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Teil 3

dates & desires: Ist Sex beim ersten Date (k)eine gute Idee?

Ich habe in den letzten Wochen zwei sehr coole Typen kennengelernt, zu denen ich mich extrem hingezogen fühlte. Und den Eindruck hatte ich auch von ihrer Seite aus – doch nach dem ersten oder zweiten Treffen kam dann plötzlich nicht mehr so viel von ihnen, geschweige denn die Frage nach einem Wiedersehen. Zufall, dass es in beiden Fällen gleich lief? Oder hängt es doch damit zusammen, dass ich beim ersten Date mit ihnen im Bett war?

Um das direkt klarzustellen: Ich weiß von beiden Männern, dass sie keine Beziehung suchen und nur was Lockeres wollen. Denn das klärt man ja heutzutage direkt am Anfang, wie wir in meiner letzten Kolumne gelernt haben. Ich wusste also, worauf ich mich einlasse. Trotzdem finde ich es überraschend, dass „Nur was Lockeres“ scheinbar eher als Synonym für One Night Stand verwendet wird. Wenn ich eine Person kennenlerne, mit der es so gut vibed und mit der die Anziehung stimmt, spricht doch nichts dagegen, sich nochmal wiederzusehen, oder? Aber offensichtlich ist schon das zu viel verlangt – und nicht mal Sex leicht zu bekommen.

Wir wollen doch das Gleiche – oder doch nicht?

Bevor sich jetzt einige bei dem Gedanken erwischen, dass es ja kein Wunder wäre und Männer häufig das Interesse verlieren, wenn man beim ersten Date miteinander schläft (Klischee hallo, soll aber durchaus vorkommen), noch ein kurzer Einwand: Es geht mir gar nicht darum, dass es passiert, sondern um das Warum. Wir wollen doch offensichtlich beide das Gleiche und es wäre eine Win-Win-Situation. Wo liegt also das Problem? Drei mögliche Theorien, die ich in meiner verzweifelten Frage nach dem Grund aufgestellt habe, lauten folgendermaßen:

Theorie 1: Er steht einfach nicht auf mich. Vielleicht fand er den Sex nicht so gut wie ich und hat kein Bock, nochmal mit mir ins Bett zu gehen. Manchmal kann die Wahrheit so naheliegend wie schmerzhaft sein. #aua

Theorie 2: Paralleldating. Vielleicht bin ich nicht die einzige Frau, die er gerade trifft, sein Terminkalender platzt vor (Sex-)Dates und er hat alle Hände voll zu tun – buchstäblich. Kein Wunder, dass er da keine Zeit für mich findet.

Theorie 3: Jagdinstinkt. Vielleicht ist es wirklich so, dass einige Männer den Kick brauchen und sich aus Prinzip lieber direkt die nächste Sexpartnerin suchen, als ein zweites Mal mit derselben zu schlafen – egal, wie gut der Vibe war.

Jagdinstinkt, zu viel Auswahl oder einfach kein Bock?

Während ich Theorie 1 für total unwahrscheinlich halte (Spaß) und Theorie 2 für durchaus möglich, verstehe ich Theorie 3 so gar nicht. Denn es wäre doch so einfach: Du suchst unverbindlichen Sex, ich suche unverbindlichen Sex – warum können wir dann nicht einfach zusammen unverbindlichen Sex haben? Ziehen es Männer wirklich vor, stattdessen jemand Neues kennenzulernen und nochmal alles von vorne durchzuspielen? Das kann ich mir echt nicht vorstellen, komplizierter geht’s jawohl nicht.

Meine beste Freundin ist sich hingegen sicher, dass Theorie 3 zutrifft und die Lösung für mein Debakel ist. Sex beim ersten Date sollte ich vielleicht einfach mal lassen, findet sie und verordnet mir direkt ein Verbot, an das ich mich natürlich nicht halten werde. Wenn es matcht und ich Lust drauf habe, warum soll ich dann Nein sagen? Weil es die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ich den Typen nochmal wiedersehe? Damit er mich zu einem späteren Zeitpunkt langsam aber sicher ghosten kann? Dann möchte ich doch lieber schon nach dem ersten Treffen wissen, woran ich bin.

Sex beim ersten Date – yay or nay?

Ich habe vollstes Verständnis, wenn Menschen keine Lust darauf haben, beim ersten Treffen mit jemandem ins Bett zu gehen und lieber abwarten, um sich besser kennenzulernen. Und ich bin mir auch sicher, dass es da draußen Männer (und Frauen!) gibt, die wirklich nur einmal vögeln wollen – warum auch immer. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es keinen Unterschied macht, ob man beim ersten Date Sex hat oder darauf verzichtet. Entweder ist Interesse an einem Wiedersehen da oder eben nicht. Das hängt für mich nicht damit zusammen, wie schnell man sich nackt sieht. Diese Entscheidung sollte jeder und jede für sich allein treffen und sich vor allen Dingen zu nichts überreden lassen. Nicht zum Sex von seinem Date und auch nicht zum Sex-Verbot von seiner besten Freundin.

Rica Pahlke
Rica Pahlke, desired-Redakteurin für Social Media, News & Liebe

Ich will niemanden, der mich nicht will

Und die Moral von der Geschicht? Vielleicht sollte ich in Zukunft nicht nur die „Nur was Lockeres“-Frage klären, sondern direkt nachhaken, was denn genau damit gemeint ist. Ob nur Interesse an One Night Stands da ist oder potenziell auch mehr drin ist. So wissen dann wirklich alle Beteiligten, worauf sie sich einlassen und es gibt noch weniger Spielraum für Missverständnisse. Ist ja eh nicht alles schon kompliziert genug, oder? Spaß beiseite. Auch wenn ich gerade keine Ahnung habe, welche und ob überhaupt eine meiner schlauen Theorien zutrifft (das werde ich bestimmt noch herausfinden, weil ich super neugierig bin), weiß ich eines auf jeden Fall: Ich will niemanden, der mich nicht will. Und deshalb ist es auch vollkommen egal, was am Ende dahintersteckt und ob sich die Typen nochmal melden oder nicht. Trotzdem muss ich meinem Ego zuliebe noch schnell eine Sache loswerden: Selbst schuld einfach.

Bildquelle: Unsplash / We-Vibe Toys

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