Aussehen im Beruf

Schönheit notwendig für Karriere?

Schönheit notwendig für Karriere?

Bin ich schön? Eine Frage, die sich den meisten von uns beim täglichen Blick in den Spiegel stellt. Doch wer annimmt, die Antwort darauf würde allein im Privatleben eine Rolle spielen, der irrt. Neuen Studien zur Folge ist Schönheit auch für die Karriere entscheidend.

Schönheit: Hilft sie der Karriere auf die Sprünge?
Schönheit und Karriere: eine magische Verbindung?

Wer gut aussieht, hat`s angeblich im Berufsleben leichter, klettert schneller die Karriereleiter hinauf - und verdient sogar mehr. Doch ist dem wirklich so? Und wenn ja, woran liegt es? Schließlich zählt im Beruf doch fachliche Kompetenz. Oder etwa nicht? Und definiert nicht jeder Schönheit ganz anders?

Aktuelle Erhebungen behaupten das Gegenteil. Denn sie bestätigen erneut, dass Schönheit gar nicht so sehr im Auge des Betrachters liegt, wie bislang angenommen. Denn der Mensch neigt dazu, das Aussehen seiner Mitmenschen sehr ähnlich zu bewerten – insofern es sich dabei um Extreme handelt. Empfindet man beispielsweise jemanden als besonders schön oder ziemlich hässlich, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die meisten Menschen ihre Meinung teilen. Ist hingegen jemand durchschnittlich attraktiv, gehen die Meinungen auseinander und der persönliche Geschmack entscheidet.

Doch weshalb wird Schönheit im Arbeitsmarkt bevorzugt? Studien ergaben, dass Menschen, deren Attraktivität sich im oberen Drittel befindet, etwa zehn Prozent mehr verdienen, als ihre unattraktiven Pendants des unteren Drittels. Zwar kein astronomischer Unterschied, aber Schönheit zahlt sich buchstäblich aus. Die Motive dafür lassen sich leicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Schönen Menschen wird mehr zugetraut. In jedem Bereich. Sie wirken intelligenter, vertrauenswürdiger, sympathischer und, ja - einfach erfolgreicher. Der Grund ist simpel: Der Mensch strebt Schönheit an und fühlt sich zu schönen Menschen und auch Gegenständen automatisch hingezogen. Denn Schönheit aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn und Glücksbotenstoffe werden ausgeschüttet. Dabei werden dieselben Hirnregionen aktiv, die auch auf andere Lustempfindungen reagieren. Ein schöner Anblick löst also dieselbe Reaktion aus, als würde man gerade das Lieblingsgericht essen, Sex haben oder Drogen nehmen.Deswegen spielt Schönheit auch dort eine Rolle, wo sie völlig unerheblich sein sollte: im Berufsleben.

Doch wie ist es um die tatsächlichen Qualifikationen des schönen Arbeitnehmers bestellt? Strengen sich die Schönen vielleicht weniger an, weil sie um ihre ganz besondere Wirkung wissen und sich dessen bewusst sind, dass sie mit einem strahlenden Lächeln oder charmanten Augenaufschlag zumindest über kleinere Mängel wie Unpünktlichkeit oder kleinere Fehler hinwegtäuschen können? Müssten Arbeitgeber, ausgehend von dieser Überlegung, dann nicht verstärkt auf die sagen wir, attraktiv Benachteiligten setzen, weil diese ihren äußerlichen Makel durch besondere Leistung und Fleiß kompensiert haben? Ja. Wenn man davon ausgeht, dass attraktive Arbeitnehmer sich eher auf ihrer Schönheit ausruhen und die Anderen im Gegenzug ihren Mangel durch besondere Leistung und Intelligenz auszugleichen versuchen. Sind dagegen alle, objektiv betrachtet, gleich qualifiziert und engagiert, macht automatisch der Attraktivere das Rennen. Eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit? Allerdings.

Und es kommt noch schlimmer: Gerade bei Frauen wirkt sich diese Subjektivität angeblich noch gravierend aus. Studien aus den USA belegen, dass schöne Frauen eher berufstätig sind, als ihre weniger attraktiveren Geschlechtsgenossinnen, was angeblich auf die schlechtere Bezahlung der mäßig Gutaussehenden zurückzuführen ist. Und Frauen in dieser Situation eher zuhause bleiben würden, während Männer öfter gezwungen sind, ihren Beruf trotz Diskriminierung weiterhin auszuüben. Womit wir wieder am Anfang wären.

Und die Moral von der Geschichte? Sollen diejenigen, bei denen es Mutter Natur mit der äußeren Schönheit nicht so großzügig war, gleich das Handtuch schmeißen? Nein, natürlich nicht. Qualifikation und Kompetenz lohnen sich immer. Nur: Die Einen brauchen sie vielleicht mehr als die Anderen.

Bildquelle: dreamstime

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