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Catcalling: Was ist das und wie wehre ich mich richtig?

Belästigung

Catcalling: Was ist das und wie wehre ich mich richtig?

Catcalling. Diesen Begriff sollten mittlerweile eigentlich alle kennen. Denn in den letzten Wochen und Monaten tauchte er immer wieder vermehrt auch. Nicht nur im privaten Umfeld, sondern vor allem auch in den Medien. Das Wort kennen also alle, doch was steckt überhaupt dahinter? Die Bedeutung wollen wir dir erklären.

Gut möglich, dass die Chance 99 zu 1 steht, dass du schon weißt, was es bedeutet, nur weil du eine Frau bist! Ist es also ein Frauenthema? Haben Männer damit überhaupt nichts am Hut? Doch! Ganz im Gegenteil sogar. Denn VOR ALLEM die Männer haben viel mit diesem Thema zu tun ...

Was ist Catcalling?

Der Begriff stammt aus der englischen Umgangssprache und wird im Urban Dictionary als ein übergriffig, sexuell aufgeladener Kommentar von Männern gegenüber Frauen bezeichnet, die ihnen auf der Straße bzw. im sonstigen öffentlichen Räumen über den Weg laufen. Oft beinhalten Catcalls dabei Anspielungen auf das Aussehen und den Körper. Gängige Sprüche sind beispielsweise:

  • „Na Süße, heute schon was vor?“
  • „Bock mitzukommen?“
  • „Nettes Outfit.“
  • *hupen*
  • *pfeifen*
  • *unangebrachte Blicke/Gesten*
  • „Schöner Ausschnitt!“
  • „Hast du einen Freund?“

Das bedeutet heruntergebrochen: Catcalling ist verbale sexuelle Belästigung und zwar von Männern gegenüber Frauen! Dabei geht es darum, dass sich der Mann dominant gegenüber einer Frau fühlt und ihr das auch deutlich zu verstehen gibt. Und warum heißt es Catcalling? Ganz einfach: Weil es ein ähnliches Verhalten ist wie der Versuch, eine vorbeilaufende Katze mit Rufen oder Geräuschen zu locken bzw. auf sich aufmerksam zu machen. Wichtig zu wissen ist, dass Catcalling NIE mit einem Kompliment gleichgesetzt werden kann. Das sollte auch nicht so dargestellt werden.

Ist Catcalling strafbar?

Einen eigenen Tatbestand fürs Catcalling sieht das Strafrecht in Deutschland bisher tatsächlich (noch) nicht vor. Grundsätzlich ist es abhängig von den Umständen der Tat, ob es die Möglichkeit gibt, diese über die Verbindung mit anderen Straftaten zu bestrafen, wie Anwalt.org erklärt. Dazu könnten Folgende zählen:

  • Verbreitung pornographischer Inhalte
  • sexuelle Belästigung
  • Beleidigung
  • Nachstellung
  • Nötigung

Es gibt allerdings immer mehr Petitionen und Proteste dafür, dass Catcalling alleine als Straftat zählt. Im August des vergangenen Jahres wurde beispielsweise eine Online-Petition dazu ins Leben gerufen, die insgesamt knapp 70.000 Menschen unterstützten. Das hat zur Folge, dass sich nun doch der Petitionsausschuss im Deutschen Bundestag mit dem Thema befassen muss.

Zum Glück gibt es mittlerweile immer mehr Bewegungen und Petitionen, die sich für Frauen stark machen. Das Ganze beruht auf dem Female Empowerment. Im Video erklären wir dir dazu mehr.

Wie kann ich mich gegen Catcalling wehren?

Wenn du von Catcalling betroffen bist, ist es zunächst wichtig zu wissen bzw. zu verstehen, dass niemals du schuld daran bist! Die Schuld liegt immer beim Täter, das heißt in diesem Fall beim Catcaller! Es gibt verschiedene Wege, wie du dich gegen eine solche Attacke von verbaler sexueller Belästigung wehren kannst. Dabei ist es am wichtigsten, dass du dich, egal, was du machst oder wie du reagierst, noch wohl und selbstbewusst fühlst. Grundsätzlich kann es manchmal besser sein, nicht mit einer Gegenfrage wie: „Was soll das?“, oder Ähnlichem zu reagieren. Sonst könnte der Catcaller es so auffassen, als würdest du ein Gespräch mit ihm beginnen wollen. Es gibt aber andere Möglichkeiten, wie du in so einer Situation reagieren kannst.

#1 Ignorieren

Um dem Mann erst gar keine Aufmerksamkeit zu schenken und ihn so in dem, was er tut, nicht zu bestätigen, solltest du seine Blicke oder Sprüche einfach ignorieren. Lauf am besten einfach selbstbewusst weiter und würdige ihn nicht eines Blickes.

#2 Blamieren

Reagiere ganz bewusst auf den Catcaller. Allerdings nicht, um mit ihm ins Gespräch zu kommen, sondern um ihn zu blamieren. Überlege dir am besten im Vorfeld ein, zwei gute Kontersprüche, die du dann raushauen kannst. „Ich habe ja schon viel gehört, aber dein Spruch ist echt der dümmste“, könnte beispielsweise eine Option sein. Oder du pfeifst selbst zurück. Auch das kann den anderen schnell aus dem Konzept bringen.

#3 Konfrontieren

Du kannst den Catcaller auch direkt mit den Folgen seiner Handlung konfrontieren und ihm sagen, dass du dich davon belästigt fühlst. Noch effektiver ist es, wenn du ihn dabei siezt, denn das stellt die Distanz wieder her, die er versucht hat zu überschreiten. Wenn du diesen Weg wählst, ist es vor allem wichtig, dass du laut und selbstbewusst auftrittst.

Egal, wofür du dich in einer Situation entscheidest, du musst dich wohlfühlen. Es gibt nicht den EINEN richtigen Weg oder die perfekte Reaktion auf einen Catcaller. Außerdem sollte dir immer bewusst sein, dass nicht du daran schuld bist, dass du gerade blöd angemacht wirst.

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Getty Images / Serghei Turcanu

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