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Interview

GZSZ-Star Thaddäus Meilinger: „Intime Szenen am Set sind eine große Sache für mich!“

Seit August 2016 ist Schauspieler Thaddäus Meilinger in seiner Rolle als Felix Lehmann bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu sehen. Und diese Rolle hat es in sich, denn: Felix ist der Einzige, der Bösewicht Jo Gerner das Leben schwer machen kann. Welcher von beiden der fiesere Bösewicht ist, warum intime Szenen am Set eine große Sache für den GZSZ-Schauspieler geworden sind und wie er seine Frau kennengelernt hat, hat er uns im Interview verraten. 

desired: Die Rolle Felix, die Sie bei GZSZ spielen, gehört zu den spannendsten der Serie. Felix ist der Einzige, der Jo Gerner das Wasser reichen kann. Wie fühlt sich das für Sie an, der neue Bösewicht der Serie zu sein?

Thaddäus Meilinger: „Ich muss gestehen, als ich mich auf die Rolle beworben habe, bin ich davon ausgegangen, dass ich einen glücklichen Sympathieträger spielen werde. In der Rollen-Beschreibung stand: Felix ist erfolgreich, glücklich, hat an Elite-Unis studiert, greift hin und wieder zu besonderen Mitteln… Ich habe damals die drei Pünktchen dahinter übersehen, weshalb ich davon ausgegangen bin, dass Felix eine problemfreie Figur ist. Felix, der Glückliche halt. Irgendwann habe ich dann bemerkt, dass ich aber auf dem Platz des Antagonisten gelandet bin, der Nachfolger von David Brenner werde. Da ging mir dann ein Licht auf und ich muss gestehen, dass ich das erstmal verarbeiten musste. Ich war dann aber schnell froh darüber und habe mir vorgenommen, dass ich immer gucken will, dass das Boshafte in ihm eine berechtigte Grundlage hat. Felix glaubt immer daran, dass Richtige zu tun und ich glaube, dass das auch die Brücke zu Gerner ist. Auch er ist Sympathieträger und Antagonist zugleich.“

Wer ist fieser? Felix oder Gerner?

Gerner hat viele Werkzeuge in seinem Koffer, die einfach unschlagbar sind. Er wird immer der Fiesere bleiben. Aber in seiner perfiden Vorgehensweise und in seiner Manipulation ist Felix ihm überlegen.

Felix stößt Gerner im Mauerwerk nieder, nachdem dieser dafür gesorgt hat, dass Felix seine Bank verliert

Was sind die Unterschiede zwischen Ihnen und Felix? Oder eben Parallelen?

GZSZ ist kein Projekt, in dem man für einen bestimmten Zeitraum in eine Rolle schlüpft und sich zwischen den Projekten die Inspiration für die nächste Rolle holt. Man bringt jeden Morgen sich selbst mit ans Set und schöpft zuweilen auch aus sich selber. Ich mache das aber ungern bewusst, weil ich mir Mühe gebe, beim Dreh möglichst weit weg von meiner Person zu sein. Es ist da schon eher so, dass ich Erlebnisse vom Set mit bringe, und die dann erst mal abschütteln muss, bevor ich meine Kinder in die Arme schließe. Damit da kein Felix bei uns zu Hause ist. Eine Parallele ist aber vermutlich, dass ich auch auf meine Sprache achte und auf Grammatik. Es bereitet mir Freude, mich mit Sprache zu beschäftigen. Und auch in meiner Rolle versuche ich auf diese Weise etwas Bildungsbürgertum aufrechtzuerhalten.“  

Wenn man an Felix denkt, muss man automatisch auch an seine Anzüge denken, die er immer trägt. Tragen Sie privat auch gerne Anzüge oder doch eher legere Kleidung?

Das ist lustig, dass Sie das fragen, weil ich tatsächlich auch privat gerne Anzüge trage. Aber halt nicht nur, ich trage auch alles andere gerne. Ich persönlich mag es, viele unterschiedliche Dinge zu tragen. Mir fällt auch am Set immer wieder auf, dass mir wirklich total viel steht. Am liebsten würde ich jeden Tag neu eingekleidet werden. Für Felix würde ich mir wünschen, dass er auch hin und wieder mal zu einem anderen Look greifen würde. Einfach, weil mir das Abwechslung bringen würde, aber ich mag seine Anzüge schon auch gern.

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Kommt man da eigentlich oft in die Versuchung, sich die Kostüme aus der Serie privat nachzukaufen?

(lacht) „Ehrlich gesagt versuche ich ganz oft, die Schuhe meiner Kolleginnen nachzushoppen - für meine Frau. Aber meist mit wenig Erfolg. Die sind dann oft schon aus älteren Kollektionen und nicht mehr zu bekommen. Darüber kann ich mich dann maßlos ärgern.“ (lacht)

Was für ein Glückspilz Ihre Frau doch ist. Wie haben Sie sich eigentlich kennengelernt?

Ich habe meine Frau vor Ewigkeiten kennengelernt, 2009 bei einer Berlinale-Veranstaltung. Wir haben uns richtig gut verstanden an diesem Abend, haben sehr viel Spaß gehabt. Viel romantischer als das Kennenlernen finde ich aber, dass wir über die Zeit zusammen gewachsen sind und wie bewusst wir uns für einander entschieden haben. Wir haben schon kurz nach unserem Kennenlernen große Herausforderungen zusammen gemeistert. Patchwork ist da nur ein Thema. Daneben gab es verschollene Tanten, die aus Indien zurück geholt werden mussten, verstorbene Verwandte, sich trennende Paare, Berufliches, kleine und große Skandale, es ist einfach sehr viel passiert - und wir sind nach all dem ein starkes Paar.

Felix hat weniger Glück in der Liebe, trotzdem öffnet er sein Herz immer wieder für Frauen. Was glauben Sie, warum ausgerechnet er, der skrupellose Felix, dann aber meist von ihnen verletzt und zurückgelassen wird?

„Ich glaube, Felix versucht sich meist gar nicht zu öffnen, wie man bei Brenda gesehen hat. Bei Nazan ist es auch ja auch eher passiert, von selber hätte er vermutlich nichts sein Herz berühren lassen. Bei Sunny war gut lesbar, dass er sich verrannt und dann über die Stränge geschlagen ist, und dabei fast schon verrückt geworden ist. Bei Laura hat er dann versucht, genau das Gegenteil zu tun, um alles richtig zu machen. Er war immer großzügig, hat eine gewisse Distanz bewahrt, ist sehr ehrlich mit ihr umgegangen. Ich finde, da hat er vieles richtig gemacht. Er hätte sie aber im entscheidenden Moment mehr halten müssen. Felix wusste allerdings auch, dass man so etwas nicht erzwingen kann, weshalb er Laura hat ziehen lassen. Er kommt danach zu dem Schluss, dass er beziehungsunfähig ist. Ich glaube das aber nicht.  Er braucht einfach nur die richtige Frau an seiner Seite, die eben nicht zu Philip Höfer abhaut.“ (lacht)

Gemeinsam gegen den Rest der Welt: Laura und Felix verbünden sich erneut gegen Gerner

Wen liebt Felix mehr? Nazan oder Laura?

Die Verbindung zu Laura und Nazan ist einfach sehr unterschiedlich. Mit Laura ist er über die Verliebtheit hinweg, sie sind richtige Partner. Die beiden sind ein Team geworden, als beide am Boden lagen. Sie haben sich unbewusst gut getan. Die Liebe ist gewachsen. Bei Nazan ist es Liebe auf den ersten Blick. Wie es aber weitergeht, kann ich nicht verraten, weil ich es selber noch gar nicht weiß.“

Am Set konnte jetzt seit vielen Wochen zum ersten Mal wieder ein Kuss gedreht werden, weil Ihre Frau als Double eingesprungen ist. Hat Sie das zu Hause viel Überzeugungsarbeit gekostet oder war Ihre Frau sofort begeistert von der Idee?

„Als wir am Set überlegt haben, wie wir den Kuss hinbekommen können und dann die Idee aufkam, dass meine Frau einspringen könnte, habe ich vorher noch überlegt, ob ich ihr das vorschlagen will. Aber als ich dann mit ihr darüber gesprochen habe, meinte sie sofort: ‚Ja, klar, ich übernehme das natürlich.‘

Hat sich der Kuss anders angefühlt als zu Hause? 

Ja, tatsächlich. Ich war selber auch erstaunt darüber, aber der Kuss hat sich anders angefühlt. Es war ein Arbeitskuss, obwohl er mit meiner Partnerin war. Ich war ehrlich gesagt aber total froh darüber, weil es mir gezeigt hat, dass ein Kuss vor der Kamera eben professionell sein kann, egal mit wem. Intime Szenen am Set sind für mich ein sehr großes Thema geworden. Die amerikanischen Produktionen haben uns da einiges voraus.“

Inwiefern?

„Auch in Deutschland passiert da mittlerweile vieles, aber das steckt alles noch in den Kinderschuhen. Es gibt für jeden Stunt einen Stunt-Koordinator, aber für intime Szenen gibt es erst wenige Intimitäts-Koordinator*innen. Wir können da wirklich noch viel lernen, aber ich bekomme auch mit, dass sich in dieser Hinsicht vieles ändert.  Ich habe die Idee bei GZSZ präsentiert und es wurde sofort darauf reagiert.

Welche Rolle würden Intimitäts-Koordinatoren übernehmen?

Beim Stunt zum Beispiel, da ist immer ein Koordinator vor Ort, der dafür sorgt, dass das Risiko für die Person nicht zu groß ist. Und auch bei intimen Szenen sollte es immer jemanden geben, der im Blick behält, wann die persönliche Grenze eines Schauspielers überschritten werden könnte. Diese Grenzen sind sehr individuell und unsichtbar. Die Verletzungen bei solchen Szenen sind ebenfalls nicht sichtbar, sondern innerlich. Man weiß deshalb auch gar nicht, ob Verletzungen stattfinden. Vielleicht geht eine Szene für eine Kollegin zu weit oder sie hat Hemmungen, aber traut sich nicht, diese offen anzusprechen. Vielleicht gab es ein Trauma - sowas will man ja nicht vor dem ganzen Team besprechen. Das alles macht es natürlich sehr kompliziert, sollte aber meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit bekommen. Aber wie gesagt, da passiert mittlerweile viel. Auch bei GZSZ.“

Thaddäus Meilinger und Annabella Zetsch spielen eine intime Szene

Eric Stehfest hat ein Foto gepostet, auf dem Sie gemeinsam zu sehen sind. Jetzt kursieren Gerüchte, dass er zurückkommt. Was ist da dran?

„Ich fände ein Comeback sehr schön und Eric würde das auch Spaß machen. Wir philosophieren auch darüber, wie es mit Felix und Chris weitergehen könnte. Chris spielt ja eine Rolle im Hintergrund, die auch oft erwähnt wird. Ich sage mal so: Christian ist nicht gestorben, deshalb wäre ein Comeback theoretisch möglich. Ich würde es sehr spannend finden und wäre auch interessiert zu wissen, was Chris‘ Grund für seine Rückkehr wäre. Aber ich kann da leider keine Versprechungen machen. Eric ist ein geschätzter Kollege und wir werden irgendwann definitiv wieder zusammen drehen, auch wenn es dann vielleicht nicht für GZSZ ist. Wir arbeiten daran, dass wir wieder zusammen arbeiten, so viel kann ich schon verraten. (lacht)

Sollte Felix mal aussteigen, wie soll seine Geschichte dann enden? Was würden Sie sich wünschen: Einen leisen Abschied oder doch einen Abschied mit großem Knall?

Für Felix und mich würde ich mir eine Ausstiegsgeschichte wünschen. Also dass die Zuschauer ganz bewusst dabei zusehen können, wie Felix plant, den Kiez zu verlassen. Diese Idee soll dann immer weiter reifen. Ich wünsche mir auf keinen Fall, dass er einfach in einer Szene in ein Taxi steigt und einfach nur jemandem winkt, sondern eine längere Geschichte. Und ich würde mir einen positiven Ausstieg wünschen, vielleicht geht er zusammen mit einer Frau, in eine neue, positive Welt. Ich hoffe, dass er nicht gehen muss, weil er einen Misserfolg hatte und abhauen muss.“

Also nicht wie Shirin?

„Genau, nicht wie Shirin. Sondern eher wie David Brenner oder Ayla.

Was wünschen Sie sich von 2021?

Das ist eine gute Frage, denn ich habe in letzter Zeit so viel gearbeitet, dass ich mir noch gar nicht viele Gedanken darüber machen konnte. Was wünsche ich mir von 2021? Ich glaube, dass viele Menschen unter 2020 gelitten haben und es vielen nicht gut geht. Vielen hat das Jahr sehr zugesetzt und ich wünsche mir, dass es ihnen besser geht. Dass die Welt wieder aufatmen kann. Unsere Industrie-Nation hat wirtschaftlich unter der Pandemie gelitten. In anderen Ländern gab es auch ohne Corona schon fast unerträgliche Schwierigkeiten und Nöte. Menschen leiden unter Hunger, politischer Verfolgung oder darunter, dass sie sich in totalitäre Systemen für die Rechte von Frauen oder Minderheiten einsetzen. Und nun haben sie auch noch mit der Pandemie zu kämpfen. Erst wenn es uns wieder besser geht, können wir wieder mehr verschenken an die, die ganz unten stehen. Deshalb wünsche ich mir, dass die Welt etwas Erholung erfährt, auch indem die Menschen sich darauf besinnen, was für uns als Menschheit wichtig ist. Das hat auch mit Verzicht zu tun. Aber Verzicht hat auch etwas befreiendes. Ich wünsche mir, dass es für alle etwas besser wird. Mag naiv klingen, aber ich fordere jeden auf, gründlich nachzudenken. Es gibt keinen besseren Wunsch, auf den man kommen kann, wenn man sich die Welt gründlich und nüchtern betrachtet.

Du möchtest wissen, wer sich im Streit um W&L durchsetzt: Gerner und Katrin oder Felix? Dann schau dir jetzt schon vorab die neuesten Folgen der RTL-Daily im Premiumabo bei TVNOW an. 

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Bildquelle: TVNOW / Rolf Baumgartner

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