Rhabarber auf einem Holztisch

Der Gemeine Rhabarber ist alles andere als gemein – auch wenn er so heißt. Viele Feinschmecker lieben die bunten Stangen, sei es als Kuchenbelag, als Kompott und auch als Saft. Doch was steckt drin, im Rhabarber? Und ist er wirklich so gesund, wie es den Anschein macht?

Die Unterscheidung von Obst und Gemüse ist oftmals gar nicht so einfach, wie man vielleicht denken mag. Das beste Beispiel: Rhabarber, der eigentlich ein Gemüse ist, auch wenn viele denken, er gehöre zum Obst. Der Unterschied zwischen Obst und Gemüse liegt im Übrigen darin, das man unter Obst immer nur die Früchte einer Pflanze versteht, während Gemüse auch andere Teile – zum Beispiel Wurzeln, wie im Fall von Rhabarber, umfasst. Doch auch wenn er hochoffiziell ein Gemüse ist, ist der Rhabarber gerade wegen seiner leicht säuerlichen Süße so beliebt. Für Kuchen, Kompott und Saft werden nur die Blattstiele verwendet, die bis zu 75 Zentimeter lang und fünf Zentimeter breit werden können. Die Blätter sollten hingehen nicht verzehrt werden, in ihnen steckt viel der Oxalsäure, die Rhabarber regelmäßig in den Verdacht bringt, giftig zu sein.

Rhabarber: Gesundes Gift?

Tatsächlich ruft die Säure Vergiftungserscheinungen hervor, die sich in Kreislaufproblemen oder Übelkeit ausdrücken können. Zudem bindet die Oxalsäure Kalzium, Eisen und Magnesium, diese Nährstoffe können dann nicht mehr über die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Doch nicht nur in den Blättern steckt Oxalsäure, ein Teil davon findet sich auch in den Blattstielen. Sie sorgt zum Beispiel auch für das pelzige Gefühl im Mund, wenn man rohen Rhabarber gegessen hat, denn sie greift den Zahnschmelz an und raut damit die Oberfläche der Zähne auf. Doch auch wenn das Bedürfnis groß ist, direkt nach dem Genuss die Zähne zu putzen, um das Gefühl wieder loszuwerden, solltest Du zunächst widerstehen.

Rhabarber auf einem Holztisch

Rhabarber ist vielseitig lecker und gesund

Denn durch das Zähneputzen wird der Zahnschmelz zusätzlich angegriffen, der Schaden könnte also viel größer sein als der Nutzen. Erst nach einer halben Stunde kannst Du ruhigen Gewissens zur Zahnbürste greifen und das pelzige Gefühl vom Rhabarber wieder loswerden. Doch keine Sorge, auch wenn es sich vielleicht so anhören mag, Rhabarber ist nicht wirklich giftig – und wenn man ihn nicht in rauen Mengen verschlingt, muss man sich keine Sorgen um die eigene Gesundheit machen. Außerdem gibt es einige altbewährte Tricks, die helfen, die Oxalsäure im Rhabarber zu minimieren.

Rhabarber: Schälen, kochen, mit Milch essen

Schon beim Einkauf kann man der Oxalsäure ein Schnippchen schlagen, indem man zum Rhabarber mit den roten Blattstielen greift, er enthält deutlich weniger Säure als sein grüner Bruder – und schmeckt zudem noch süßlicher. Zu Hause angekommen sollten Waschen und Schälen die nächsten Schritte sein, ein Teil der Oxalsäure sitzt in der Schale und verschwindet damit im Biomüll. Viele Rezepte sehen es sowieso schon vor, aber auch für die, die es nicht tun, sollte Rhabarber zudem gekocht werden. Durch die Hitze geht die Säure vom Rhabarber ins Kochwasser über und landet damit im Abfluss, es sollte unbedingt abgeschüttet und nicht weiterverwendet werden. Ein letzter Trick steckt in der Milch: Durch Milchprodukte wird die Oxalsäure zwar nicht verringert, aber der Körper nimmt sie nicht mehr auf, sie wird über die Nieren wieder ausgeschieden. Ein erfrischender, selbst gemachter Rhabarber Joghurt ist also gleich in doppelter Hinsicht lecker und gesund. Mit diesen Tricks wird Rhabarber, der im Übrigen sehr kalorienarm ist, nicht nur zum Genuss, sondern kann auch bedenkenlos verzehrt werden. Stellt sich nur die Frage nach dem Wie.

Rhabarber Kreationen: Fruchtig fein

Wenn im März die Rhabarberzeit beginnt, holen viele Hobbyköchinnen die guten alten Rezepte von Oma wieder aus dem Schrank, denn in Sachen Rhabarber gibt es gleich zwei Klassiker: Zum einen das Kompott, das als fruchtiger Brotaufstrich, als Beilage zu einigen herzhaften Gerichten, wie zum Beispiel Kartoffelpuffer, oder als fruchtiges Topping für Desserts bestens geeignet ist. Der zweite Klassier dürfte allerdings weiter verbreitet sein: Rhabarber als Kuchen. In der Regel wird Rhabarberkuchen aus einem Mürbeteig gebacken, der dann mit den fruchtigen Stücken gefüllt wird. Obendrauf landen zum Beispiel Streusel für eine Extraportion Crunch oder feiner Baiser für das knackigste und zarteste Kuchenerlebnis aller Zeiten. Es gibt aber noch viele weitere Kuchen- und Kompottvarianten, dass sie hier nicht alle aufgezählt werden können – die besten findest Du aber in unserer Rezeptestrecke. In der Regel hast Du bis Ende Mai Zeit, all die Leckereien auszuprobieren, bis dahin dauert die Rhabarberzeit. Oder Du frierst das Gemüse fachgerecht verpackt ein – so kannst Du Gäste und Familie auch im Winter mit der sommerlichen Nascherei überraschen.

Rhabarber voll im Trend

Doch nicht nur als Kuchen, Kompott oder auch als selbst gemachtes Eis ist Rhabarber einfach lecker. In den letzten Jahren startet der Saft von Rhabarber einen regelrechten Siegeszug, meistens wird er als Teil einer erfrischenden Schorle genossen. Natürlich kannst Du die einfach im nächsten Supermarkt – und mittlerweile auch in fast jedem Café – kaufen. Aber wie heißt es doch so schön: Selbst machen ist immer besser als selbst kaufen! Rhabarber Saft ist wirklich leicht herzustellen, Du brauchst dazu nur eine ordentliche Menge von dem Gemüse, Wasser, Zucker und einige alte, ausgespülte Saftflaschen. Dann kochst Du den geschälten und klein geschnittenen Rhabarber mit dem Zucker weich, mixt das Ganze anschließend gut durch und siebst es wieder in einen Topf. Den Saft bringst Du jetzt noch einmal zum Kochen und füllst ihn anschließend in die Flaschen, dabei sollte er noch richtig heiß sein. Die Flaschen verschließt Du, sobald der Saft drin ist – so erhöht sich die Haltbarkeit des Saftes. Wenn er abgekühlt ist, gibst Du ihn in schöne Gläser und mischst ihn mit Mineralwasser – schon hast Du Dein eigenes Trendgetränk gezaubert.

Rhabarber als Saft, Rhabarber auf dem Kuchen, Rhabarber als Eis, Rhabarber im Kompott – es gibt so viele Möglichkeiten, etwas Leckeres aus dem Gemüse zu zaubern. Wichtig ist dabei nur die Waschen-Schälen-Kochen-Grundregel – dann steht dem fruchtig-frischen Rhabarber-Genuss nichts mehr im Wege.

Bildquelle: iStock/Valentyn Vlokov

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