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Kolposkopie

Früherkennung

Kolposkopie

Wenn Du schwanger werden möchtest, solltest Du auf Deinen Körper ganz besonders gut achtgeben und die Vorsorgeuntersuchungen bei Deinem Frauenarzt ernst nehmen. Hierzu zählt in bestimmten Fällen auch eine Kolposkopie.

Die Kolposkopie ist ein Untersuchungsverfahren in der Gynäkologie, das 1925 von Hans Hinselmann entwickelt wurde. Durch das Verfahren können der Gebärmutterhals und der Muttermund in 6- bis 40-facher Vergrößerung betrachtet und aufgenommen werden. So kann Dein Gynäkologe kleinste Veränderungen wie Blutungen oder Geschwülste sofort erkennen. Besonders wichtig ist die Kolposkopie jedoch in der Krebsfrüherkennung, um ein Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) und weitere gefährliche Infektionen auszuschließen. Insbesondere bei einem Kinderwunsch solltest Du daher die Vorsorge bei Deinem Frauenarzt ernst nehmen, um mögliche bösartige Veränderungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Kolposkopie: Frau beim Arzt
Dank der Kolposkopie kann Dein Arzt Auffälligkeiten an Gebärmutter und Co. schnell erkennen.

Wann ist eine Kolposkopie sinnvoll?

Eine Kolposkopie gehört in Deutschland derzeit noch nicht zu den üblichen Vorsorgeuntersuchungen, sondern wird in der Regel nur bei einem auffälligen Befund angewandt. Mit ihr kann Dein Frauenarzt die Situation besser beurteilen, falls der Abstrich (Pap-Test) auffällig war. Mithilfe dieses Tests können schwere Infektionen und Gebärmutterhalskrebs gut erkannt werden. Bei einem Befund wird Dein Frauenarzt eine Kolposkopie vornehmen oder Dich an einen Arzt verweisen, der die nötigen Geräte und ausreichend Erfahrung besitzt, um die Untersuchung durchzuführen. Da die meisten Frauenärzte jedoch kein Kolposkop in der Praxis haben, ist eine Untersuchung ohne auffälligen Abstrich in der Regel zu viel Aufwand, sofern Du keine großartigen Beschwerden hast. Auch von der Krankenkasse wird die Vorsorge ohne vorherige Indikation nicht übernommen.

Kolposkopie: So läuft sie ab

Bei der Kolposkopie wird Deine Vagina zuerst einmal von außen vergrößert untersucht. Finden sich hier keine Auffälligkeiten, betrachtet der Arzt anschließend das Innere Deiner Scheide samt Muttermund und Gebärmutterhals. Hierfür muss das Kolposkop jedoch dank der guten Vergrößerungsleistung nicht eingeführt werden. Um mögliche Auffälligkeiten sichtbar zu machen, wird Dein Arzt anschließend Gebärmutterhals und Muttermund mit einer Essigsäurelösung und dann mit einer Jodlösung betupfen. Die Essigsäure lässt auffällige Bereiche in der Regel weiß erscheinen, während die Jodlösung alles bräunlich verfärbt, bis auf das veränderte Gewebe. So wird für Deinen Arzt deutlich sichtbar, welche Stellen er genau untersuchen muss. Je nachdem wie schwer der Befund aussieht, wird der Arzt dann Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Dies kann ein wenig bluten, tut jedoch in der Regel nicht sehr weh. Sollten die Auffälligkeiten nur sehr klein sein, kann die Gewebeentnahme auch bereits als komplette erfolgreiche Therapie gelten. In jedem Fall werden die Gewebeproben jedoch zur Untersuchung in ein Labor geschickt. Die Auswertung kann einige Tage dauern, also mach Dir keine Sorgen, wenn Dein Arzt Dich nicht sofort am nächsten Tag mit den Ergebnissen anruft.

Darum ist die Kolposkopie wichtig

Die Kolposkopie dient vor allem der frühzeitigen Feststellung von Gebärmutterhalskrebs. Gerade wenn Du Dir Kinder wünschst oder noch sehr jung bist, solltest Du die Untersuchung daher sehr ernst nehmen. Das Zervixkarzinom ist die vierthäufigste Tumorart bei Frauen weltweit. Wenn es jedoch frühzeitig erkannt wird, ist eine Behandlung sehr erfolgsversprechend und eine Entfernung des betroffenen Gewebes reicht meist aus. Ohne eine Kolposkopie kann der Krebs möglicherweise länger unentdeckt bleiben. Dies kann sogar die Entfernung der kompletten Gebärmutter zur Folge haben, was Deinem Kinderwunsch natürlich ein jähes Ende bereitet. Im schlimmsten Fall sind sogar noch weitere Bereiche betroffen. Müssen im Zuge der Behandlung sogar die Eileiter entfernt werden, kann dies auch hormonell zu Problemen für Dich führen, da sämtliche Hormone, die Deinen Zyklus bestimmen hier ausgeschüttet werden. Eine Entfernung hat daher meist katastrophale Folgen für den Hormonhaushalt und das allgemeine Befinden. Dank der Kolposkopie kann eine derartige Ausbreitung des Gebärmutterhalskrebses jedoch meistens frühzeitig erstickt werden.

Kolposkopie: Der Pap-Test als Grundlage

In Deutschland gehört die Kolposkopie leider noch nicht zu den Standarduntersuchungen. Als Grundlage der Untersuchung dient daher immer ein Pap-Test. Diesen wird Dein Frauenarzt mit Sicherheit auch schon einmal bei Dir gemacht haben. Dir wird hierfür ein Spekulum eingeführt, welches Deine Vagina weitet, sodass Dein Arzt mit einer kleinen Bürste einen Abstrich von den Zellen an Deinem Gebärmutterhals machen kann. Dies dauert in der Regel nicht einmal eine Minute und tut auch gar nicht weh. Der Test kann jedoch noch viel mehr als lediglich Krebszellen erkennen, auch HPV-Infektionen, Chlamydien etc. kann Dein Arzt mit dem Pap-Test feststellen. Stellt Dein Arzt beim Pap-Test einen auffälligen Befund fest, wird er eine Kolposkopie anorden. Aufgrund des breiten Spektrums an Infektionen, die sich mit dem Test feststellen lassen, ist er jedoch nach wie vor der eigentliceh Teil der Vorsorgeuntersuchung beim Arzt. Schließlich können auch Chlamydien und andere Infektionen Deine Fruchtbarkeit beeinflussen.

Die Kolposkopie ist eine Untersuchung, die Dein Frauenarzt anordnet, wenn Dein Pap-Test einen auffälligen Befund gezeigt hat. Mithilfe des Kolposkops und einer Essigsäure- sowie Jodlösung kann Dein Arzt genau feststellen, wo sich auffälliges Gewebe befindet und dieses entweder komplett entfernen oder für eine Untersuchung einen Teil ins Labor schicken. Ordnet Dein Frauenarzt eine Kolposkopie an, solltest Du den Termin immer wahrnehmen, denn nur so lassen sich schlimmere Erkrankungen vermeiden.

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