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Ernährung

Essen die Deutschen weniger Transfette?

Kaum ein Nahrungsmittelbestandteil ist so gefürchtet wie Transfette. Sie gelten als besonders gefährlich für die Gesundheit, da sie zu Gefäßerkrankungen führen können. Eine Studie könnte nun zeigen, dass die Aufnahme von Transfetten über die Nahrung in Deutschland auf ein unbedenkliches Maß gefallen sein könnte.

Kürzlich wurde „LURIC - Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health“ Studie (Risiko und kardiovaskuläre Gesundheit) im Fachmagazin „European Heart Journal“ veröffentlicht. Dabei konnte kein Zusammenhang zwischen Transfetten und einer erhöhten Sterblichkeit nachgewiesen werden und auch die Aufnahmemenge über die Nahrung scheint unbedenklich zu sein. Das Team der Universität Heidelberg in Mannheim um Forschungsleiter Marcus Kleber hatte hierfür 3259 Teilnehmer ausgewählt, die zuvor von ihrem behandelnden Arzt einer Koronaranografie – also einer bildlichen Darstellung der Herzkranzgefäße – unterzogen wurden. Die Wissenschaftler analysierten ihr Blut auf Transfette und entdeckten erstaunlich niedrige Werte: Gerade einmal 0,96 Prozent des Gesamtfettsäureanteils bestand aus Transfetten, ein Wert, der von den Autoren der Studie als unbedenklich eingestuft wird. Die Wissenschaftler konnten in ihren Nachforschungen zudem keinen Bezug zwischen Transfetten und einer erhöhten Sterblichkeit feststellen. Transfette entstehen vor allem beim Erhitzen von Pflanzenölen auf über 130 Grad. Daher sind besonders Lebensmittel wie Fast Food, Fertiggerichte oder Gebäck mit Transfetten belastet. Sie wirken sich negativ auf den Cholesterinspiegel aus und können zu Arteriosklerose führen, die wiederum Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach sich ziehen.

Transfette stecken vor allem in frittierten Lebensmitteln wie Pommes
Transfette stecken vor allem in frittierten Lebensmitteln wie Pommes

Transfette in der Nahrung von Anfang an reduziert?

Allerdings ist fraglich, ob sich die Studienergebnisse tatsächlich auf die Gesamtbevölkerung und ihre Ernährungsgewohnheiten übertragen lassen. Die Probanden der Studie waren Patienten, die wegen gesundheitlicher Beschwerden einer Koronarangiografie unterzogen wurden – es bestand also von Beginn an ein Verdacht auf eine Herzerkrankung, beispielsweise ausgelöst durch Brustschmerzen oder ein hohes Stressempfinden. Es ist daher durchaus möglich, dass die Studienteilnehmer bereits vor Studienbeginn auf ärztlichen Rat hin auf Transfette verzichteten. Dies lässt sich allerdings nicht prüfen, da für die Studie keine Daten zur Ernährung erhoben wurden. Die Ergebnisse – die positiv niedrigen Transfett-Werte durch die Nahrung und der nicht nachweisbare Sterblichkeitszusammenhang – müssen damit nicht unbedingt repräsentativ für die Bevölkerung sein und können keine Aussage darüber treffen, ob in der Nahrung der Deutschen immer noch zu viele Transfette stecken.

Fakt ist: Transfette sind und bleiben ein echter Feind für unseren Körper. Ob die LURIC Studienergebnisse eine Aussage darüber treffen können, ob die Deutschen die Aufnahme von Transfetten auf ein unbedenkliches Maß heruntergeschraubt haben, ist trotz der erfreulichen Ergebnisse eher fraglich. Es sollte sich also niemand zurücklehnen und in aller Ruhe in die Chipstüte, zu Pommes oder Croissants greifen.

Bildquelle: iStock/Bombaert

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