazenta des zuletzt geborenen Kindes sofort unter einem Nussbaum zu vergraben. Diese fragwürdigen Methoden, mit denen sich angeblich das Geschlecht beeinflussen lassen soll, sind natürlich in keinster Weise wissenschaftlich fundiert.

Was sagt die Wissenschaft?

Ein paar wissenschaftlich fundierte Möglichkeiten, um das Geschlecht zu beeinflussen, gibt es neben diesen Ammenmärchen aber dennoch. Eine kleine Chance hast Du zum Beispiel mit der richtigen Ernährung:

  • Wenn Du zum Zeitpunkt der Zeugung auf Diät bist, Dich also kalorienarm ernährst, bringst Du mit einer Wahrscheinlichkeit von 56 Prozent ein Mädchen zur Welt.
  • Wer sich einen Jungen wünscht, darf hingegen zuschlagen.

Längere Zeit glaubte man außerdem, dass die richtige Stellung während des Geschlechtsverkehrs das Geschlecht beeinflussen könne. Demnach soll die Missionarsstellung zu einem Mädchen führen und Sex von hinten zu einem Jungen. Es hat sich aber herausgestellt, dass der Einfluss dieser Positionen auf das Geschlecht des Kindes verschwindend gering bis schlichtweg nicht vorhanden ist.

Geschlecht des Kindes beeinflussen

Nur wenige Eltern wollen das Geschlecht ihres Kindes beeinflussen.

Eine Frage des Zeitpunkts

Einige Wissenschaftler sind der Auffassung, dass der richtige Zeitpunkt der Zeugung wichtig ist, wenn Du das Geschlecht beeinflussen möchtest. Hier bezieht man sich auf den unterschiedlichen Fitnessgrad der Spermien: Samenzellen mit dem Y-Chromosom sind schneller als die mit dem X-Chromosom, haben dafür aber auch eine erheblich geringere Lebensdauer. Wenn der Sex also einige Tage vor dem Eisprung stattfindet, sterben sie zu früh ab und die „Mädchen“-Spermien haben freie Bahn. Folgende Methode soll zu 70 bis 75 Prozent zutreffend sein:

  • Wenn Du und Dein Partner Euch einen Jungen wünscht, solltet Ihr also möglichst kurz vor dem Eisprung miteinander schlafen.
  • Wenn Ihr Euch ein Mädchen wünscht, ist der Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr drei Tage vor dem Eisprung am besten geeignet.

Dass aber eigentlich der Zufall über das Geschlecht bestimmt, hat durchaus seinen Sinn: Ethische und moralische Gründe verbieten es hierzulande den Wissenschaftlern, auf das Geschlecht des Kindes Einfluss zu nehmen, denn man befürchtet dabei eine Tendenz zu den sogenannten „Designer-Babys“, deren Anlagen bereits im Voraus im Labor ausgewählt werden. In den USA ist es hingegen heute schon möglich, mehrere Embryonen „im Reagenzglas“ zu zeugen und später nur einen Embryo, der das gewünschte Geschlecht aufweist, in die Gebärmutter der Frau einzupflanzen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, für umgerechnet 2000 Euro die Spermien des Mannes nach X- und Y-Chromosomen filtern zu lassen. Auch diese Methode, mit der sich das Geschlecht beeinflussen lässt, ist in Deutschland bisher verboten. Ausnahmen gibt es, wenn bei den Eltern eine geschlechtsgebundene, vererbbare Krankheit besteht. Dann kann mit dem Einverständnis einer Ethikkommission das Geschlecht des Kindes vorselektiert werden, damit die Krankheit nicht weitervererbt wird.

Nur wenige Paare wünschen sich, das Geschlecht beeinflussen zu können

Interessant ist, dass – obgleich die Möglichkeit, das Geschlecht zu beeinflussen, in den USA besteht und auch in Anspruch genommen wird – laut einer Studie ganze 94 Prozent der Deutschen das Geschlecht ihres Kindes nicht ernsthaft beeinflussen würden, selbst dann nicht, wenn dies auf einfache und günstige Weise möglich wäre. Dem zugrunde liegt die Auffassung, dass Kinder schließlich bedingungslos um ihrer selbst Willen geliebt werden sollten, und nicht aufgrund ihrer Fähigkeiten, ihrer Augenfarbe oder ihres Geschlechts.

Früher versuchten Menschen, die Nachwuchs planten, mit den unterschiedlichsten Methoden, das Geschlecht zu beeinflussen, etwa indem sie den Geschlechtsverkehr nach der Richtung des Windes ausrichteten. Mittlerweile ist es mit verschiedenen wissenschaftlichen Methoden möglich, das Geschlecht zu beeinflussen, aus ethischen Gründen sind diese Vorgehensweisen hierzulande jedoch verboten. Wie siehst Du das? Würdest Du das Geschlecht Deines Kindes beeinflussen wollen?

Bildquellen: Pexels.com/Rene Asmussen; Pexels.com/Drew Hays

Hat dir der Artikel gefallen?
0
0

Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Start
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?