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Entbindungspfleger

Männliche Hebamme – exotisch oder normal?

Wenn sich ein kleines Wunder auf den Weg macht, wird diese einzigartige Ereignis in den besten und meisten Fällen von einer Hebamme begleitet. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass diesen Job auch Männer machen können? Eine männliche Hebamme ist in Deutschland immer noch eine Ausnahme – aber warum eigentlich?

Warum gibt es so viele weibliche Hebammen?

Anna, Melanie, Steffi… wenn wir an Hebammen denken, fallen uns meistens Frauennamen ein. Das liegt vor allem daran, dass die Hebammenkunst eine der ältesten Berufe schlechthin ist – und damals galt es als völlig undenkbar, dass ein Mann eine Gebärende betreut. Kannst du dir vorstellen, dass bis vor etwa 40 Jahren nicht mal die Väter mit in den Kreißsaal durften? Verrückt, oder? Kein Wunder also, dass der Beruf der Hebamme immer noch fest in Frauenhand ist.

Wie nennt man eine männliche Hebamme?

Wenn es um die ärztliche Betreuung einer Schwangeren geht, sind Gynäkologen heutzutage eine Selbstverständlichkeit – auch, wenn viele Frauen immer noch eine Gynäkologin vorziehen. Aber eine männliche Hebamme? Das scheint für viele Frauen immer noch undenkbar. Die korrekte Bezeichnung für einen Mann, der die Hebammentätigkeit ausübt, ist in Deutschland übrigens „Entbindungspfleger“.

Was ist der Unterschied zwischen Hebamme und Entbindungspfleger?

Während in Österreich die Bezeichnung „Hebamme“ sowohl Frauen als auch Männer einschließt, werden männliche Hebammen in Deutschland als „Entbindungspfleger“ bezeichnet. Aufgaben, Funktionen und Verantwortung sind aber identisch – ganz gleich, ob es sich um eine weibliche Hebamme oder einen männlichen Entbindungspfleger handelt.

Was muss man als männliche Hebamme können?

Im Jahr 2020 wurde die Hebammenausbildung umfassend reformiert und modernisiert. Hebammen und Entbindungshelfer werden jetzt akademisch im Rahmen von Regelstudiengängen ausgebildet. Da es sich dabei um ein duales Studium handelt, bleibt den Studenten noch ausreichend Zeit zum Sammeln von Praxiserfahrungen. Ob Mann oder Frau – der Inhalt des Hebammenstudiums ist identisch.

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Was sind die Aufgaben eines Entbindungspflegers?

Männliche Hebammen übernehmen die gleichen Aufgaben wie ihre weiblichen Kolleginnen. Dazu gehören unter anderem:

  • die Vorsorgeuntersuchungen
  • der Geburtsvorbereitungskurs
  • die Betreuung unter der Geburt
  • die Nachsorge im Wochenbett

Männliche Hebamme: Wie viele gibt es in Deutschland?

Leider gibt es immer noch keine verlässliche Statistik über die genaue Anzahl von männlichen Hebammen in Deutschland. Die Zahlen schwanken zwischen 6 und 30, wohingegen rund 24.000 weibliche Hebammen in Deutschland registriert sind. Trotzdem ist Nachwuchs dringend nötig, denn deutschlandweit fehlt es an Hebammen, sodass manche Kreißsäle vorübergehend abgemeldet oder sogar ganz geschlossen werden müssen.

Was hält Männer davon ab, Hebamme zu werden?

Es ist sicherlich nicht nur die geringe Akzeptanz in der Gesellschaft, die Männer davon abhält, den Beruf des Entbindungspflegers zu wählen. Es gibt außerdem noch einige Dinge, die sicherlich wichtig für die Entscheidung gegen den Beruf sind:

  • die Bezahlung: Hebammen jeden Geschlechts verdienen mit 3.500 Euro brutto im Monat eher schlecht. Dazu kommt, dass sie sich als Selbstständige versichern müssen.
  • die sehr teure Versicherung: Hebammen müssen sich privat versichern, wenn sie ihre Tätigkeit selbstständig ausführen wollen und nicht in der Klinik arbeiten.
  • die Abrufbereitschaft: Eine Geburt lässt sich nicht planen. Wenn das Baby nachts um 3 auf die Welt kommen möchte und die Hebamme Rufbereitschaft hat, muss sie oder er da sein.
  • die geringen Karrierechancen: Obwohl Entbindungspfleger bzw. Hebammen eine sehr große Verantwortung für werdende Mamas und ihr Baby haben, ist der Beruf nicht gerade hoch angesehen. Männer und Frauen haben ­– selbst innerhalb einer Klinik – kaum Aufstiegschancen.

Nicht nur über die richtige Hebamme macht man sich während der Schwangerschaft Gedanken, auch die Erstausstattung fürs Neugeborene wird nun besorgt. Im Video zeigen wir dir, was ein Baby alles benötigt:

Erstausstattung fürs Baby: Diese Dinge sind unverzichtbar Abonniere uns
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In Deutschland gelten männliche Hebammen immer noch als Exoten. Aber mit der Akademisierung der Ausbildung erhofft man sich, den Beruf wieder attraktiver zu machen – vor allem auch für Männer. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob dieser Plan aufgeht.

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Bildquelle: GettyImages/Jokic

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