Androgene – Hormonhaushalt im Ungleichgewicht

Jede Frau, die unter einem unerfüllten Kinderwunsch leidet, wird früher oder später über das Wort „Androgene“ stolpern. Was Dich bei Männern nämlich anzieht, kann Dir einen gehörigen Strich durch die Baby-Rechnung machen, denn die männlichen Hormone können maßgeblich für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein. Doch keine Angst, Du kannst Deinen Hormonhaushalt auch wieder in den Griff bekommen!

Was sind Androgene?

Androgene, auch androgene Hormone oder Testoide genannt, ist die Bezeichnung für die männlichen Geschlechtshormone. Das bekannteste und wichtigste Androgen ist das Testosteron. Androgene werden in der Nebennierenrinde und im Hoden gebildet und sind für die Ausbildung der männlichen sekundären Geschlechtsmerkmale verantwortlich. Hierzu gehören etwa Muskelwachstum, Stimmbruch und vermehrte Körperbehaarung.

Androgene:Frau beim Arzt

Androgene können der Grund für eine ungewollte Kinderlosigkeit sein.


Auch Frauen produzieren Androgene

Weniger bekannt ist jedoch, dass auch Frauen männliche Geschlechtshormone, also Androgene, produzieren, denn Männer und Frauen verfügen über die gleichen Hormone, allerdings in unterschiedlicher Konzentration. Normalerweise ist das Verhältnis der Produktion weiblicher und männlicher Geschlechtshormone im Körper ausgeglichen, das heißt Frauen produzieren mehr weibliche Geschlechtshormone, Östrogene und Gestagene, und Männer produzieren mehr männliche Geschlechtshormone, also Androgene wie zum Beispiel Testosteron. Während die Androgene bei Männern im Hoden und der Nebennierenrinde gebildet werden, werden sie bei Frauen in den Eierstöcken und in der Nebennierenrinde produziert. Es kann aber auch zu Störungen des hormonellen Verhältnisses kommen, was große Auswirkungen auf den gesamten Organismus hat, vor allem dann, wenn Du Dir ein Kind wünschst. Eine Hormonstörung aufgrund von zu vielen Androgenen bezeichnet man als Hyperandrogenämie.

Androgene: Zu viele männliche Hormone

Gerade junge Frauen haben oft noch einen unausgeglichenen Hormonhaushalt, der sich aber mit der Zeit einpendelt. In einigen Fällen bilden sich jedoch auch später noch zu viele männliche Hormone. Etwa eine Millionen Frauen in Deutschland leiden am so genannten polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom), bei dem die Eierstöcke oder die Nebennieren zu viele männliche Hormone produzieren. Die Ursachen für diese hormonelle Störung sind vielfältig und können in den seltensten Fällen gänzlich geklärt werden. Oft wird die Neigung zu einem erhöhten Androgenspiegel vererbt. Besonders häufig ist eine Überproduktion männlicher Geschlechtshormone bei übergewichtigen Frauen. Auch Enzymdefekte können zu einer Überproduktion führen. Ein unausgeglichener Geschlechtshormonspiegel äußert sich nicht nur im äußeren Erscheinungsbild – betroffene Frauen neigen zu vermehrtem Haarwuchs und Akne – auch der Zyklus kann durch die überschüssigen Androgene beeinflusst werden: Die Menstruation kann unregelmäßig sein oder auch gänzlich ausbleiben. Androgene können also durchaus der Grund für Sterilität sein.

Androgene beim Schwangerschaftswunsch

Ein erhöhter Androgenspiegel kann für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein. Wenn Du also erfolglos versuchst, schwanger zu werden, solltest Du zunächst einmal Deinen Hormonspiegel überprüfen lassen. Anhand eines großen Blutbildes kann Dein Arzt herausfinden, ob die Konzentration der männlichen Geschlechtshormone in Deinem Blut eventuell zu hoch ist und Du unter dem so genannten PCO-Syndrom leidest. Bei etwa 30 Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ist der Spiegel der Androgene im Blut erhöht. Ist dies der Fall, spricht Dein Frauenarzt von einer so genannten Hyperandrogenämie. Die hohe Konzentration der Androgene bewirkt eine Störung der Reifung der Eizellen und in Einzelfällen kann es sogar sein, dass die Androgene den Eisprung komplett unterbinden. Dies äußert sich dann in einer Störung des Zyklus – eine Schwangerschaft ist so kaum möglich.

Androgene: Die Therapie

Bei jungen Frauen reguliert sich der erhöhte Wert der Androgene im Blut teilweise von selbst. Liegt ein deutliches Übergewicht vor, kann dies ursächlich für die hohe Konzentration männlicher Geschlechtshormone im Blut sein. Eine Diät zur Regulierung der Androgene ist in diesen Fällen unumgänglich. Wird ein Enzymdefekt festgestellt, können die fehlenden Hormone künstlich durch spezielle Präparate zugeführt werden. Hier kann Dich ein Hormonspezialist bestens beraten, denn eine wirksame Hormontherapie zu erstellen, die Dir dabei hilft, schwanger zu werden, ist mit der berühmt berüchtigten Nadelsuche im Heuhaufen zu vergleichen: Ist die Hyperandrogenämie etwa mit einer Störung der Cortisol-Produktion verknüpft, dann hilft es, Cortison zu verabreichen. Woher die gesteigerte Produktion der Androgene in Deinem Blut kommt, muss also vor jeder Therapie abgeklärt werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem erhöhten Androgenspiegel, bei dem sich nicht auf Anhieb eine Ursache feststellen lässt, wird häufig die Anti-Baby-Pille verschrieben. Die darin enthaltenen Gestagene und Östrogene können die übermäßige Produktion der Androgene in den Eierstöcken regulieren. Zudem bindet Östrogen das Testosteron im Körper und macht es unwirksam. Der Hormonmix kann so wieder auf eine gesunde Basis zurückgeführt werden, wodurch sich der Zyklus und auch Dein Hormonhaushalt wieder regulieren können. Sobald dies der Fall ist, klappt es nach Absetzen der Anti-Baby-Pille ganz bestimmt auch mit der Erfüllung Deines Kinderwunsches.

Auf der Suche nach Gründen für Deinen unerfüllten Kinderwunsch solltest Du immer die erhöhte Konzentration der Androgene in Betracht ziehen, denn auch wenn man es Dir nicht ansieht, können die Androgene in Deinem Blut erhöht sein. Daher empfiehlt sich eine Überprüfung des Hormonspiegels. Doch selbst wenn Du die Diagnose Hyperandrogenämie bekommst, bedeutet das nicht, dass Dein Kinderwunsch unerfüllbar ist. Mit einer guten Hormontherapie kannst Du unter Anleitung des Arztes Deine Hormone und Deinen Zyklus wieder in den Griff bekommen!


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Start
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?

  • katha4321 am 10.07.2015 um 16:46 Uhr

    Ich glaub nicht, dass man das vorher unbedingt merkt. Kann ja nur leichte Auswirkungen haben.

    Antworten
  • Krischme am 12.05.2015 um 12:41 Uhr

    Ist schon das zweite, was ich hier dazu lese und ich versteh immer noch nicht, wie die Frauen das nicht selbst merken können, wenn das schon so viele männliche Hormone sind.

    Antworten
  • MyBabyNMe am 09.04.2015 um 17:48 Uhr

    Ich hätte jetzt auch nicht gedacht, dass Frauen überhaupt so viele männliche Hormone produzieren können. Ich dachte dafür müsste man auch männliche Geschlechtsteile haben. War jetzt so mein logischer Gedankengang.

    Antworten
  • Mamimoos am 06.03.2015 um 13:41 Uhr

    Dass auch Frauen Androgene haben, war mir gar nicht so klar.

    Antworten
  • Freck_Check am 05.02.2015 um 17:55 Uhr

    Oh je, wenn man zu viele männliche Hormonehat, hat man echt die Arschkarte. Man kriegt nen Bart UND wird schwieriger schwanger.

    Antworten
  • Knopfwachtel am 06.01.2015 um 17:29 Uhr

    Es ist auch ziemlich undankbar, Model für einen Artikel über Androgene zu sein, finde ich. Sooooo männlich sieht die Gute nun auch nicht aus, aber wen man nimmt, is vermutlich eh immer falsch bei sowas.

    Antworten
  • Lichtmia am 29.10.2014 um 13:39 Uhr

    Ich wusste gar nicht, dass Androgene auch dafür verantwortlich sein können, dass ein Kinderwunsch sich nicht efüllt, aber macht ja Sinn. Zwei Mal zu viel männlich oder weiblich ergibt halt kein Kind!

    Antworten