mikroplastik verboten
Nina Rölleram 14.02.2018

Schweden ist nicht nur Vorreiter in Sachen geschlechtsneutraler Kindererziehung, sondern nun auch, wenn es um umweltfreundliche Kosmetik geht. Dieses Jahr wird ein Mikroplastik-Verbot in Kraft treten, das besonders Gesichtspeeling, Duschgels und Zahnpasta betreffen wird. Ob der strengere Umgang mit bedenklichen Inhaltsstoffen wohl auch bald nach Deutschland überschwappt?

Schweden wird von Mikroplastik befreit

Wie die schwedische Regierung in einer Pressemitteilung bekannt gibt, sollen schon ab dem 1. Juli dieses Jahres keine Kosmetika mehr verkauft werden, die Mikroplastik enthalten. Dies gilt vor allem für Waschgels und Zahnpasta, mit kleinen Partikeln, die die Haut peelen oder die Zähne polieren sollen. Diese gelangen beim Duschen oder nach dem Zähneputzen schließlich einfach ins Abwasser und auf diesem Weg auch in natürliche Gewässer.

Laut der schwedischen Umweltministerin Karolina Skog sei die Verwendung von Mikroplastik schlichtweg unnötig. Auch wenn diese Form von Kunststoff nicht die größte Verunreinigungsquelle in den Meeren darstellt, sei das Mikroplastik-Verbot ein wichtiger Schritt. Schließlich gibt es auch Peelings mit natürlichen Inhaltsstoffen, die ganz einfach abgebaut werden, wie etwa dieses Gesichtspeeling mit geraspelten Argannüssen.* Das Verbot bewirkt aber nicht, dass bereits vorhandene Produkte mit Mikroplastik aus den Verkaufsregalen verschwinden. Händler dürfen diese noch bis zum Jahresende verkaufen, danach ist aber endgültig Schluss mit Mikroplastik in Schweden.

In Deutschland gibt es weder ein Verbot, noch eine Kennzeichnungspflicht für die umweltschädlichen Partikel. Unser Ratgeber hilft dir aber weiter:

An diesen komplizierten Bezeichnungen erkennst du Mikroplastik in Kosmetik!

Artikel lesen

Was passiert, wenn kein Verbot kommt

Schweden scheint es ziemlich ernst mit seinem Kampf gegen umweltschädliches Plastik zu meinen. Denn zusätzlich zu dem Mikroplastik-Verbot für Kosmetik sollen auch Gemeinden finanziell unterstützt werden, die ihre Strände von Kunststoffen bereinigen. In der offiziellen Pressemitteilung wird hier ein düsteres Bild prognostiziert: Wenn nichts unternommen wird, werden wir bis 2050 mehr Plastik in den Meeren haben als Fische. Schon jetzt finde man die mikroskopisch kleinen Kunststoffpartikel in verschiedenen Meerestieren – auch bei solchen, die schließlich als Speisefische vom Menschen konsumiert werden. Ob sich Mikroplastik auch im menschlichen Körper ablagert, haben wir hier näher für dich beleuchtet.

Da kann man nur hoffen, dass Deutschland nun auch aktiv wird. Schweden ist nämlich nicht das einzige Land, in dem die unnötigen Kunststoffe aus Pflegeprodukten verbannt wurden. Auch in den USA, Kanada, Neuseeland und Großbritannien werden beim Duschen keine Plastikteile mehr in das Abwasser gespült. Ein wichtiger Schritt, denn alleine bei einem Duschgang sind dies bei der Verwendung von Mikroplastikprodukten etwa 100.00 Partikel!

Insbesondere vermeintlich natürliche Produkte mit Aloe Vera enthalten Mikroplastik. Diese sind betroffen.

Artikel lesen

Was ist mit Deutschland?

Noch ist nicht bekannt, ob ein solches Verbot auch in Deutschland eingeführt werden soll. Wer nicht zur Verunreinigung der Meere beitragen will, kann aber auch einfach selbst aktiv werden. In diesem Einkaufsführer des BUND findest du eine große Auswahl an Duschgels, Gesichtspeelings und Make-up, die frei von Mikroplastik sind. Laut diesem musst du zumindest beim Kauf deiner Zahnpasta nicht mehr ganz so genau hinschauen, da fast alle Hersteller die Verwendung von Mikroplastik bereits beendet haben. Anstatt dir teure Naturkosmetika zu kaufen, kannst du dir dein Peeling übrigens auch aus Kaffeesatz selber machen.

Auf Mikroplastik zu verzichten ist nur eine von vielen Wegen, wie du mit deinem Lebensstil zum Umweltschutz beitragen kannst. Unser Test verrät dir, an welchen Stellen du noch Nachholbedarf hast:

Wie umweltfreundlich ist dein Lebensstil?

Auf der einen Seite ist es beruhigend, dass Gesetzgeber in vielen Ländern aktiv gegen die Verunreinigung der Meere vorgehen. Andererseits wird einem so erst bewusst, dass in Deutschland noch täglich unfassbar große Massen an Mikroplastik in die Abwässer gelangen, obwohl es so viele Alternativen gibt. Mach doch in deinem Badezimmer mal den Test: Wie viele Mikroplastik-Produkte findest du dort? Verrate uns dein Ergebnis in den Kommentaren! Aber keine Sorge, wir sind alle nicht perfekt. Ich arbeite auch noch daran, mich an diese fünf Schritte für nachhaltigen Konsum zu halten.

* Partner-Link

Bildquelle:

iStock/Getty Images/ladi59


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  1. Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  2. Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!

Was denkst du?