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Was bedeutet „woke“? Bedeutung, Ursprung und Kritik an dem Begriff

© Getty Images/Matthew Hatcher/Kontributor
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Den Begriff „woke“ hast du bestimmt schon einmal gelesen oder gehört, denn vor allem in den sozialen Medien wird er häufig verwendet. Grob zusammengefasst bedeutet woke, wachsam zu sein – und zwar im politisch gesellschaftlichen Kontext. Wir erklären dir den Begriff hier noch genauer, schauen, wo „woke“ seinen Ursprung hat und wieso der Ausdruck immer häufiger abwertend verwendet und kritisiert wird.

Was bedeutet es, woke zu sein?

Übersetzt ins Deutsche bedeutet „woke“ zunächst aufwachen. Seit den 70ern wird woke von Menschenrechtlern und Protestlern aber dafür verwendet, eine politische Wachheit zu beschreiben. Dabei geht es auch um die Aufmerksamkeit (Wachsamkeit) bzw. die Feinfühligkeit gegenüber Minderheiten und gegen Diskriminierungen.
Die Bedeutung im Duden lautet „In hohem Maß politisch wach und engagiert gegen (insbesondere rassistische, sexistische, soziale) Diskriminierung“, wobei auch auf einen möglicherweise abwertenden Gebrauch hingewiesen wird.

Im Oxford English Dictionary ist der Begriff ebenfalls zu finden und wird folgendermaßen erklärt: „Wachsam gegenüber rassistischer oder gesellschaftlicher Diskriminierung und Ungerechtigkeit; häufiger Gebrauch: ‚wachsam bleiben’.“

Woher stammt der Begriff woke?

Seit den 1940er-Jahren wird der Begriff „woke“ von Afroamerikaner*innen und Bürgerrechtsbewegungen in den USA verwendet, um das Bewusstsein für soziale Unterdrückung zu beschreiben. Auch „stay woke“ (informiert bleiben) wurde in diesem Zusammenhang ein etablierter Begriff. Mit dem Beginn der Black-Lives-Matter-Bewegung im Jahr 2013 rückte „woke“ dann wieder stärker in die Öffentlichkeit und wurde vor allem bei Twitter zuhauf gepostet.

Der Begriff wird inzwischen nicht mehr nur mit antirassistischem Aktivismus verknüpft, sondern mit allgemeinen Ungerechtigkeiten, Ungleichheit und Unterdrückung von Minderheiten. Woke wird auch immer mehr mit politisch links orientierten Menschen verbunden.

Beispiele für woke

Als „woke“ wird also jemand bezeichnet, der sensibel für Themen wie Rassismus und Diskriminierung ist, gesellschaftliche und politische Missstände sieht und sich aktiv engagiert. Diese Wachsamkeit gegenüber Ungerechtigkeiten und ein dementsprechendes Handeln – zum Beispiel selbst nicht zu diskriminieren – ist eine woke Einstellung.
Diese Einstellung und Haltung lassen sich auf die verschiedensten Bereiche des Lebens übertragen. So beinhaltet Wokeness unter anderem, dass bestimmte Wörter nicht verwendet werden, weil sie für Ungerechtigkeit und Diskriminierung stehen – wie gewisse Bezeichnungen für Nicht-Deutsche und Menschen dunklerer Hautfarbe.
Das kann sich zum Beispiel auch darin äußern, dass Filme, in denen Schauspieler*innen eine andere Ethnie als deren eigene spielen, als nicht woke gelten. Gleiches gilt bei Kostümen zu Fasching und Karneval.

Woke sein kann beispielsweise eine vegane und ökologisch-bewusste Lebensweise sein, um Missstände in der Fleischindustrie nicht zu unterstützen. Wokeness kann sich auch dadurch äußern, dass man auf sozialen Plattformen aktiv ist, politische Inhalte teilt oder selbst postet, um so auf soziale und politische Missstände aufmerksam zu machen.

„Woke-Wahnsinn“ und Kritik

Die eigentlich positive Bedeutung des Wortes wird aktuell aus verschiedenen Gründen kritisiert und abwertend verwendet. Manche Politiker*innen und Medien sprechen vom „Woke-Wahnsinn“, ein despektierlicher Begriff für die Woke-Bewegung, der vermehrt auftaucht. Kritiker*innen der Woke-Bewegung meinen, dass das Woke-Sein oft nur darauf beruhen würde, andere zu kritisieren, nicht woke genug zu sein. Es fehle der Raum für Dialog und Aufklärung und Menschen, Organisationen und auch Filme (Winnetou, der von einem weißen Mann gespielt wird), die nicht woke sind, werden vorschnell gecancelt, also als nicht mehr zeitgemäß empfunden und bestraft.

Kritisiert wird, dass so eine Art neuer Moralismus und Normen entstünden, die teilweise als Zensur empfunden werden. Dadurch sei die Meinungsfreiheit in Gefahr. Menschliche Fehler und Marotten würden zu sehr bestraft. Zugespitzt kann man zusammenfassen, dass Sätze wie „was darf man heute überhaupt noch sagen?“ zu einer Art Leitfrage der Woke-Kritiker*innen geworden sind.

Neben Woke Washing steht auch Greenwashing häufig in der Kritik. Sieh dir im Video an, was der Begriff bedeutet.

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Was bedeutet Woke Washing?

Von Woke Washing ist die Rede, wenn Unternehmen mithilfe von Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen ihre Unterstützung für soziale Gerechtigkeit kommunizieren und bewerben, dies aber nicht mit den Zielen, Werten oder Handlungen übereinstimmt. Woke Washing wird neben Themen sozialer Gerechtigkeit auch in Punkto Nachhaltigkeit, Gleichstellung der Geschlechter, Sexismus oder Akzeptanz der LGBTQ+-Szene beobachtet. Beispiele für Woke Washing sind beispielsweise Unternehmen und Firmen, die den Weltfrauentag am 8. März zelebrieren, selbst aber nur einen Bruchteil Frauen in ihrer Führungsriege haben. Oder Marken, die zum Pride Month im September vermehrt die LGBTQ+-Fahne auf ihren Produkten platzieren, dies in den restlichen Monaten des Jahres aber nicht tun.

Die Kritik an solchen Aktionen ist hauptsächlich, dass mit Woke Washing bestimmte PR-Maßnahmen eingesetzt werden, die als Ablenkungsmanöver eingesetzt werden, um das Image eines Unternehmens aufzupolieren.

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