beim Antrag auf die Knie gehen
Nina Rölleram 04.05.2017

Keine Frage, wenn es um Hochzeiten geht, werden gerne allerhand alte Rituale und Traditionen hervorgekramt. Die vielleicht etwas altmodisch anmutenden Gesten wirken auf viele besonders romantisch, weil wir sie aus so vielen Filmen und Geschichten kennen. Doch woher die meisten Bräuche eigentlich stammen und was genau sie symbolisieren, wissen die wenigsten. Daher erklären wir dir heute, warum die meisten Männer beim Antrag auf die Knie gehen – die Bedeutung dahinter ist komplexer, als du denkst!

beim Antrag auf die Knie gehen

Egal, ob vor dem Eiffelturm oder beim Picknick: Die meisten Männer knieen beim Antrag.

Die Historiker tappen im Dunkeln

Es gibt Hochzeitsbräuche, bei denen Historiker genau datieren können, ab wann sie in Mode gekommen sind. Dass Bräute üblicherweise ganz in Weiß heiraten, ist zum Beispiel auf das weiße Hochzeitskleid Queen Victorias im Jahr 1840 zurückzuführen – eine damals noch unübliche Kleiderwahl. Auch das Niederknien seitens des Mannes ist bei der Verlobung mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Laut einer Studie der amerikanischem Men’s Health finden 76 Prozent der befragten Männer, dass man beim Antrag unbedingt knien sollte. Diese Geste lässt sich aber nicht auf eine bestimmte historische Figur zurückführen. Vielmehr ist diese Tradition wesentlich älter, als die weißer Brautkleider, weshalb sich auch verschiedene Theorien um sie ranken.

Theorie Nr.1: Er zeigt damit seinen Respekt vor dir

Frau macht Mann Hochzeitsantrag

Das umgekehrte Szenario sieht man eher selten.

Das Niederknien ist schon seit Jahrtausenden in vielen Kulturen ein Ausdruck von Demut und Respekt. Während diese Geste bei den alten Griechen und Römern als barbarisch und eines Bürgers unwürdig galt, ist das Niederknien im Judentum und Christentum seit jeher üblich. Insbesondere Katholiken zeigen durch das Knien während der Messe auch heute noch ihre Ehrfurcht vor Gott. Obwohl viele Hochzeiten heutzutage nicht mehr kirchlich ausgetragen werden, sind dennoch viele religiöse Symbole und Gesten geblieben. Und auch, wenn Hochzeiten historisch gesehen eine eher patriarchale Angelegenheit sind, in der der Mann die Frau zu seinem „Eigentum“ macht, zeugt die Geste des Niederkniens eben von einem gewissen Respekt vor der Frau.

Ein Kniefall kann auch Treue beschwören.

Theorie Nr.2: Er beschwört seine Loyalität

Das Niederknien hat aber historisch gesehen nicht nur im religiösen Kontext eine wichtige Rolle gespielt. Auch im Zeitalter des Rittertums war die Geste symbolisch aufgeladen. Bestimmt kennst du auch Abbildungen von Rittern, die zum feierlichen Ritterschlag einen Kniefall machen. Damit drückten sie ihre vollkommene Loyalität gegenüber ihrem Herrn aus. Somit kann ein Kniefall also auch bedeuten, dass dir dein Liebster bereits beim Hochzeitsantrag seine ewige Treue schwört und dir zeigen will, dass er dich von nun an „beschützen“ will. Der Kniefall drückt dieser Theorie zufolge also auch Respekt aus, jedoch zusätzlich, künftig die Interessen der Frau über seine eigenen Bedürfnisse zu stellen.

Warum ist ein Kniefall romantisch?

Die Familienhistorikerin Stephanie Coontz hat außerdem eine interessante Theorie, warum viele diese Respektbekundung für romantisch erachten: Das Niederknien steht im starken Kontrast zur sinnbildlich maskulinen, aufrechten Haltung. Durch die Kniebeuge macht sich der Mann beim Antrag kleiner als die Frau und zeigt sich in einer verletzlichen Position. Der Kniefall markiert also unmissverständlich diesen außergewöhnlichen Moment, da der Mann üblicherweise über der Frau steht – zumindest im traditionellen Rollenbild. Vereinfacht gesagt: Während des Antrags begibt sich der Mann ausnahmsweise in eine untergeordnete Körperhaltung, und da dies einen Ausreißer in unserem geschlechterstereotypen Denken darstellt, wurde diese Geste mit der Zeit immer mehr romantisch überhöht.

Was sich dein Mann oder Verlobter tatsächlich beim Niederknien während eurer Verlobung gedacht hat, weiß natürlich nur er selbst. Vermutlich ist diese Geste aber einfach deswegen heute noch so beliebt, weil jeder selbst bei überraschenden Heiratsanträgen ohne viel Gerede sofort weiß, was gleich passieren wird – Gesten können also ziemlich praktisch sein! Gehört für dich das Niederknien auch unbedingt zu einem Antrag dazu oder findest du dieser Geste eher altmodisch? Teile deine Meinung mit uns in den Kommentaren!

Bildquelle: iStock/encrier, iStock/Deagreez, iStock/AntonioGuillem , iStock/darkbird77

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