Stillen birgt viele Vorteile.

Muttermilch ist besonders wertvoll

Muttermilch ist besonders wertvoll

Muttermilch ist seit jeher erste Wahl für die Versorgung eines Neugeborenen. Spanische Forscher fanden jetzt heraus, dass sie noch wertvoller ist als bisher angenommen.

Stillen gilt schon immer als die natürlichste und gesündeste Möglichkeit, ein Neugeborenes zu ernähren. Muttermilch enthält alle Nährstoffe, die das Baby nach der Geburt benötigt und nur in der Muttermilch sind diese Nährstoffe ganz individuell optimal auf das Baby abgestimmt. Neben den Nährstoffen erhält das Baby mit der Muttermilch auch den Immunschutz, den es in den ersten Lebensmonaten noch nicht selbst aufbauen kann. Eine Gruppe spanischer Forscher hat die Muttermilch jetzt genauer unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass ihre Zusammensetzung sogar noch mehr zu bieten hat.

Muttermilch ist nicht zu ersetzen

Stillen ist die natürlichste Art und Weise, ein Neugeborenes zu versorgen. Der Deutsche Hebammenverband erklärt in seiner Kampagne für das Stillen auch die Gründe hierfür: „Muttermilch ist wohlschmeckend, immer richtig temperiert und zudem noch äußerst kostengünstig.“ Eine Fülle von Argumenten, die wohl kaum zu widerlegen sind. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stößt in dasselbe Horn und empfiehlt Müttern, ihr Baby sechs Monate lang ausschließlich zu stillen und erst danach mit Beikost zu beginnen, die dann bis zum Ende des zweiten Lebensjahres die Muttermilch vollständig ersetzen kann. Nach Angaben von LaLeche Liga ist Muttermilch auch deutlich besser für die Verdauung des Babys als industriell hergestellte Ersatzmilch, da sie den Stuhl weicher macht und so beim Ausscheiden hilft. In der Folge leiden gestillte Babys seltener an Bauchschmerzen als Babys, die mit Ersatzmilch gefüttert werden.

Das Stillen ist nach Meinung der Experten auch für die Mutter von großem Vorteil. „Auch die Mutter selbst profitiert vom Stillen“, erklärt der Deutsche Hebammenverband weiter, „Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass eine Mutter, die möglichst nach der WHO Empfehlung stillt, im Alter seltener an Osteoporose leidet, ihr Risiko für Brust-, Eierstocks- und Gebärmutterkrebs reduziert, ein geringeres Risiko für Depressionen hat und ihr Risiko Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes Typ II senkt.“ Gerade im Bereich Diabetes belegen Studien diesen Trend eindeutig. Glaubt man den Statistiken in diesem Bereich, erkrankt jede zweite Frau, die an Schwangerschaftsdiabetes litt, innerhalb von zehn Jahren nach der Geburt ihres Kindes tatsächlich an Diabetes Typ II. Eine Studie des Helmholtz-Zentrums in München zeigte dagegen jüngst, dass stillende Mütter dieses Diabetes-Risiko um bis zu 40 Prozent senken können. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie betont die Bedeutung des Stillens für die Bindung zwischen Mutter und Kind. Der Körperkontakt, der beim Stillen entstehe, sei durch nichts zu ersetzen. „Mit diesem Prozess wird bereits ein Grundbaustein für die menschliche Bindungsfähigkeit und eine normale psychosoziale Entwicklung gelegt“, meldet sich der Berufsverband der Frauenärzte zu diesem Thema zu Wort.

Mit der Muttermilch erhält das Baby alle Nährstoffe, die es braucht.
Stillen ist noch immer die natürlichste und gesündeste Art und Weise, ein neugeborenes Baby zu versorgen

Die Meinungen zum Thema Stillen und Muttermilch sind einhellig. Nicht immer ist es allerdings möglich, ein Baby zu stillen. Die Nahrungsmittelindustrie ist daher schon seit vielen Jahren dem Geheimnis der Muttermilch auf der Spur, um Müttern, die aus individuellen Gründen nicht stillen können, eine adäquate Ersatznahrung für ihr Baby anbieten zu können. Trotz aller Bemühungen und intensiver Forschung scheint die Muttermilch in ihrer Zusammensetzung aber noch immer unerreicht zu sein. So enthält sie nicht nur die optimale Menge und Zusammensetzung an Nährstoffen, die ein neugeborenes Baby benötigt, sondern auch Antikörper, die die Mutter bei früheren Infektionen gebildet hat. So erhält das Baby beispielsweise mit der Muttermilch einen Immunschutz gegen Masern, Windpocken oder ähnliche Kinderkrankheiten. Keine künstlich erzeugte Säuglingsnahrung ist in der Lage, diesen Schutz zu liefern. Trotz modernster Forschung und hoch entwickelter Nahrungsmittelindustrie also nach wie vor ein deutliches Credo für die Muttermilch.

Was macht Muttermilch so besonders?

Schon immer war die Ernährungsforschung von der Reihhaltigkeit der Muttermilch überzeugt. Ein spanisches Forscherteam fand jetzt allerdings heraus, dass selbst die optimistischsten Einschätzungen bisher noch hinter der Realität zurück blieben. Die Forscher fanden heraus, dass in der Muttermilch weit mehr Mikroorganismen enthalten sind als bisher bekannt war. Bei diesen Mikroorganismen handelt es sich um Bakterien, die sich positiv auf den Organismus auswirken. Im Durchschnitt enthält die Muttermilch etwa 700 verschiedene Bakterien, die Zahl variiert von Frau zu Frau. Die Zusammensetzung der Bakterienflora des Neugeborenen wiederum hängt von der Bakterienvielfalt ab, die die Muttermilch zu bieten hat. Bei übergewichtigen Müttern ist diese Vielfalt beispielsweise geringer als bei normalgewichtigen Frauen. Ebenfalls hemmend wirkt sich nach Angaben ein Kaiserschnitt auf die Bakterienvielfalt in der Muttermilch aus. Die Bakterienflora einer vaginal gebärenden Frau wies dagegen eine deutlich höhere Vielfalt auf. Warum dies so ist, konnten die Forscher bislang noch nicht eindeutig klären.

Die jüngsten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Muttermilchforschung sollen nun so schnell wie möglich auch in der Entwicklung von Ersatznahrung zum Einsatz kommen, um die industriell hergestellte Erstmilch so früh wie möglich an die Möglichkeiten der Muttermilch anzupassen. Insbesondere die Weitergabe eines Immunschutzes über die Milch ist den Forschern dabei ein Anliegen, könnten doch so frühe Erkrankungen und vor allem Allergien bereits in den ersten Lebenswochen reduziert werden. Sollte dies gelingen, wäre ein wichtiger Schritt auf dem Gebiet der Ernährungsforschung getan. Trotzdem wird Muttermilch wohl nie vollständig ersetzt werden können, bietet sie doch neben der reinen Versorgung des Neugeborenen weitere Vorteile, die nicht durch industrielle Nahrung ausgeglichen werden können.

Muttermilch ist die natürlichste und gesündeste Möglichkeit, ein Neugeborenes zu versorgen. Sie liefert alle notwendigen Nährstoffe und Antikörper, die optimal auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt sind. Zudem bietet der Vorgang des Stillens viele Vorteile für Mutter und Kind. Trotz intensiver Forschung wird industriell hergestellte Ersatznahrung die Muttermilch wohl nie vollkommen adäquat ersetzen können.

Bildquelle: Dreamstime.com

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