Schlechte med. Bedingungen

Abtreibung wieder häufiger

Abtreibung wieder häufiger

Nachdem in den letzten Jahren die Zahl der Abtreibungen gesunken war, stieg sie jetzt wieder an. Viele der Abtreibungen erfolgten unter medizinisch „unsicheren“ Bedingungen, wie das Guttmacher-Institut und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilten.

Jahrelang war bei Abtreibungen ein Rückgang zu verzeichnen. In einer Studie des Guttmacher-Instituts in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich nun jedoch, dass die Anzahl der Abtreibungen in Entwicklungsländern wieder zunimmt. Die Hälfte der Abtreibungen auf der Welt finde zudem nach wissenschaftlichen Kriterien unter medizinisch „unsicheren“ Bedingungen statt.

Anzahl der Abtreibungen

Die Studie ergab, dass von 1995 bis 2003 die Zahl der Abtreibungen bei Frauen im gewöhnlich gebärfähigen Alter (15 bis 44 Jahre) pro 1000 Frauen von 34 auf 29 fiel. Die Zahl habe sich im Jahr 2008 im Vergleich zum Jahr 2003 kaum verändert und in Westeuropa liege die Quote deutlich niedriger mit 17 Abtreibungen pro 1000 Frauen.

Abtreibungen in Entwicklungsländern häufiger
Die Zahl der Abtreibungen nimmt wieder zu

Abtreibung im Verborgenen

Gilda Sedgh, Hauptautorin der Studie und eine der führenden Wissenschafterinnen am Guttmacher-Institut, erklärte, dass der Abwärtstrend bei den Abtreibungen, den sie weltweit gesehen hatten, angehalten habe und sie auch einen wachsenden Anteil der Abtreibungen in den Entwicklungsländern sehen. Eine Abtreibung würde dort oft „unsicher und im Verborgenen“ durchgeführt. 2008 waren Komplikationen bei einer Abtreibung für 13 Prozent der Sterblichkeit bei Müttern verantwortlich, wie Erhebungen der WHO zeigen. 220 von 100 000 Müttern, die ihre Kinder unter nicht gesicherten medizinischen Bedingungen abgetrieben hatten, starben an den Folgen. Diese Quote sei 350 Mal höher als etwa bei legalen Abtreibungen in den USA.

Bildquelle gettyimages

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