Mikroplastik in Kosmetik

Genau hinschauen

So erkennst du Mikroplastik in Kosmetik

Nina Rölleram 21.06.2019

Trotz aller Nachhaltigkeittrends werden immer noch weitläufig winzige Kunststoffpartikel in unterschiedlichen Kosmetika eingesetzt. Auch wenn es sich dabei um zugelassene und klinisch geprüfte Produkte handelt, richten sie immense Umweltschäden an und können auch für den Menschen gefährlich werden. Wir erklären dir, warum du Mikroplastik in Kosmetik vermeiden solltest und wie du erkennst, ob sich die bedenklichen Stoffe in deinen Lieblingsprodukten verstecken.

Plastik umgibt uns in unserem Alltag eigentlich überall: Ob Folienverpackungen für frische Lebensmittel, Shampooflaschen oder Einweg-Kaffeebecher, sie alle enthalten Kunststoffe, die nur schwer abbaubar sind. Im Gegensatz zu organischen Stoffen können sie nicht einfach zersetzt werden. Auch in Kosmetik, die du womöglich unbedacht tagtäglich im Abfluss entsorgst, wird sogenanntes Mikroplastik eingesetzt.

Mikroplastik erkennen: Die komplette Liste

Viele Naturschutzverbände wie Greenpeace oder der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland setzen sich für ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik ein. Darüber hinaus betreiben sie Aufklärungsarbeit, damit Verbraucher selbst Plastik in Kosmetik erkennen und auf andere Alternativen setzen können. Bei zertifizierter Naturkosmetik bist du immer auf der sicheren Seite und musst gar nicht erst mühselig Etiketten studieren.

Plastik in Kosmetik wird nicht gekennzeichnet. Die Bezeichnungen müssen erst mühsam entziffert werden.

Plastik in Kosmetik wird nicht gekennzeichnet. Die Bezeichnungen müssen erst mühsam entziffert werden.

Bei herkömmlichen Produkten musst du ganz genau hinsehen. Wenn einer dieser Begriffe in irgendeiner Weise zu lesen ist, enthält das Produkt umweltschädliche Kunststoffe:

  • • Acrylate Copolymer (AC)
  • • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • • Dimethiconol
  • • Methicone
  • • Polyamide (PA, Nylon)
  • • Polyacrylate (PA)
  • • Polymethylmethacrylate (PMMA)
  • • Polyquaternium (PQ)
  • • Polyethylene (PE)
  • • Polyethyleneglycol (PEG)*
  • • Polyethyleneterepthalate (PET)
  • • Polypropylene (PP)
  • • Polypropyleneglycol (PPG)*
  • • Polystyrene (PS)
  • • Polyurethane (PUR)
  • • Siloxane

 

Die Liste kannst du dir auch im handlichen Format auf der Webseite von Greenpeace ausdrucken und beim Einkaufen bei dir tragen. Wenn du wirklich auf Plastik in Kosmetik verzichten willst, lohnt sich der genaue Blick. Denn Werbeversprechen wie „Mikroplastikfrei“ sind weder gesetzlich geschützt, noch sagen sie etwas darüber aus, ob sich nicht dennoch flüssige oder wachsartige Kunststoffe im Produkt befinden.

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Auf diese Produkte solltest du besonders achten

Die Gefahr, die von Mikroplastik ausgeht, wird zum Glück zusehends erkannt. In Deutschland wurde bereits Zahnpasta verboten, die kleine Plastikkügelchen als eine Art Scheuermittel für die Zähne einsetzt. In sechs US-Bundesstaaten wurde Mikroplastik sogar für alle anderen Kosmetikprodukte verboten. Auch hierzulande wird über ein solches Gesetz diskutiert. Bis es aber so weit ist, musst du selbst im Laden überprüfen, ob du bedenkliches Plastik in der Liste der Inhaltsstoffe findest. Besonders achtgeben solltest du bei den Produkten, die du nicht wieder mit einem Wattepad abträgst und im Müll entsorgst, sondern mit Wasser abspülst. Besonders häufig finden sich Plastikpartikel in Peelings, bei denen die Schleifpartikel nicht aus natürlichen Zutaten bestehen. Aber auch bei Silikonen in Shampoo handelt es sich um Kunststoff, der zwar für ein seidiges Gefühl sorgt, mit denen du deinen Haaren aber langfristig nichts Gutes tust.

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So können sich Kunststoffe im Körper ablagern

Die mikroskopisch kleinen Plastikpartikel können nicht nur ihren Weg in Gewässer finden, sondern wurden bereits in Lebensmitteln wie Milch, Honig, Bier und Trinkwasser wiedergefunden. Da die Kosmetikhersteller nicht verpflichtet sind, die Umweltverträglichkeit des verwendeten Plastiks zu testen, landen so womöglich hoch bedenkliche Kunststoffe in deinem Körper. Bei Fischen haben Forscher bereits beobachten können, dass die Plastikpartikel das Gewebe der Magenwand durchdringen können und so Entzündungen verursachen.

Welchen Schaden Mikroplastik im menschlichen Körper anrichten kann, wird sich erst innerhalb der nächsten Jahre herausstellen. Forscher der Universität Newcastle (Australien) haben im Auftrag von WWF zudem herausgefunden, dass Menschen durch Kosmetik, Nahrung und Trinkwasser wöchentlich bereits 5 mg an Mikroplastik zu sich nehmen. Das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte!

Ganz schön gruselig, wenn man bedenkt, welche Stoffe sich so alle in Kosmetik tummeln. Eine gute Möglichkeit, dem aus dem Weg zu gehen, ist, diese einfach selbst herzustellen. Probiere doch mal unsere Anleitung für zitronig duftendes Duschgel! In den Kommentaren kannst du uns gerne deine mikroplastikfreien Lieblingsprodukte verraten.

Bildquelle:

Getty Images/fortyforks, iStock/humonia, iStock/blacklenz


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