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So fühlen sich Frauen beim nächtlichen Heimweg

Kurzfilm

So fühlen sich Frauen beim nächtlichen Heimweg

Gänsehaut-Stimmung: Ob Gepfeife, doofe Sprüche oder ein aufdringliches Näherkommen – jede Frau kennt wohl dieses eigenartige Gefühl, wenn sie nachts alleine nach Hause gehen muss. Doch dass das für viele Frauen mittlerweile Normalität ist, will nicht jeder akzeptieren: Der französische Filmemacher Maxime Gaudet zeigt mit seinem Kurzfilm „Au bout de la rue“ („Am Ende der Straße“) wie sich eine junge Frau in dieser Situation fühlt.

„Hey Süße, bleib doch kurz stehen. Ich will nur mit dir reden“: Mit diesem Satz beginnt die unangenehme Situation der Protagonistin in Gaudets Kurzfilm „Au bout de la rue“, zu Deutsch „Am Ende der Straße“, die sich gerade nach einem Treffen mit Freunden in der Dunkelheit auf dem Weg nach Hause macht.

Direkt wird sie von einem Mann angesprochen. Doch sie bleibt nicht stehen, dreht sich nicht um und steckt sich ihre Kopfhörer in die Ohren. Nachdem sie nicht auf die Anmache des Mannes reagiert hat, verfolgt er die junge Frau und beschimpft sie lautstark. Die Protagonistin atmet immer schwerer und läuft immer schneller, vorbei an anderen Männern. Sie weiß, fremde Augen folgen ihr. Sie hört das Rufen und versucht, teilnahmslos zu wirken und sich ihre Angst bloß nicht anmerken zu lassen. Weiter gehen. Irgendwann gibt der Mann auf und als sie endlich bei ihrem Freund ankommt, atmet sie im Flur tief durch. Wieder geschafft. Wieder nichts passiert. In der Wohnung angekommen, sagt sie nichts. Sie hört sich an, was er für einen Scheißtag hatte.

„Am Ende der Straße“ zeigt Alltagssituation

Die Situation, die im Kurzfilm „Am Ende der Straße“ gezeigt wird, kennen viele Frauen allzu gut. Im Dunkeln allein unterwegs zu sein, wird für uns schnell zum Spießrutenlauf. Doch auch tagsüber müssen sich Frauen Kommentaren und ähnlichem aussetzen. Dabei ist vollkommen egal, wie die Frau aussieht oder wie sie gekleidet ist: Es geht um Macht und Ego der Männer.

Doch so normal eine solche Situation für die meisten Frauen heutzutage ist, so schockiert ist der französische Filmemacher Maxime Gaudet. Sein Anliegen war es, in dem dreiminütigem Kurzfilm zu zeigen, welcher Bedrohung sich Frauen nachts auf dem Heimweg ausgesetzt sind. Er wollte das Problem so realistisch und kalt wie möglich darstellen. Anlass für den Film war ein Bauarbeiter, der seine Freundin und ihre Mutter in seinem Beisein beschimpft hat, nur um sich danach wieder ganz normal seiner Arbeit zu widmen.

„Es ist für mich unglaublich, dass so etwas allen Frauen passieren kann, zu jeder Zeit, an jedem Ort, von jedem Mann, und dass es dermaßen normal geworden ist, dass es niemand mehr beachtet”, sagt Gaudet in einem Interview mit der Online-Plattform „ze.tt“.

„Es ist ja nichts passiert“

Für den Film hat sich Gaudet intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, Artikel und Zeugenberichte gelesen. Es sei schwierig, zitiert ihn „ze.tt“, das Gefühl der Belästigung in Worte zu fassen. Denn es wird gerne gesagt: „Na, Dir ist ja nichts geschehen. Aber mit dem Kurzfilm hoffe ich, dass einige Männer sich der Konsequenzen ihrer Belästigungen bewusst werden und darüber, wie es ist, von einem Fremden auf der Straße beleidigt und verfolgt zu werden.“

Es ist traurig, dass wir uns auch immer noch mit solchen Problemen auseinandersetzen müssen. Aber scheinbar gibt es immer noch genug Männer, die nicht verstanden haben, dass ein „Hey Süße“ kein Kompliment ist, sondern ein ungutes Gefühl auslöst. Auch wenn wir uns schon fast daran gewöhnt haben, wenn uns ein Typ dumm von der Seite anspricht, bleibt dennoch ein eigenartiges Gefühl. Und genau dieses Gefühl bringt Gaudet in seinem Kurzfilm „Am Ende der Straße“ eindrucksvoll zum Besten. Wir sind begeistert!

Bildquelle: iStock/KatarzynaBialasiewicz

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