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Partnerschaft:

Warum ein gemeinsames Konto viele Probleme lösen kann

Warum ein gemeinsames Konto viele Probleme lösen kann

Viele Paare entscheiden sich an einem bestimmten Punkt in ihrer Beziehung für ein gemeinsames Konto. Was für manche jedoch wie das Ende der finanziellen Unabhängigkeit klingt, kann in den meisten Fällen eine Verbesserung für die Partnerschaft darstellen – wenn man ein wichtiges Detail beachtet.

Mal zahlst du, mal ich

Spätestens, wenn du mit deinem Partner zusammenziehst, wirst du merken, wie viele Kosten aus Haushalt und Alltag man sich plötzlich teilen muss. Oft wird das Problem erstmal so gelöst: Einer bezahlt Strom und Internet, der andere das Essen. Deinen Mietanteil überweist du deinem Freund aufs Konto, der dann von dort die Gesamtsumme an den Vermieter überweist. Bei Ausflügen oder beim Tanken bezahlst mal du, mal er. Irgendwie wird sich schon alles ausgleichen. Oder? Nicht selten verliert man bei dieser Variante den Überblick, und bekommt auch manchmal das Gefühl, einer würde mehr bezahlen als der andere.

Ein gemeinsames Konto kann diese ganzen Rechnereien und eventuelle Gefühle der Ungerechtigkeit lösen. Fragen wie „Wer hat was gekauft?“ oder „Wer schuldet dem anderen wie viel?“ könnt ihr euch dann sparen. Alles wird gerecht aufgeteilt und ihr habt zudem euer Haushaltsbudget immer im Überblick.

Paar macht gemeinsam Finanzen
Alles ausklamüsern? Müsst ihr mit einem Gemeinschaftskonto nicht mehr.

Partnerkonto als zusätzliches oder einziges Konto?

Der Begriff „gemeinsames Konto“ lässt bei vielen erstmal leichte Panik aufkommen: Berechtigt, wenn es darum geht, dass beide Partner sich nur noch ein einziges Konto teilen und jeder sein privates aufgibt. Das kann für manche Paare sinnvoll sein und laut einer Umfrage teilen sich immerhin etwa 30 Prozent der befragten Männer und Frauen ein Konto mit ihrem Partner, ohne selbst ein eigenes zu haben.

Die moderne Variante ist jedoch, dass beide ihre bisherigen Girokonten behalten und das gemeinsame Konto wirklich nur für gemeinsame Ausgaben verwenden. So bekommt keiner von euch das Gefühl, seine Privatsphäre komplett offen zu legen und sich für bestimmte oder sehr teure Käufe rechtfertigen zu müssen. Auch Geschenke, die ihr für einander besorgt, fliegen so nicht schon vorher auf. Und falls es doch mal zu einer Trennung kommt, was natürlich niemand hofft, landet nicht dein gesamtes Einkommen auf dem Partnerschaftskonto, sondern steht weiter nur dir zur Verfügung.

Überlegt euch genau, welches Modell am besten zu euch passt und mit welchem ihr beide zufrieden seid.

Dafür könnt ihr die gemeinsame Kontoführung nutzen

Sinnvoll ist es, wenn das Partnerkonto dafür genutzt wird, alles zu bezahlen, was mit dem gemeinsamen Haushalt, Kindern oder Aktivitäten zusammenhängt, zum Beispiel:

  • Miete, Strom, weitere Fixkosten
  • Autokosten, Benzin
  • Lebensmittel
  • Restaurantbesuche
  • Kinobesuche und weitere Aktivitäten oder Ausflüge
  • Urlaub
  • Neue Anschaffungen für zu Hause

Definiert vorher genau, welche Dinge aus eurem gemeinsamen Leben ihr finanziell teilen wollt und was alles von diesem Konto bezahlt werden soll.

Bei einem Gemeinschafts- oder auch Partnerkonto haben beide Kontoinhaber auch ohne Ehe gleichberechtigten Zugriff und sind gleichermaßen bevollmächtigt, Zahlungen auszuführen oder Geld abzuheben. Beide bekommen eine eigene EC-Karte und können auch die Möglichkeiten des Online-Banking nutzen.
Paar bezahlt im Café
Wer ist dieses Mal mit Bezahlen dran? Diese Frage müsst ihr im Café nicht mehr stellen.

Wer zahlt wie viel auf das Konto ein?

Um euer Partnerkonto regelmäßig zu füttern, zahlt jeder von euch monatlich eine bestimmte Summe von eurem privaten Konto ein. Und zwar so viel, dass damit alle gemeinsamen Fixkosten gedeckt werden, ihr aber auch noch ein wenig für Unternehmungen in der Freizeit übrighabt. Wenn ihr nicht genau wisst, wie hoch die Summe der Ausgaben ist, die so anfallen, könnt ihr vor Abschluss des gemeinsamen Kontos zwei oder drei Monate mal ganz genau aufschreiben, welche Ausgaben in dieser Zeit anfallen, die künftig mit dem Konto geregelt werden sollen.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn du und dein Partner beide gleich viel Geld einzahlt – doch meist verdient einer mehr als der andere. Wenn es für beide in Ordnung ist, könnt ihr auch eine andere Gewichtung als 50:50 festlegen: Dabei zahlt der Mehrverdiener das, was er prozentual mehr an Gehalt bekommt, auch mehr aufs gemeinsame Konto ein.

Beispiel:

Du verdienst netto 2.000 Euro, dein Partner 2.500 Euro. Er verdient somit 25 Prozent mehr als du, kann also auch ein Viertel mehr zur Haushaltskasse beisteuern. So würdest du beispielsweise 600 Euro monatlich auf das gemeinsame Konto überweisen, dein Freund 750 Euro.

Ganz so genau muss die Rechnung natürlich nicht sein, aber ihr könnt euch sicher auf eine faire Aufteilung einigen.

Trennung, Erbschaft, Todesfall: Nachteile bei gemeinsamer Kontoführung?

Trennung

Außer, dass ihr beide der Kontoauflösung zustimmen müsst, falls ihr euch trennt, gibt es keine Nachteile beim gemeinsamen Konto. Die Angst, dass dein neuer Ex dann jedoch plötzlich euer Partnerkonto leerräumt, musst du nicht haben: Bei einer Trennung steht euch beiden je die Hälfte der Summe auf dem Konto zu. Hebt dein Expartner also einfach alles oder den Großteil des Guthabens ab, so muss er dir deinen Anteil danach wieder zurückzahlen.

Erbschaft

Was ihr jedoch beachten solltet: Lasst ihr das Geld aus einer Erbschaft oder eine sonstige große Summe auf euer gemeinsames Konto einzahlen, können darauf Steuern anfallen, denn so etwas gilt als Schenkung an den Partner. Seid ihr verheiratet, habt ihr immerhin einen Freibetrag von 500.000 Euro, führt ihr keine Ehe, liegt er nur bei 20.000 Euro. Alles darüber kann steuerlich belastet werden.

Todesfall

Sollte einer der Kontoinhaber des Gemeinschaftskontos sterben, bekommt nicht automatisch der andere Partner seinen Anteil. Je nachdem, wer der Erbe des Verstorbenen ist, steht auch die Hälfte von dem, was auf dem Konto ist, zu.

Welche Banken bieten Partnerkonten an?

Ein Gemeinschaftskonto könnt ihr bei den meisten großen Banken eröffnen. Die Sparkasse, die Deutsche Bank oder auch die Postbank bieten alle solche Kontomodelle an. Besonders gute Erfahrungen haben viele mit einem gemeinsamen Konto bei der ING* (ehemals Ing Diba) gemacht: Hier sind monatliche Kontoführung und Partnerkarte kostenlos.

Bei Check24* könnt ihr verschiedene Konten und ihre Konditionen miteinander vergleichen. Hier findet ihr alles Wichtige zu Konditionen und Gebühren. Achtet generell darauf, ein sogenanntes Oder-Konto zu nehmen, bei dem ihr beide frei über das Geld verfügen könnt. Wählt ihr nämlich ein sogenanntes Und-Konto, muss der Partner jeder Zahlung oder Überweisung erstmal zustimmen, was ganz schön umständlich werden kann.

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Die wichtigste Voraussetzung, um ein gemeinsames Konto zu eröffnen, ist definitiv gegenseitiges Vertrauen. Bist du dir insgeheim unsicher, ob dein Partner sich wirklich an die Absprachen für euer Partnerkonto halten wird oder du sogar daran zweifelst, ob ihr noch lange zusammen seid, solltest du dir diesen Schritt nochmal überlegen und Unsicherheiten ansprechen. Spricht jedoch nichts dagegen, kann eine gemeinsame Kontoführung sogar die Stabilität eurer Beziehung stärken.

Bildquelle:

iStock/jacoblund/nortonrsx/macniak

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