Breakup of a couple with bad guy and sad girlfriend with a city in the background
Susanne Falleram 04.04.2016

Es gibt ein Wort, dass sich in der modernen Dating-Welt wie ein Lauffeuer als Erklärung für ein unstetes Liebesleben verbreitet hat: Beziehungsunfähigkeit. Kurze Abenteuer werden tiefgehenden Beziehungen immer öfter vorgezogen. Dieser Umstand schmerzt vor allem dann, wenn man sich ernsthaft in einen solch sprunghaften Mann verliebt. Doch woher rührt es eigentlich, dass plötzlich so viele beziehungsunfähig scheinen?

Es könnte alles so schön sein. Man hat einen Mann kennengelernt, der charmant, humorvoll und ein wahrer Gentleman ist. Die ersten Dates verliefen großartig, der Sex ist berauschend und man schwebt auf Wolke Sieben. Doch dann kommt alles anders und das oft schon nach kurzer Zeit. Bei ihm scheint sich aus der anfänglichen Begeisterung schnell etwas ganz anderes zu entwickeln. Desinteresse an unserer Person, Ausreden, um Verabredungen platzen zu lassen, kurzum: Ein langsames Herausgleiten aus der Situation, ehe es zu ernst wird. Gefühle werden von Anfang an im Keim erstickt und irgendwann ist er dann weg. Und wenn wir nach den Gründen fragen, heißt es, er sei beziehungsunfähig. Was zurückbleibt, ist Ratlosigkeit und die Frage: Woran liegt es und warum habe ich es nicht früher erkannt?

Und plötzlich ist es wieder vorbei, weil er angeblich beziehungsunfähig ist

Woher die Bindungsangst rührt

Die Generation Y, also die Leute, die um das Jahr 2000 herum Teenager waren, scheint ein echtes Bindungsproblem zu haben. Heutzutage zeigt sich das vor allem durch den immensen Erfolg von Dating-Apps wie Tinder oder Lovoo, die ja geradezu anstiften, ewige Bindungen und die Suche nach dem Traumprinzen oder der -prinzessin erst mal hinten anzustellen. Viel zu verlockend ist das Überangebot an potenziellen heißen Flirts oder kurzen Affären. Hauptsache unverbindlich, bloß nicht zu viel investieren. Gründe für die Unfähigkeit, sich auf eine richtige Beziehung einzulassen, gibt es so einige:

  • Angst vor Einschränkungen: Für angeblich Beziehungsunfähige ist die eigene Freiheit das höchste Gut. Diese sehen sie durch eine Bindung stark eingeschränkt, weshalb sie sich gar nicht erst auf irgendetwas festnageln lassen wollen. Eine solche Einschränkung kann die fehlende Zeit für ein Hobby sein, aber beispielsweise auch die für sexuelle Beziehungen zu anderen.
  • Die Eltern als frühes Negativ-Beispiel: Scheidungskinder oder solche aus einem Haushalt, in dem es oft zu Streitereien zwischen Mutter und Vater kam, neigen dazu, sich mit eigenen Bindungen schwer zu tun. Sie erwarten quasi von vornherein emotionale Enttäuschungen.
  • Schlechte Erfahrungen in der Liebesvergangenheit: Vielleicht gab es in der Vergangenheit einen Partner, der extrem geklammert hat oder mit seiner Kontrollsucht einen bleibenden, negativen Eindruck hinterlassen hat. Dadurch ist die Lust auf eine neue Beziehung, die eventuell wieder solche Ausmaße annimmt, bei manchen Menschen gleich Null.
  • Hohe, unrealistische Ansprüche: Durch die ständige Präsentation vermeintlich perfekter Menschen in den Medien hat sich die Wahrnehmung von Schönheit sehr verändert. Manche Menschen haben ein völlig utopisches Bild davon, wie ein Traumpartner zu sein hat. Und daran kommt dann logischerweise auch niemand so schnell heran.

Bindungsunfähigkeit macht auf beiden Seiten einsam

Beziehungsunfähig? An diesen Symptomen erkennst Du es rechtzeitig

Was kann man also tun, wenn man dabei ist, sich in einen Mann zu verlieben, der möglicherweise gar nicht willig ist, eine Beziehung einzugehen? Dann gilt es, sich frühzeitig mit seiner Person auseinanderzusetzen und gezielt auf ein paar Aspekte zu achten. Am besten findest Du einige dieser Punkte schon während eurer ersten Dates heraus:

  • Wie viele Beziehungen hatte er bereits und wie lange gingen diese? Ständig wechselnde Partner deuten darauf hin, dass er möglicherweise ein Bindungsproblem hat.
  • Hat er ein Problem mit Untreue oder sagt sogar von sich aus, dass Monogamie nicht so seins ist? Dann sollten die Alarmglocken angehen; eine solche Einstellung ändern zu können, kann schwierig werden.
  • Nimmt die Arbeit einen übermäßig hohen Stellenwert in seinem Leben ein? Ein Workaholic investiert lieber in seine berufliche Zukunft als in eine gemeinsame.
  • Bleibt er geheimnisvoll und verrät kaum etwas über sich und sein Leben? Auch dann solltest Du aufpassen, denn gerade über sowas bauen sich ja eigentlich Bindungen auf. Ist er nicht bereit, mehr über sich preiszugeben, scheint er auch keine tiefere Beziehung eingehen zu wollen.

Weitere Alarmsignale in der Dating-Phase und den ersten Monaten der Beziehung haben wir im Video gesammelt:

Beziehungsunfähigkeit ist etwas, das gerne mal spontan als Ausrede verwendet wird, um unverbindlich bleiben zu können. Sie kann sich aber auch zum echten Problem entwickeln, unter dem im Endeffekt auch derjenige leidet, der sich engen Bindungen damit entzieht. Selbsterkenntnis und das Arbeiten an der eigenen Einstellung sind in diesem Fall die ersten Schritte in die richtige Richtung.

Bildquelle: iStock/AntonioGuillem


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  1. Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  2. Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!

Was denkst du?