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Unerfüllter Traum

Kinderwunsch loslassen: Wie man auch ohne Baby wieder glücklich wird

Viele Paare versuchen jahrelang, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen – manchmal vergeblich. Doch wie lernt man, mit dem unerfüllten Kinderwunsch zu leben und ihn endlich loszulassen? Psychotherapeut Dr. Tewes Wischmann will betroffenen Paaren helfen.

Der Heidelberger Psychotherapeut Dr. Tewes Wischmann widmet sich in seinem Buch „Psychologische Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch" der Frage, welchen unterschiedlichen Arten seelischer Belastung Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ausgesetzt sind und wie Betroffene lernen können, diese belastenden Gefühle besser zu verarbeiten.

Wenn der Kinderwunsch zur Belastung wird

Eine zentrale Entscheidung, die jedes Paar individuell zu treffen hat, ist Wischman zufolge die, ab wann der Punkt erreicht ist, an dem es Zeit ist, den Wunsch nach einem eigenen Kind loszulassen. Wenn das psychische Leiden und der Druck so groß werden, dass die Lebensqualität, die Paarbeziehung und möglicherweise auch die Gesundheit eines oder beider Partner darunter zu zerbrechen drohen, ist dieser Punkt möglicherweise bereits überschritten. Wischmanns Buch will Menschen in dieser Lebensphase den Blick für Alternativen öffnen und helfen, sich innerlich vom Kinderwunsch zu verabschieden. Da dies ein sehr schmerzhafter Schritt sei, könne dieser Abschied einige Trauerarbeit mit sich bringen, die aber für das Verarbeiten des unerfüllt bleibenden Kinderwunsches gut und notwendig sei. Erst dann können die Betroffenen neue Pläne für ihr Leben fassen.

Das Leben nach dem Kinderwunsch

Bereits vor einem möglichen endgültigen Scheitern des Kinderwunsches rät Wischmann Paaren, die sich ein Kind wünschen, sich alternative Lebensentwürfe zurecht zu legen. Wenn dann der Wunsch nach einem Kind unerfüllt bliebe, fielen die Paare nicht in eine vollkommene Leere. Solche „Visionen“ könnten beispielsweise eine Adoption, die Aufnahme eines Pflegekindes oder auch ganz neue Pläne, wie die Planung und Durchführung einer Weltreise sein. Generell ist es gut, sich wieder Unternehmungen und Hobbys zuzuwenden, die die Zeit vor dem Kinderwunsch geprägt haben. Diesen Dingen sollen Betroffene ganz bewusst wieder mehr Raum in ihrem Leben geben und auch die positiven Aspekte eines kinderfreien Lebens wieder wertschätzen lernen.

Wischmann hält es überdies für sehr empfehlenswert, auch Freunde und Bekannte sowie die eigene Familie mit in den Prozess der Loslösung vom Kinderwunsch einzubeziehen. Auf die Dauer sei es besser, zu sagen, dass es mit dem Kinderwunsch nicht klappe und dies zu akzeptieren, als sich einem beständigen Druck durch die Fragen anderer ausgesetzt zu fühlen.

Für andere Kinder da sein

Auch wenn man selbst keine Kinder hat, heißt es nicht, dass man auf Kinder in seinem Leben komplett verzichten muss. Es kann sehr erfüllend sein, sich um die Nichten und Neffen, das Patenkind oder Kinder von Freunden zu kümmern. Gemeinsame Ausflüge auf den Spielplatz oder in den Zoo wissen nicht nur die Kinder, sondern meist auch ihre Eltern zu schätzen, die dadurch mal wieder etwas Freizeit für sich bekommen. Zudem gibt es viele soziale Projekte, in denen man sich für bedürftige Kinder engagieren kann, zum Beispiel Nachhilfe, Sport oder Betreuungsangebote.

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist schmerzvoll, kann aber überwunden werden. Wischmann weist auch darauf hin, dass selbst in einer solchen Krise eine Chance für das Paar liegen könne: Nicht wenige Paare, die sich von ihrem Kinderwunsch verabschieden mussten, gaben später an, dass die schwere Zeit sie zusammengeschweißt habe.

Ist eure Beziehung für die Ewigkeit gemacht?

Bildquelle: GettyImages/fizkes
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