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Mental Health-Booster

Waldbaden: Anleitung und Übungen für das besondere Naturerlebnis

Bist du schnell gestresst, stehst oft unter Strom und möchtest etwas für deine Seele und deinen Körper tun? Dann könnte Waldbaden für dich ideal sein! Der neue Trend aus Japan verspricht nämlich einen deutlich gesünderen Lebensstil. Wir erklären dir, was Waldbaden genau ist und wie du es ganz einfach selbst machen kannst.

Was genau ist Waldbaden?

Waldbaden stammt ursprünglich aus Japan und wurde dort im Jahr 1982 durch das Forstministerium geprägt. Der ursprüngliche Name war Shinrin-Yoku, was tatsächlich mit Waldbaden übersetzt werden kann. Unter dem Begriff versteht man einen Besuch im Wald, der mit Achtsamkeit verbunden werden sollte. Man soll die Atmosphäre des Waldes mit all seinen Gegebenheiten aufnehmen und mit der Natur in einen engen Kontakt treten.

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Wie funktioniert Waldbaden? − Eine Anleitung

Im Prinzip ist das Waldbaden ein Spaziergang durch den Wald, nur ohne Ziel. Das Geh-Tempo kannst du selbst bestimmen, empfohlen ist es aber, etwas langsamer und gemächlicher zu gehen. Dies dient dazu, sich dem Wald einfach hingeben zu können und ihn intensiver wahrzunehmen. Am besten setzt du dich auch einmal hin, egal ob auf den Boden oder auf einem Baumstamm und versuchst dabei, alles um dich herum aufzunehmen. Dabei sollen alle deine Sinne angesprochen werden. Frag dich:

  • Was sehe ich?
  • Was höre ich?
  • Was rieche ich?
  • Was fühle ich?
  • Was schmecke ich?

Werde detailreich und lasse dir Zeit für deine Antworten auf diese Fragen. Du hast alle Zeit der Welt und wenn du keine Antwort auf eine Frage hast, überspringe sie einfach. Das Wichtigste beim Waldbaden ist, sich nicht zu hetzen und sich keinen Druck zu machen. Lebe einfach in diesem Moment und versuche alles weitere auszublenden, am besten auch die Zeit. Lasse dich einfach treiben.

Einfache Übungen fürs Waldbaden

#1 Übung

Hier suchst du dir einen ruhigen Platz und stellst dich aufrecht hin. Achte darauf, bequem und entspannt zu stehen. Schließe nun deine Augen und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Dieser sollte ruhig und langsam sein. Spüre bei jedem Atemzug, wie du die Energie des Waldes einatmest und sie dich durchströmt. Nimm dir Zeit für diese Übung, optimal sind es zehn bis zwanzig Minuten, die sie an Zeit beanspruchen sollte.

#2 Übung

Diese Übung zielt darauf ab, eine Verbindung zwischen dir und dem Waldboden zu schaffen. Am allerbesten ist es tatsächlich, wenn du hierfür deine Schuhe ausziehst, aber das ist kein Muss. Nun beginne einen sehr langsamen und bedachten Spaziergang. Dein Tempo sollte so langsam sein, dass du jedes Detail in deiner Umgebung wahrnehmen kannst. Was spürst du unter deinen Füßen? Nehme jede kleinste Wurzel, jeden Stein und jeden Ast wahr. Du kannst so lange so gehen, wie du möchtest. Besonders schön ist diese Übung, wenn du einen Waldboden findest, der mit Moos bewachsen ist.

#3 Übung

Ein Perspektivenwechsel hat noch niemanden geschadet und genau deswegen befasst du dich bei dieser Übung mit dieser. Setze dich an einen Ort, an dem du auch etwas in die Ferne schauen kannst. Schaue ein paar Minuten in die Ferne und versuche dir die Weite des Waldes und die Entfernung bis zu diesem Punkt deutlich zu machen. Tue dies ein paar Minuten bis du dich wieder auf deine nächste Umgebung besinnst. Suche dir einen kleinen Bereich, der maximal viermal so groß ist wie deine Hand und schaue ihn dir intensiv an. Welche Insekten siehst du und wie viele? Welche Muster findest du? Was ist das größte und was das kleinste Detail in deinem ausgewählten Radius? Diese Übung kann beliebig oft durchgeführt werden.

Wo kann man Waldbaden?

Wie der Name schon sagt: Im Wald. Natürlich kannst du auch an anderen Orten Waldbaden, sei es am Strand oder an einem Feld. Am Sinnvollsten ist es aber tatsächlich im Wald. Deutschland hat ja, Gott sei Dank, genug Wälder zum entdecken, unter anderem auch sehr schöne Nationalparks. Fürs Waldbaden muss es sich aber nicht um die größten und/oder schönsten Wälder, wie den Schwarzwald, den Harz oder den Bayrischen Wald handeln, auch der Wald direkt ums Eck reicht völlig aus.

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Und wie oft ist Waldbaden sinnvoll?

Nach einer aktuellen Studie ist es ratsam, mindestens 200 bis 300 Minuten in der Woche Waldbaden zu betreiben. Ob du diese drei bis fünf Stunden am Stück waldbadest oder sie dir aufteilst, ist völlig dir überlassen. Interessant ist übrigens, dass zwischen den Probanden, die keine oder wenig Zeit in der Woche in der Natur verbrachten und den Teilnehmern der Studie, die es taten, ein eindeutiger Unterschied festgestellt werden konnte. Die zweite Gruppe war glücklicher, gesünder und ihre Mental Health war wesentlich stabiler.

Der gesundheitliche Aspekt

Natürlich ist einen Gang runterschalten und sich bewusst entspannen immer gut, doch Waldbaden hat den Ruf, besonders gesund zu sein. Das liegt vor allem am Wald selbst. Bäume produzieren Terpene, Botenstoffe, die man beim Atmen aufnimmt. Diese Botenstoffe haben eine positive Wirkung auf den Körper, doch nicht nur das. Auch die sauerstoffreiche Luft tut ihr übriges. Diese wirkt sich positiv auf deinen Kortisol-Spiegel aus und regt die Entstehung von Killerzellen an, die dir für die Immunabwehr eine wichtige Stütze sein können. Besonders bei psychischen Erkrankungen kann das Waldbaden Wunder wirken, doch: Natürlich stellt es keine Alternative zu Medikamenten dar! Probieren sollte man es aber unbedingt, denn schaden tut es definitiv nicht.

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Waldbaden-Kurse

Wenn dich das Thema jetzt gepackt hat, ist es ratsam, einen Kurs für das Waldbaden zu belegen. Besonders dann, wenn du dich zu den sehr gestressten Menschen zählst, die nur schwierig zur Ruhe kommen. Denn auch Ruhe, Entspannung und Achtsamkeit lernt man nicht von heute auf morgen. Genau dafür sind Waldbaden-Kurse da, die durch ausgebildete Fachkräfte geleitet werden. Du kannst einen Kurs allein oder in einer Gruppe belegen. Allein beginnen die Preise bei 25 Euro die Stunde, ein Gruppenkurs liegt bei ca. 20 Euro die Stunde. Natürlich variieren hier die Preise sehr stark und können sich je nach Anbieter und Region unterscheiden. Leider ist das Waldbaden noch nicht als Therapieform anerkannt und die Krankenkasse unterstützt daher nicht die Kosten.

Kritik am Waldbaden

Leider ist nicht alles Gold, was glänzt und auch das Waldbaden muss Kritik einstecken. Denn so gut das Waldbaden vielleicht für uns Menschen ist, umso schlechter ist es für die Natur. Die Spaziergänge durch den Wald erhöhen den Stress der Waldbewohner, gerade dann, wenn sich die Menschen abseits der Wege aufhalten. Besonders oft passiert es wohl auch, dass sich der Mensch dabei nicht sonderlich rücksichtsvoll verhält. Mal wird ein Blatt von einem Baum abgezupft, ein Ast wird benutzt, um einen Ameisenhügel zu erkunden, indem dieser Ast hineingebohrt wird oder man läuft barfüßig durch einen kleinen, wilden Flusslauf. Schön ist das für die Natur nicht und daher sollte dringend beachtet werden, dass man das Waldbaden mit Achtsamkeit genießt. Wenn man diese einfache Regel beachtet, steht dem Waldbaden nichts mehr im Wege!

Waldbaden kann ein guter Ausgleich zum stressigen Alltag sein. Denn viele von uns leiden unter dem täglichen Mental Load:

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Bildquelle: Unsplash/Adrian Infernus

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