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Nachhaltige Mode

Kleidung leihen wird Trend: Wir haben 4 Online-Anbieter getestet

Kleidung leihen wird Trend: Wir haben 4 Online-Anbieter getestet

Hand aufs Herz: Wie viele Kleidungsstücke hängen in deinem Schrank, die du eigentlich nie trägst? Und wie oft glaubst du trotzdem, nichts zum Anziehen zu haben? Also wird fleißig weiter geshoppt. Der Schrank wird voller, die Auswahl aber gefühlt nie größer. Dieses Dilemma kennen wohl die meisten modebegeisterten Frauen. Das Gefühl, ein Kleid zum ersten Mal auszuführen ist einfach zu schön. Nur ist es leider nicht besonders nachhaltig, sich dafür auch jedes Mal etwas Neues zu kaufen. Der Trend geht deshalb hin zum Leihen. Immer mehr Anbieter bieten ein Leasing-Modell für Kleidung. Ich habe vier getestet – und bin begeistert.

Warum Kleidung leihen?

Das Thema Nachhaltigkeit wird auch in der Mode immer wichtiger. Und es stellt Modeliebhaber wie mich vor eine ziemliche Zerreißprobe. Auf der einen Seite möchten wir weiterhin neue Trends ausprobieren und uns durch verschiedene Styles ausdrücken. Auf der anderen Seite wollen wir mit unserem Konsum nicht für noch mehr Plastikmüll, CO²-Emissionen und unterbezahlte Arbeiter verantwortlich sein. Nur das zu kaufen, was wir auch wirklich brauchen, kann so zur echten Herausforderung werden.

Die Möglichkeit, Mode leihen zu können, schafft nun einen interessanten Kompromiss: Neue Kleidung tragen, aber sie nicht besitzen, heißt das Motto. Für einen Monat bekommt man drei oder mehr Kleidungsstücke, die man in dieser Zeit nach Belieben tragen und dann an den Anbieter zurücksenden kann – damit sich im nächsten Monat jemand anderes darüber freuen darf.

Wirklich nachhaltig ist das natürlich nur, wenn jeder, der etwas leiht, auch gut mit der Kleidung umgeht, damit sie ein möglichst langes Leben hat. „Am Anfang hatten wir natürlich schon Angst, Kleidungstücke kaputt oder stark beschmutzt zurückzubekommen. Aber diese Sorgen waren unbegründet. Die Leute gehen nicht schlechter mit den Sachen um, nur weil sie ihnen nicht selbst gehören“, erklärt Linda Ahrens. Sie ist eine der Mitgründerinnen von „Unown“. Seit Oktober letzten Jahres verleiht das Start-up nachhaltige Mode. In diesem Zeitraum musste noch kein Kleidungsstück aussortiert werden, weil es nicht mehr gut genug aussieht, um weitergegeben zu werden.

Was alle Services bieten

Eins vorweg: Mich konnten alle getesteten Anbieter überzeugen. Denn auch, wenn sie sich in der Auswahl an Kleidung und einzelnen Modalitäten des Leihprozesses unterscheiden, bieten alle ein stimmiges Gesamtkonzept. Zunächst hatte ich die Befürchtung, dass Reinigung oder Rückversand kompliziert werden konnten. Hier sind allerdings alle Anbieter sehr serviceorientiert. Die folgenden Services sind deshalb bei allen geboten:

  • Kostenloser Rückversand (Etikett liegt direkt im Karton dabei, sollte es verloren gehen, bekommt man ein neues)
  • Die Möglichkeit, sich etwas Neues auszusuchen, falls ein bestelltes Kleidungsstück nicht gefällt oder passt
  • Die professionelle Reinigung nach dem Tragen übernimmt der Anbieter, man selbst muss sich nicht um die Wäsche kümmern
  • Versicherung, falls etwas kaputt geht
  • Kleidungsstücke, die besonders gut gefallen, können zum reduzierten Preis gekauft werden

Ich würde auf jeden Fall empfehlen, den Karton zu behalten, in dem die Teile geliefert wurden. So ist direkt eine passende Box für den Rückversand da.

Diese Anbieter habe ich getestet

Für den Test habe ich mich für vier Leasing-Services entschieden, die ein monatliches Online-Abo anbieten. Da der Service überall überzeugt hat, konzentriere ich mich im Vergleich vor allem auf die Auswahl an Kleidungsstücken. Denn je nach individuellem Stil kann jedem ein ganz anderer Anbieter besonders zusagen.

Unown

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Bei Unown habe ich unter anderem dieses angesagte Wickelkleid geliehen.

Unown setzt nicht nur durch das Leih-Modell auf Nachhaltigkeit, auch die Kleidungsstücke im Angebot stammen ausschließlich von nachhaltigen und fairen Labels. Die Auswahl ist dabei riesig und viele Teile gibt es gleich in mehreren Größen. Vom Stil her ist alles dabei: Von klassisch elegant, bis sportlich. Ich konnte mich zwischen den vielen verschiedenen Styles kaum entscheiden. Vor allem die Teile des Labels Oh Seven Days haben es mir angetan.

Preise und Leasingmodell: Bei Unown kannst du zwischen drei Abo-Modellen wählen oder einzelne Teile zu einem individuellen Preis leasen. Das günstigste Abo-Modell kostet 39 Euro im Monat und enthält zwei Teile. Alle Abos können jederzeit pausiert werden.

Da die hochwertigen, nachhaltigen Produkte neu meist über 100 Euro kosten, kommt man so auf jeden Fall günstig weg. Ein Beispiel: Das Kleid, das ich auf dem Bild trage, kostet neu rund 170 Euro. Im günstigsten Abo-Modell könnte ich es also über acht Monate leasen, bis ich irgendwann auf den vollen Preis käme. Der Abkaufpreis orientiert sich daran, wie oft ein Kleidungsstück schon verliehen wurde.

Tchibo Share

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Blazer und Hose habe ich mir bei tchibo share ausgesucht.

Auch der bekannte Einzelhändler Tchibo hat einen eigenen Online-Leihservice. Hier stehen vor allem Umstandsmode und Kinderkleidung im Vordergrund – immerhin wird die meist wirklich nur für einen sehr kurzen Zeitraum getragen. Daneben gibt es aber auch eine große Auswahl an ganz normaler Damenmode aus dem Tchibo-Sortiment. Zwei Hosen, die ich mir geliehen habe, kamen sogar ungetragen mit Etikett zu mir. Wer den typischen sportlich-eleganten Stil von Tchibo liebt, kommt hier definitiv auf seine Kosten.

Preise und Leasingmodell: Das Leasing-Modell von Tchibo ist mit Abstand das günstigste. Alle Teile werden einzeln geleast, die Preise liegen bei Oberteilen meist bei unter 5 Euro, bei Hosen unter 10. Insgesamt habe ich für 30 Euro im Monat so 5 verschiedene Teile bekommen.

Hierzu muss man natürlich sagen, dass die Mode bei Tchibo auch sonst verhältnismäßig günstig ist. Der Blazer, den ich auf dem Bild trage kostet neu beispielsweise 39,99 Euro. Geliehen kostet er im Monat 7,99 Euro. Nach fünf Monaten leihen, hätte man also den vollen Preis gezahlt - leiht man ein Kleidungsstück tatsächlich so lange, darf man es übrigens behalten.

Myonbelle

myonbelle
In meinem Überraschungspaket von myobelle befand sich unter anderem dieser stylische Lederrock.

Die Website von Myonbelle erschien mir erst wenig modern. Das Sortiment hat mich dann aber schnell trotzdem überzeugt. Anders als bei den anderen Anbietern konnte ich mir hier keine speziellen Teile aussuchen, sondern mich überraschen lassen. Im Vorfeld konnte ich verschiedene Styles auswählen, die mir gefallen. Daraufhin habe ich dann eine auf mich personalisierte Auswahl zugeschickt bekommen – die hat meinen Geschmack auf jeden Fall getroffen.

Preise und Leasingmodell: Auch bei Myonbelle gibt es drei verschiedene Abo-Modelle, von denen das günstigste 39 Euro im Monat kostet und 2 Teile enthält.

Im Sortiment von Myonbelle befinden sich sowohl teure Marken wie Valentino als auch günstigere Labels. Der Rock, den ich auf dem Bild trage, kostet im Original 79 Euro. Im günstigsten Leasing-Modell könnte ich ihn dafür vier Monate lang leasen. Wollte ich ihn abkaufen, würde mich das 40 Euro kosten.

Stay Awhile

stay awhile
In dieses luftige Sommerkleid bei stay awhile habe ich mich sofort verliebt.

Bei Stay Awhile gibt es sowohl Kleidung von herkömmlichen Marken als auch solche von fairen und nachhaltigen Labels. Wem das besonders wichtig ist, der kann nach „bio“ und „fair“ filtern. Außerdem würde ich auf jeden Fall empfehlen, im Vorfeld nach der Größe zu filtern, da die meisten Teile nur in einer Größe verfügbar sind. Insgesamt war das Angebot hier meiner Einschätzung nach nicht ganz so groß wie bei den anderen Marken, aber auch hier habe ich sehr viele schöne Teile entdeckt.

Preise und Leasingmodell: Bei Stay Awhile gibt es lediglich eine Abo-Box zu wählen, die 4 Teile enthält. Zusätzlich können 3 Teile zur Anprobe bestellt werden. Der Preis der Box variiert je nach Abo-Zeitraum. Wer sich für ein 6-monatiges Abo entscheidet, zahlt 49 Euro pro Monat.

Auch bei Stay Awhile gibt es Marken in unterschiedlichen Preissegmenten. Das Kleid, das ich auf dem Bild trage ist von der relativ teuren Fair Fashion Marke „Armed Angels“. Da es sich um ein bereits etwas älteres Modell handelt, habe ich hierzu leider keinen Originalpreis. Der Abkaufpreis bei Stay Awhile beträgt 84 Euro - etwa in diesem Preissegment befinden sich auch neuwertige Kleider von „Armed Angels“. Im günstigsten Leasing-Modell könnte man das Kleid so sieben Monate leasen, um auf den Abkaufpreis zu kommen.

Fazit: Wer bewusster und nachhaltiger konsumieren möchte, sollte den Leih-Service für Klamotten auf jeden Fall mal ausprobieren. Oft entdeckt man hier auch ganz neue Styles für sich, die man sonst vielleicht gar nicht ausprobiert hätte.

Welcher Style passt wirklich zu dir?
Bildquelle:

istock/svetikd, desired

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