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Milch abpumpen kein rein weibliches Problem?

Keine Diskriminierung möglich?

Milch abpumpen kein rein weibliches Problem?

In den USA hat ein Gericht mit einem skurillen Urteil für Aufmerksamkeit gesorgt. So soll es keine Diskriminierung sein, wenn eine Frau gefeuert wird, weil sie Milch abpumpen muss, schließlich könnten Männer ebenfalls Milch absondern.

Milch abpumpen auch für Männer problematisch

Es ist mittlerweile bekannt, dass Frauen in den USA ganz besonders Probleme haben, wenn es um die Ernährung ihrer Kinder geht. Stillen oder auch Milch abpumpen in der Öffentlichkeit werden nach wie vor von einigen Mitmenschen nicht akzeptiert und als unakzeptable Zurschaustellung weiblicher Reize angesehen. Bislang konnte man allerdings immerhin noch hoffen, dass das Gesetz blind ist für derlei haltlose Anschuldigungen gegenüber Frauen, die einfach nur ihre Babys füttern und beruhigen wollen. Doch scheinbar ist dies nicht der Fall! Bereits 2012 klagte Angela Ames ihren ehemaligen Arbeitgeber „Nationwide“ wegen Diskriminierung an. Ihr wurden zu große Hürden auferlegt, um Milch abpumpen zu können. Der erste Fall scheiterte und auch in der Berufung waren Angela und ihre Anwälte nicht erfolgreich. Nun postete ihr Anwalt auf seinem Blog die unglaubliche Begründung des Gerichts für die Ablehnung der Klage.

Milch abpumpen: Milchpumpe.
Auch Männer können Milch abpumpen? Laut einem Gericht in den USA kommt dies wohl häufiger vor, als man denkt...

Angela Ames wollte lediglich Milch abpumpen

Nach deutschen Verhältnissen würde Angela Ames wohl als ein regelrechter Workaholic gelten. Doch die kurzen acht Wochen Mutterschaftsurlaub ohne anschließende Elternzeit sind in den USA keine Seltenheit, denn eine gesetzliche Regelung hierzu, sowie zur Fortzahlung des Gehalts in dieser Zeit, gibt es nicht. Die Frage von Angela nach einem ruhigen Raum, in dem sie Milch abpumpen kann, wirkt eigentlich geradezu bescheiden, doch es schien für ihren Arbeitgeber bereits zu viel zu sein. Einen Stillraum gab es in der Firma zwar tatsächlich, doch wurde ihr der Zutritt ohne den entsprechenden Papierkram verwährt; die Bearbeitung würde ganze drei Tage in Anspruch nehmen. Für eine Mutter, die vorher ihr Baby alle drei Stunden gestillt hat, undenkbar. Der plötzliche Wegfall des Stillens und die fehlende Möglichkeit, die Milch abpumpen zu können, führte in kürzester Zeit zu geschwollenen und schmerzenden Brüsten. Auf Nachfrage bei ihrem Vorgesetzen für eine Übergangslösung, soll dieser ihr ein Blatt in die Hand gedrückt haben mit dem Kommentar: „Vielleicht sollten sie bei ihren Babys zu Hause bleiben.“ Weil sie glaubte, keine andere Wahl zu haben, nahm Angela Ames den „Rat“ kurzerhand an und kündigte.

Auch Männer können Milch abpumpen

Die erste Klage gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber verlor Angela. Sie hätte zu schnell nachgegeben, zu schnell die Kündigung eingereicht, anstatt weiter auf einen Raum zum Milch abpumpen zu drängen. Das gab ihr Anwalt nun in einem Blogpost bekannt: „Das Gericht fand es irrelevant, dass Angela zusätzliche Maßnahmen ergreifen sollte, während sie angeschwollen war und während sie auf ein Abpumpraum wartete, der laut ihrem Arbeitgeber erst in mehreren Tagen verfügbar sein würde.“ Anfang des Jahres wurde auch die Berufung abgelehnt. Die Begründung war grundsätzlich eine ähnliche wie im ersten Durchlauf, mit einem kleinen, aber umso unglaublicheren, Zusatz. Laut Gerichtsurteil könne die Klage wegen Diskriminierung nicht zugelassen werden, da auch Männer Milch abpumpen könnten: „Das Gericht fand auch, unsinnigerweise, dass selbst wenn Angela gefeuert worden wäre, weil sie stillte, das keine Form von Diskriminierung wäre, teilweise weil Männer unter bestimmten Umständen auch Milch absondern können.“

Skurriler geht es kaum! Ein Gericht in den USA entschied, dass Frauen, die Milch abpumpen, nicht deswegen diskriminiert werden können, weil Männer ebenfalls unter bestimmten Umständen Milch absondern können. Da hat jemand das Prinzip der Gleichberechtigung ganz offensichtlich gehörig missverstanden!

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